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"Dance like nobody's watching"
Den Ingolstädter Christian Polanc kennt ein Millionenpublikum aus der RTL-Tanzshow „Let’s Dance“. Als Profitänzer schwingt er dort Jahr für Jahr mit einer prominenten Partnerin das Tanzbein. Im Januar übernahm er die Tanzschule Backhausen. Was er mit seinem neuen Studio Polanc vorhat und was seine Mutter mit seiner Karriere zu tun hat…?
Herr Polanc, aus dem Fernsehen kennt man Sie als durchtrainierten Tänzer, in Ihrer Kindheit und Jugend waren Sie hingegen stark übergewichtig und sehr unglücklich damit. Ihre Mutter hat Sie schließlich mit 16 Jahren zu einem Tanzkurs gedrängt. Was hat sich dadurch für Sie verändert?
Für mich war es eine 180-Grad-Kehrtwende. Als übergewichtiger Junge hat man sich oft nicht akzeptiert und – insbesondere bei den Mädels – auch nicht gewollt gefühlt. Über das Tanzen habe ich ganz unbedarft und unkompliziert einen Zugang gefunden – eben weil es erstmal nur um das Tanzen ging. Ich konnte mich von meinen Ängsten freimachen und die Mädels waren einfach froh, wenn jemand mit ihnen getanzt hat. Es war eine positive Erfahrung zu merken, dass ich Talent für Bewegung habe und sich schnell Erfolge einstellen. Wenn man dann kurz vor dem ersten Abschlussball den alten Anzug noch zwei oder drei Nummern kleiner schneidern lassen muss…
Ich habe mich also von einem unmotivierten, übergewichtigen Jungen zu jemandem entwickelt, der plötzlich angefangen hat, Ziele zu formulieren.
Ursprünglich haben Sie eine Ausbildung zum “Eisenbahner im Betriebsdienst” gemacht. Vom Tanzen könnte diese Ausbildung vermutlich nicht weiter entfernt liegen.
Dazu muss ich sagen, dass die Ausbildung zum Eisenbahner noch eine dieser Lethargie-Entscheidungen war. Die Entscheidung fiel schon vor dem Tanzkurs. Ich habe mit Ende 15 die Schule verlassen und musste einen Beruf wählen. Es war aber schon in Ordnung so: Ich habe gut verdient und viel von Deutschland und Europa gesehen. Als 16-Jähriger so viele deutsche Städte zu kennen und auch Europa schon kennengelernt zu haben, war cool.
Sie sind jetzt 42 Jahre alt. Rückblickend betrachtet: Denken Sie, Sie hätten in diesem Beruf glücklich werden können?
Äh, nö (lacht). Ich bin mir ganz sicher, dass ich dabei nicht geblieben wäre, auch wenn es nicht in Richtung Tanz gegangen wäre.
Nach knapp 30 Jahren Tanzschule Backhausen haben Sie das Studio im Januar 2021 übernommen. Wie ergab sich diese Chance?
Eigentlich aus heiterem Himmel – in einer ungewöhnlichen Zeit. Im Sommer 2020 sprach mich Frau Backhausen an, dass sie aufhören möchte und unglaublich gerne hätte, dass die Tanzschule weitergeführt wird. Ich habe mir das reiflich überlegt und bin zu dem Schluss gekommen, es zu machen.
Wieviel “Tanzschule Backhausen” steckt noch im “Studio Polanc”?
Es steckt noch sehr viel Tanzschule Backhausen drin. Ein stabiles Fundament reißt man nicht einfach raus, das habe ich auch von Anfang an nicht vorgehabt. Auf dem, was die Tanzschule Backhausen ausgemacht hat, wollte ich aufbauen. Frau Backhausen hat über 30 Jahre hinweg sehr gute Arbeit geleistet. Die TanzschülerInnen bekommen all das, was sie kennen und schätzen, in gewohnter Qualität. Ich habe auch alle TanzlehrerInnen und das weitere Personal übernommen.
Für viele, die schon da sind, wird sich also nicht viel ändern, außer, dass sie vieles dazubekommen.
Auf welche Neuigkeiten dürfen sich Ihre TanzschülerInnen freuen?
Verschiedene Bereiche und Abläufe werden modernisiert. Im Sommer wird es eine Tanzschul-App und ein Online-Videoportal geben, um sich die Tanz-Figuren im Nachgang nochmal anschauen zu können. Es wird auch die Möglichkeit geben – wenn man es mal nicht in die Tanzschule schafft oder von außerhalb kommt – alle Tanzkurse zu streamen. Neue Tanz- und Fitnessstunden werden ergänzt. Mit „Dance & Fit“ haben wir damit bereits begonnen. Es gibt Solo-Tanzkurse, von Contemporary über Urban Style, mein eigenes Danceit Fitnessprogramm, Yoga, Bauch-Beine-Po, Bodystyling, Rückengymnastik, Stretching, Linedance… und einiges mehr ist in Planung.
Ich nenne es aus dem Grund „Studio“, weil es neben der klassischen Tanzschule alles beinhaltet, was Spaß und Freude mit Musik und Bewegung bringt. Dafür soll das Studio Polanc ein Zuhause sein. Für Jung und Alt.
Welchen Tipp haben Sie für absolute Tanz-Anfänger?
Es gibt einen Spruch, der sich im Englischen immer ein bisschen besser anhört: Dance like nobody’s watching (Tanze, als würde dir niemand zusehen, Anm.). Sich also einfach trauen und das Gelernte sofort auf der Tanzfläche umsetzen. Das war es auch, was mich sehr schnell vorangebracht hat, weil ich nie nur 1x pro Woche im Tanzkurs war, sondern zusätzlich noch 3x pro Woche bei Tanzpartys, um dort stundenlang zu tanzen. Tanzen lernen ist wie eine Sprache lernen: das Wichtigste dabei ist, nicht nur Vokabeln zu pauken, sondern zu sprechen. Genauso ist es beim Tanzen, man muss das Gelernte anwenden.
Let’s Dance
Historie
2020
1. Platz „Let‘s Dance – die große Profi-
Challenge“ mit Christina Luft
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2020
6. Platz mit Laura Müller
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2019
4. Platz mit Nazan Eckes
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2018
5. Platz mit Iris Mareike Steen
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2017
2. Platz mit Vanessa Mai
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2016
8. Platz mit Nastassja Kinski
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2015
4. Platz mit Enissa Amani
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2014
3. Platz mit Carmen Geiß
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2013
2. Platz mit Silah Sahin
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2012
4. Platz Joana Zimmer
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2011
1. Platz mit Maite Kelly
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2010
2. Platz mit Sylvie Meis
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2007
1. Platz mit Susan Sideropoulos
Corona fordert unser aller Einfallsreichtum. Einen Teil Ihres Angebots haben Sie schon ins Internet verlegt. Wie läuft es damit?
Das funktioniert schon ganz toll, obwohl wir das Programm recht schnell aus der Taufe gehoben haben. Das Programm nennt sich Dance&Fit Special. Viele Kurse, die es künftig auch als „Live-Kurse“ geben wird, sind dort schon integriert, z.B. mein Danceit-Programm, Yoga, Bauch-Beine-Po, Contemporary, Urban Style, Gymnastik etc. Aktuell bieten wir 12 Stunden pro Woche an. Die Leute zahlen einen pauschalen Beitrag pro Monat und können alles mitmachen, was angeboten wird.
In der RTL-Show “Let’s Dance” haben Sie u.a. mit Sylvie van der Vaart, Maite Kelly, Enissa Amani und Vanessa Mai getanzt. Hatten Sie eine Lieblingstanzpartnerin in der Show?
Das kann ich so deutlich gar nicht sagen. Das ist in etwa so, als würde man nach dem Lieblingsgericht fragen. Das eine schmeckt zum einen Zeitpunkt ein bisschen besser, beim anderen sind die Erinnerungen etwas frischer. Ich hatte überwiegend ganz tolle Partnerinnen, da kann ich mich wirklich glücklich schätzen. Man hat immer eine tolle Zeit zusammen – unabhängig vom Talent. Es gibt aber sicherlich Tanzpartnerinnen, mit denen ich noch immer Kontakt habe, z.B. Maite Kelly, Sila Sahin, Iris Mareike Steen, aber auch mit vielen anderen. Wenn ich ein paar nennen müsste, die mir spontan einfallen: Maite, Nazan (Eckes, Anm.) und Iris, aber da tut man den anderen wahrscheinlich Unrecht (lacht).
Also sieht man Sie bei der neuen Staffel Let’s Dance auch wieder?
Ja, ich bin gerade auf dem Weg nach Köln. Am 26. Februar findet die Kennenlernshow statt, dort stellt sich dann heraus, wer mit wem tanzt.
WER MIT WEM?
Wer aus Auswahl wird die neue Tanzpartnerin von Christian Polanc in der 14. Let’s-Dance-Staffel? Festgelegt wird das in der großen Kennenlernshow am 26. Februar (RTL, 20.15 Uhr). Bis dahin bleibt uns nur der Blick in die Glaskugel. Eines steht hingegen schon fest: Christian Polanc könnte auch mit einem Mann tanzen (s. Nicolas Puschmann).
Zurück nach Ingolstadt, haben Sie hier einen Lieblingsort?
Stadtnah ist der Klenzepark mit seinen Wehranlagen eine tolle Location, wo man einen schönen Tag haben kann. Entlang der Donau-Auen finde ich es ebenfalls schön.
In der Stadt bin ich mit meiner Clique gerne in der Ecke Bar Centrale / Mohrenkopf.
Können Sie sich abseits vom Tanzen auch noch für andere Dinge begeistern?
Ich bin generell sehr sport- und bewegungsbegeistert. Egal ob andere Sportarten oder Yoga. Ich lese aber auch gerne mal ein Buch oder höre ein Hörbuch. In der Corona-Zeit bleiben abends natürlich nicht mehr so viele Möglichkeiten, da schaue ich gerne Serien. Und natürlich das Reisen… Ich hab das große Glück, in meinem Leben schon viel von der Welt gesehen zu haben. Ich hoffe, künftig noch mehr davon sehen zu dürfen.
Vervollständigen Sie zum Abschluss bitte den Satz: Tanzen ist für mich…
Ich würde es vielleicht umformulieren:
Tanzen bin ich, lebe ich.
Es gehört für mich einfach dazu. Es ist für mich eines der ganz prinzipiellen, zivilisierten menschlichen Dinge. Es macht seit jeher die Kultur und damit auch einen Teil des Menschen aus. Ich kann jedem nur empfehlen, es auszuprobieren. Nicht jeder wird ein Fred Astaire oder eine Ginger Rogers, aber jeder kann viel Spaß am Tanzen haben und viel daraus ziehen.
Herr Polanc, vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg bei der 14. Staffel von Let’s Dance.

Good Vibrations
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Zwischen Romantik & Realismus
Steffen Kopetzky begab sich auf die Spuren von Heinrich Heine und erzählt darüber in seinem neuen Buch „Die Harzreise. Eine Deutschlanderkundung“.

Volksfest Ingolstadt startet am Freitag
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Was wollen wir uns leisten?
Die Stimme bricht, die Tränen steigen ihr in die Augen. Beate Diao steht an einem Freitagabend verloren auf der Bühne in der Harderbastei und blickt in die Menge. In diesen Tagen feiert sie mit ihrer Kunst- und Kulturbastei 20-jähriges Jubiläum. Eigentlich ein Grund zu strahlen, doch die Sparmaßnahmen der Stadt könnten das Aus für den Verein bedeuten. Was für Kinder und Jugendliche dadurch verloren ginge, wird an diesem Tag so sichtbar wie selten.