Niemand wird alleine gelassen

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Niemand wird alleine gelassen

Ein wichtiges Zeichen: Die Stadt Ingolstadt bietet Künstler*innen aus der Region mit der Freilicht-Kunstaktion „trotzdemjetzt EXPO“ eine neue Form der Kunstpräsentation | Foto: Kulturamt Ingolstadt

Seit dieser Woche lohnt es sich, wie Hans Guck-in-die-Luft durch die Ingolstädter Fußgängerzone zu schlendern. Wer den Blick Richtung Himmel hebt, kommt in den Genuss eines kostenlosen Museumsbesuches.

„trotzdemjetzt EXPO“ nennt sich die Freilicht-Kunstaustellung, die diese Woche offiziell eröffnet wurde. Ingolstadt setzt damit ein klares Zeichen: Die Kunst hängt nicht am seidenen Faden. Niemand wird alleine gelassen. Man wehrt sich gegen die Krise mit originellen Ideen.

Von der Krise gebeutelt

Bildhauer*innen, Maler*innen, Fotograf*innen – die Bildenden Künste haben es in der Corona-Krise besonders schwer, Aufmerksamkeit zu erlangen. Während Musiker*innen beispielsweise mithilfe von Live-Streams ihrer Musik Gehör verschaffen können, ist es für Bildende Künstler*innen deutlich schwieriger, geeignete Plattformen zu finden, auf denen sie ihre Kunst der breiten Masse zugänglich machen können.

Das Ingolstädter Kulturamt hat diesen Missstand erkannt und zeigt mit der Freilicht-Ausstellung eine Möglichkeit auf, wie man etwas dagegen tun könnte. Auch wenn es nur ein kleiner Tropfen auf den heißen Corona-Stein ist, zeigt es doch, dass der Stadt die Kunst und Kultur am Herzen liegt und man bereit ist, für deren Erhaltung Ressourcen aufzuwenden, auch in dieser schwierigen Lage.

Foto: Kulturamt Ingolstadt

Gegen die Verödung der Innenstadt

Ein weiterer positiver Nebeneffekt der Aktion ist die (Wieder-)Belebung der Innenstadt, ein Problem, dem vermehrt auf verschiedene Weisen begegnet wird. Wir berichteten zum Beispiel kürzlich von Erste-Hilfe-Maßnahmen der Stadtverwaltung in Form von Parkgebühr-Senkungen in der Innenstadt und von dem Projekt „Leerelos“ des Ingolstädter Altstadttheaters, das das Thema Leerstand mit einem kreativen Ansatz angeht.

Eine weitere kreative Idee hatte der Neuburger Künstler Thomas Königsbauer. Er schlug beide Probleme mit einer Klappe, indem er eine leerstehende Immobilie in eine Schaufenster-Ausstellung verwandelte.

73 Künstlerinnen und Künstler

sind dem Aufruf der Stadt Ingolstadt gefolgt und haben ihre liebsten Werke eingesandt. Die Bilder wurden auf 140 cm x 216 cm große Mesh-Banner geplottet und an den Seilen entlang der Fußgängerzone vom Münster bis zum Neuen Schloss sowie in der Moritz- und in der Mauthstraße aufgehängt.

Klick!

Auf dem Boden unter jedem Bild befindet sich ein QR-Code. Kurz die Kamera dranhalten und schon gelangt man zu der Blogseite trotzdemjetzt.de, auf der man mehr Infos zu dem jeweiligen Kunstwerk, zur Entstehungsgeschichte und dem Künstler oder der Künstlerin bekommt.

7. Juni

So lange kann man das kostenlose Freilichtmuseum noch besuchen und die Werke bei einem gemütlichen Spaziergang bestaunen. Eine Gelegenheit, die man sich nicht entgehen lassen sollte 😉

Weiter Infos zu der Aktion und den Künstler*innen: www.trotzdemjetzt.de

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