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Donald muss draußen bleiben

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Donald muss draußen bleiben

Nicht nur Wonder Woman scheint etwas gegen Trump zu haben, auch in Sozialen Medien drehte man ihm (dauerhaft) den Saft ab.

Virtueller Ausflug ins Trump-Universum

Nach den Ausschreitungen in Washington verlor der damalige US-Präsident Donald J. Trump seinen größten Schatz. Nein, nicht etwa einen Angehörigen. Diesen Schmerz mussten andere aushalten. Trump verlor nach dem Sturm seiner Anhänger auf das Parlament (an dem er nicht ganz unschuldig war und der Tote forderte) seinen Twitter-Account. Was viele nicht wissen: Trump hat nun sein eigenes Twitter, wo nur einer schreiben darf. Er selbst. espresso-Redakteur Sebastian hat es sich angesehen, damit ihr es nicht müsst.

Bei Twitter gibt es wahrscheinlich kein Zurück mehr für den abgewählten US-Präsidenten Donald Trump. Und auch bei Facebook bleibt der Mann, dem man während seiner Amtszeit so manchen Beinamen verpasste (die meisten davon despektierlich) vorerst gesperrt. Allerdings werde man die Sperre in sechs Monaten noch einmal prüfen, verkündete der Konzern letzte Woche.

Nun hat Trump nicht nur ein Ego-Problem, er hat auch ein gesteigertes (sprich: übersteigertes) Mitteilungsbedürfnis. Von Rückschlägen lässt er sich ebenfalls nicht aufhalten, wie seine zahlreichen Pleiten belegen. Daher verwunderte auch die Exklusiv-Meldung von Trumps Haus-und-Hof-Sender FOX via Twitter (dem richtigen Twitter) am 4. Mai nicht, in dem der Start Trumps neuer „Kommunikationsplattform“ verkündet wurde.

Gefundenes Fressen

Die Twitter-Community hält mit Kritik bekanntlich nicht hinterm Berg – insbesondere bei Trump. Bei seiner neuen Plattform war das nicht anders. Soziale Medien bzw. Kommunikationsplattformen leben bekanntlich vom gegenseitigen Austausch. „From the Desk of Donald J. Trump“, so heißt Trumps eigenes „Twitter“, hat aber eben nur einen User: den Ex-Präsidenten selbst. Das wurde (zurecht) heftig kritisiert.

Ob Trump das auf Dauer selbst Spaß machen wird, darf bezweifelt werden. Wie soll sein Ego gestreichelt werden, wenn das Feedback seiner vielen Anhänger ausbleibt? Eine Kommunikationsplattform ist jedenfalls etwas anderes, wie auch so mancher Twitter-User feststellt:

Keine Interaktion

Und wirklich: mit Sozialen Medien hat Trumps neue Seite eher weniger zu tun. Zwar erinnert die Seite rudimentär an Twitter – eine Kurznachricht wird an die nächste gereiht – aber irgendwie ist es doch eher ein Blog. Trumps einzelne „Tweets“ kann man „liken“ (aber nicht mehr entliken, wie ich feststellen musste) und per Button auf Facebook und Twitter teilen. Das war’s. Mehr Interaktion is‘ nicht. Kommentieren geht nicht. Man sieht noch nicht einmal, wieviele Leute die „Tweets“ von Trump geliket haben.

Die alte Leier

Trumps geistige Ergüsse sorgten während seiner Amtszeit für den ein oder anderen Eklat. Doch wie sieht es bei „From the Desk of Donald J. Trump“ aus? Nun, ein Tweet vom 3. Mai steht exemplarisch dafür:

„The Fraudulent Presidential Election of 2020 will be, from this day forth, known as THE BIG LIE!“.

Soll heißen: für Trump ist die Präsidentenwahl, aus der er als Verlierer hervorging, noch immer ein einziger großer Betrug. Verlieren gibt es im Trump-Cosmos nicht. Zumindest für ihn nicht.

Außerdem begleicht er alte Rechnungen. So nennt er Liz Cheney, die zwar ebenfalls Republikanerin ist, sich aber öffentlich gegen Trump stellte, eine „kriegstreiberische Närrin“. Cheney hat eine Führungsposition bei den Republikanern inne. Wieviel Macht Trump in „seiner“ Partei noch hat, zeigt sich in einem Spiegel-Artikel vom vergangenen Freitag. Dort wurde gemutmaßt, dass Cheney schon bald von der eigenen Partei degradiert werden könnte. Ein Richtungsstreit also, den das Trump-Lager wohl für sich entscheiden wird. Am heutigen Mittwoch wird sie ihre Führungsposition bei den Republikanern aller Voraussicht nach verlieren.

Angriffsmodus

Facebook, Twitter und Google verschont der Ex-Präsident logischerweise auch nicht, schließlich haben die Tech-Konzerne seiner Reichweite massiven Schaden zugefügt. „Eine Schande für das Land“ und korrupt seien sie. Dem Präsidenten der Vereinigten Staaten hätte man das Recht auf freie Meinungsäußerung genommen, weil radikal-linke Wahnsinnige Angst vor der Wahrheit hätten, heißt es im trump’schen Tobsuchtsanfall weiter. Aber die Wahrheit werde schon noch ans Licht kommen, größer und stärker als je zuvor.

Zumindest inhaltlich unterscheiden sich „neue“ und „alte“ Tweets also kaum. Sehr prominent sind hingegen Spendenmöglichkeiten platziert. Als ich auf den entsprechenden Button klicke, springt mir doch tatsächlich ein großes Pop-Up ins Auge. „YOU’VE BEEN SELECTED“, heißt es da. Ich wurde auserwählt? Das klingt ja toll. „Präsident Trump will deinen Namen ganz oben auf der Spenderliste sehen“. Das klingt gar nicht mehr so toll.

Vielleicht sollte Trump jemand mitteilen, dass er nicht mehr Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika ist. Aber die Wahrheit kommt ja bekanntlich sowieso ans Licht. Auch lustig: ein Trump-Sprecher verkündete, dass die kürzlich online gegangene „Kommunikationsplattform“ gar nicht die angekündigte neue Social-Media-Plattform des Ex-Präsidenten sei. Dazu würde es aber bald neue Informationen geben. Kann man glauben, muss man aber nicht.

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Übrigens: eine Diskussion, in welchem Maß Internetgiganten in Meinungsäußerungen eingreifen dürfen, muss selbstverständlich geführt werden. Und sowas hat man schon immer am besten an Extrembeispielen diskutiert. Immerhin dafür ist Donald Trump gut. Twitter hatte Trumps Account nach dem Sturm auf das Kapitol mit der Begründung gesperrt, es gäbe „das Risiko weiterer Anstiftung zur Gewalt“.

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