"Für ein gutes Foto muss ich bis zu 4 Stunden
im Schlamm liegen. "

Fotos: Matthias Schwark

Der Wildlife-Fotograf Matthias Schwark hat im Auwald bei Neuburg ein wunderbares Foto eines Eisvogels geschossen. Ein Foto, das wir euch an dieser Stelle noch gar nicht zeigen wollen. Stattdessen wird Matthias in unserer Mai-Ausgabe (ab 29. April erhältlich) die Geschichte hinter seinem Foto selbst erzählen. Im heutigen Interview erklärt er, wie schwierig eine solche Aufnahme sein kann – und wieviel ihm die Natur bedeutet.

Matthias Schwark

Fotograf
Matthias ist 30 Jahre alt und lebt in Neuburg. Neben Wildtieren fotografiert er auch Haustiere, Landschaften, Portraits & Hochzeiten.

Matthias, wie wichtig ist Geduld als Wildlife-Fotograf?
Für diesen Bereich würde ich Geduld und Ausdauer als die wichtigsten Eigenschaften bezeichnen. Für ein gutes Foto muss ich oft bis zu 4 Stunden im Wald oder Schlamm sitzen oder liegen. Obwohl ich das total gerne mache und die Zeit in der Natur genieße, kann es durchaus auch mal anstrengend werden. Mir ist es oft schon passiert, dass ich Stunden an einem Ort z.B. auf den Eisvogel gewartet habe und als ich aufgestanden bin, um mein Equipment zusammenzupacken, ist er neben mir aufgeflogen. Das ärgert einen dann schon sehr. Aber Natur lässt sich nun mal nicht planen.

Was fasziniert dich an deiner Arbeit?
Meine Eltern sind beide aktiv im Naturschutz tätig, was mir früh einen positiven Bezug zur Natur vermittelt hat. Leider habe ich so auch sehr schnell bemerkt, welchen Teil wir Menschen in dieser Natur einnehmen. Immer mehr Arten sind vom Aussterben bedroht und trotz starken Bemühungen des Naturschutzes auch bald zu Selbigem verdammt. Ich will mit meinen Bildern zeigen, welch schöne Natur schon vor der Haustüre auf uns wartet und dass diese es Wert ist, von uns allen bewundert und geschützt zu werden. Alleine schafft sie das leider nicht mehr.

LANDSCHAFTSAUFNAHMEN

Habt ihr’s erkannt? Zwei Bilder sind aus Neuburg, eines aus Eichstätt.

Kannst du dich noch daran erinnern, als du das erste Mal einen Eisvogel vor die Linse bekommen hast? Was war das für ein Gefühl?
Der Wahnsinn! Wenn man so einen langen Weg der Planung und Recherche hinter sich hat und dann alles auf ein Ergebnis herausläuft, dann ist das doch immer ein super Gefühl. Um ein Tier zu fotografieren, ist oft sehr viel Vorwissen erforderlich. Man muss sein Verhalten kennen und besondere Eigenheiten und Gewohnheiten wissen. Nicht zuletzt, um sich dem Tier gegenüber respektvoll zu verhalten. Mir ist es stets ein großes Anliegen, meine Fotomotive bei meinen Projekten nicht zu verschrecken oder zu stören. Auch das fließt in meine Planung mit ein.

Eines von Matthias' Eisvogelfotos - aber nicht das, von dem er im nächsten espresso Magazin berichten wird 😉

Gibt es ein Tier, dass du gerne einmal ablichten möchtest?
Mir haben es zur Zeit Eulen besonders angetan. Besonders der Kauz, den ich seit längerer Zeit versuche, zu fotografieren. Natürlich bin ich auch für jeden Tipp offen.

Vielen Dank für das Interview, Matthias. Wir freuen uns schon auf deinen Bericht im kommenden espresso-Magazin.

Mehr Fotos von Matthias findet ihr auf
seinem Instagram-Kanal!

 

Weitere Themen

Schutzschild aktiviert

Vor drei Wochen ließ sich espresso-Redakteur Sebastian mit Astrazeneca impfen. Wie er auf die Impfung reagierte und was sich sonst noch geändert hat, berichtet er hier.

Weiterlesen »

„Wir müssen über die Globalität der Probleme nachdenken“

Wie sind die Menschen früher mit Seuchen umgegangen und was können wir daraus lernen? Der Pfaffenhofener Schriftsteller Steffen Kopetzky erzählt in seinem neuesten Roman Monschau von einem der letzte Pockenausbrüche in Deutschland. Und malt dabei ein lebhaftes Bild von den 60er-Jahren in Deutschland, einer Zeit zwischen Aufbruchstimmung, Wirtschaftswachstum und Vergangenheitsbewältigung.

Weiterlesen »

Ingolstadt im Leerlauf

Die eine Leere mit einer anderen bekämpfen. Das hat sich das Altstadttheater mit einem Projekt zum Ziel gemacht. Mit „Leerelos“ soll neues Leben in die Schaufenster der Ingolstädter Leerstände einziehen. Auch die Kommunalverwaltung reagiert, um die Innenstadt zu beleben: die Parkgebühren werden gesenkt.

Weiterlesen »

„Schon nach der ersten Reise nach China war ich verliebt“

Wie fühlt es sich an, in China zu leben? In diesem Land der Superlative, das sich rasant entwickelt und mittlerweile schon über 1,4 Milliarden Menschen beherbergt? Elena Christmann hat 10 Jahre lang in China gewohnt und gearbeitet, sie hat das Land und die Menschen kennengelernt. Im espresso-Interview berichtet sie von ihren Erlebnissen und räumt mit dem ein oder anderen Vorurteil auf.

Weiterlesen »

Lorem ipsum dolor sit amet, consectetur adipiscing elit. Ut elit tellus, luctus nec ullamcorper mattis, pulvinar dapibus leo.

Scroll to Top