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Aufgeblüht: Landesgartenschau darf endlich Besucher empfangen

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Aufgeblüht: Landesgartenschau darf endlich Besucher empfangen

Virtuelle Eröffnung der Landesgartenschau 2020 – im Jahr 2021

Jetzt also doch: die Landesgartenschau darf Besucher empfangen. Ab Freitag können Interessierte mit vorheriger Registrierung die ersten Runden drehen oder ein Picknick machen – und sogar Speisen & Getränke „to go“ wird es auf dem Gelände geben. Das ist zwar zugegebenermaßen eine Öffnung „light“ – aber immer noch deutlich mehr, als man auf der Pressekonferenz der vergangenen Woche versprechen konnte.

Eigentlich hätte Markus Söder zur heutigen offiziellen Eröffnung der Landesgartenschau erscheinen sollen, doch er sagte kurzfristig ab. Staatsminister Florian Herrmann sprang ein und richtete den anwesenden Ehrengästen und den Zuschauern des Livestreams Grüße des Ministerpräsidenten aus. Ein „Energiepaket für Leib und Seele“ nannte Herrmann anschließend die Landesgartenschau, die gerade in schwierigen Zeiten besonders wertvoll sei. Corona hätte die Einstellung vieler Menschen zur Natur verändert. Denn wer viel Zeit an der frischen Luft verbringe, der entwickle auch ein neues Bewusstsein für eine intakte Umwelt.

Die Regierung von Oberbayern hat in Abstimmung mit dem Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege beschlossen, dass die Landesgartenschau Ingolstadt als Parkanlage auch bei Inzidenzwerten über 100 bezogen auf die Stadt Ingolstadt öffnen darf. Somit sind ausgedehnte Spaziergänge über das Gartenschaugelände, Picknicke und Gastronomie to-go bis zu einer maximalen Besucheranzahl von 2.500 pro Tag möglich. Ausstellungsbeiträge bleiben jedoch unbesetzt und die Blumenhalle geschlossen. Der Besuch des Freigeländes ist ab Freitag, den 23. April 2021 ab 9.00 Uhr für registrierte Dauerkartenbesitzer sowie Tageskartenbesitzer, nach erfolgter Besucheranmeldung, möglich. Anmeldung unter ingolstadt2020.de.

Staatsminister Herrmann lobte besonders das Hygienekonzept der Landesgartenschau – aber auch die Stadt selbst. Ingolstadt sei zum Vorbild geworden, wenn es darum ginge, sich von Corona nicht entmutigen zu lassen. Nach der langen Zitterpartie im letzten Jahr inklusive Verschiebung und der schlussendlich doch zerschlagenenen Hoffnung, noch im Jahr 2020 öffnen zu dürfen, ein angebrachtes Lob für die Verantwortlichen.

Schnipp, schnapp: Staatsminister Herrmann gekonnt an der Gartenschere (obwohl er die Arbeit im eigenen Garten eigentlich seiner Frau überlässt).

Das Warten hat ein Ende

„Ein Jahr des Wartens geht in die grüne Ampelphase über“, sagte der Bayerische Umweltminister Thorsten Glauber bei der Eröffnung und verwies nochmal auf den großen Nutzen, den solche neugestalteten Grünflächen für Mensch und Tier hätten. Und zwar nicht nur bis zum Ende der Landesgartenschau im Oktober, sondern weit darüber hinaus. Das war auch Gerhard Zäh, Vorsitzender der Bayerischen Landesgartenschau GmbH, besonders wichtig. Denn abseits der vielen verschiedenen Ausstellungsflächen und der Blütenpracht ginge es vor allem auch um Nachhaltigkeit – und die hört nunmal nicht nach ein paar Monaten auf. Stattdessen sei das Gelände nun ein „Park für Generationen“ und ein Appell an das Umweltbewusstsein der Menschen zugleich. In der Talk-Runde, die an die Redebeiträge angegliedert war, setzte Zäh einen Hoffnungswunsch ab: vielleicht könne man die derzeit beliebten Kiesgärten wieder zurückdrängen.

(K)eine Premiere

Es ist bekanntlich die zweite Landesgartenschau in Ingolstadt und die heutige Eröffnung damit keine Premiere mehr. Eine virtuelle Eröffnung sei hingegen sehr wohl eine Premiere und dass die Landesgartenschau 2020 im Jahr 2021 eröffne sowieso, merkte Oberbürgermeister Christian Scharpf in seiner Rede an.

Den Livestream zur Eröffnung dürfte auch so mancher gesehen haben, der persönlich noch nie in Ingolstadt war. Daher machte Scharpf ihnen die Stadt in bester Stadtoberhauptmanier schmackhaft. Er ging aber auch deutlich darauf ein, dass die Stadtränder in Stadtplanungen bisher keine übergeordnete Rolle spielten. Doch ein Umdenken hätte eingesetzt. Die Landesgartenschau kann nun sicherlich als Ergebnis eines solchen Umdenkens gewertet werden.

„Das Gelände liegt nicht idyllisch“, sagte Scharpf und da würde ihm wohl auch kaum jemand widersprechen. Starkbefahrene Straßen, das GVZ, große Industriehallen etc. etc. Man kennt es. Doch wenn man auf dem Landesgartenschaugelände ist, bekommt man davon tatsächlich nichts mit. Für die Bewohner vor Ort also künftig sicher eine erhebliche Verbesserung ihrer Lebensqualität.

Abschließend sagte Scharpf: „Bleiben wir zuversichtlich und freuen uns auf unsere Landesgartenschau.“

In der Blumenhalle.

Talk-Runde

BR-Moderator Tilmann Schöberl, der durch die ganze Eröffnung führte, moderierte auch die kurze Talk-Runde am Ende. Bei einer Frage schien es fast so, als hätte er die Gäste damit überrumpelt. Die beiden Staatsminister, OB Christian Scharpf und Gerhard Zäh sollten nämlich berichten, welche Hauptaufgabe sie im heimischen Garten übernähmen. Während Umweltminister Glauber noch souverän über eine Streuobstwiese philosophierte, sagte Florian Herrmann, er hätte keinen grünen Daumen – „nicht nur politisch“ – und er sei schon froh, wenn Pflanzen in seiner Nähe nicht absterben. Der Presse-Rundgang im Anschluss machte deutlich: Pflanzen sterben nicht ab, wenn Herrmann in ihre Nähe kommt.

Auch für OB Scharpf ist die Gartenarbeit kein Steckenpferd. Kurz hatte er wohl das Gefühl, dass der Eindruck entstünde, er würde gar nichts im Haushalt machen, weswegen er schnell die Standardaussage eines jeden Mannes parat hatte: „Den Geschirrspüler räume ich schon ein.“ Es wechselten vielsagende Blicke von Journalistin zu Journalistin, so viel können wir an dieser Stelle verraten.

Wer Lust auf die Landesgartenschau hat, meldet sich hier an und beachtet die aktuell geltenden Regeln auf der Webseite.

Rahmenprogramm: Jazz-Trompeter Joey Finger sorgte für musikalische Untermalung. Als Gebärdensprachdolmetscherin übersetzte Ronja Kunze (hier ein Interview mit ihr). Am Ende gab es kirchlichen Segen für die Landesgartenschau.

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