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Die Kunst & das Leben: eine Hängepartie
Neue Ausstellung im Museum für Konkrete Kunst: 16.01. – 01.05.22
Selten passte der Name einer Ausstellung so perfekt zum Zeitgeschehen wie dieser: „Hängepartie. Kunst mit offenem Ende“. Hängepartie, damit assoziiert man unweigerlich diesen fast schon unerträglichen Schwebezustand der Corona-Pandemie. Kunst aber kann selbst unter extremsten Umständen Hilfestellung bieten. Genau das will das MKK-Team um Direktorin Theres Rohde mit der neuen Ausstellung aufzeigen. espresso durfte vorab hineinschnuppern.
„Wir alle befinden uns gerade in einem gewissen Schwebezustand, die Kunst und Kultur umso mehr. Das MKK hat daraus eine Ausstellung mit Werken aus der Sammlung sowie internationalen Gästen gemacht, die Platz sowohl für Problematisierung und Humor wie auch Ästhetik gibt“, heißt es in einer Pressemitteilung des Ingolstädter Museums.
Kunst und Kultur lassen sich eben nicht unterkriegen, auch wenn – angesichts des Pandemie-Dauerzustandes – nicht nur einmal Alarmstufe Rot ausgerufen werden musste. Das MKK möchte aber eben gerade nicht in Schockstarre verfallen, sondern „in der Hängepartie Potential für Haus, Kunst und Publikum erkennen.“ Oder anders ausgedrückt: aus einer unwegsamen Situation kreatives Potenzial schöpfen und somit Künstler*innen, Besucher*innen und dem Museum selbst Halt in einer zerfahrenen Zeit bieten.
Von der Schachpartie zur Hängepartie und wieder zurück
Die Hängepartie ist ein Begriff aus der Schachwelt. War früher nach 5 Stunden kein Sieger gefunden, wurde die Entscheidung vertagt. Der Begriff fand Einzug in die Alltagssprache und blieb bis heute. Die Wortherkunft spiegelt sich in der Ausstellung wider, so manches Werk hat deutlichen Bezug zum Schach. Sogar ein Schachbrett gibt es, auf dem Besucher*innen eine Partie spielen können.
Aus über 2.200 Figuren – allesamt Bauern – besteht das Werk. Doch auch wenn alle „nur“ Bauern sind, gibt es dennoch große Unterschiede zwischen den einzelnen Figuren.
Noch eine Hängepartie: die Eröffnung des neuen MKKD. Ursprünglich war diese für 2022 angesetzt, dieser Zeitplan lässt sich allerdings nicht erfüllen, wie Museumsdirektorin Theres Rohde im Interview mit espresso erklärte. Beim heutigen Presserundgang war von einer Eröffnung im Jahr 2024 die Rede.
Ein Stelldichein namhafter Künstler*innen
Für die Ausstellung „Hängepartie“ haben namhafte Künstlerinnen und Künstler, darunter Stars der aktuellen Kunstszene, die Einladung nach Ingolstadt angenommen und tragen mit sehr unterschiedlichen Werken zu einer abwechslungsreichen Schau bei. Darunter etwa die documenta-Teilnehmerin Nevin Aladağ, Ceal Floyer, der der renommierte Preis der Nationalgalerie verliehen wurde und der international beachtete Gregor Hildebrandt.
Auch aus der Sammlung des MKK und der Stiftung für Konkrete Kunst und Design wurden Werke für die Ausstellung „Hängepartie“ ausgewählt.
- René Acht
- Nevin Aladağ
- Hartmut Böhm
- Monika Brandmeier
- Afra Dopfer
- Marcel Duchamp
- John Cage
- Karl Duschek
- Knopp Ferro
- Ceal Floyer
- Franziska Furter
- Camille Graeser
- Edgar Gutbub
- Dieter Hacker
- Stef Heidhues
- Vanessa Henn
- Gregor Hildebrandt
- François Morellet
- Hannah Rath
- Alf Schuler
- Jesús Rafael Soto
- Timm Ulrichs
- Heike Weber
- Sebastian Wickeroth
- Ludwig Wilding
Anstelle eines Ausstellungskatalogs bringt das Museum für Konkrete Kunst eine limitierte Bildersammlung mit begleitenden Texten heraus. Mithilfe eines einfachen Nagels und einer Foldback-Klammer können so die heimischen Wände zur eigenen wechselnden Ausstellungsfläche werden.
Erhältlich an der Museumskasse. Preis: 29 €
Rund um die Ausstellung ist ein großes Rahmenprogramm geplant, von einem Aktivposter für Kinder über digitale Künstler*innengespräche bis hin zu einem Turnier Blindsimultanschach, bei dem Ex-Weltmeister Marc Lang gegen fünf Prominente aus der Region antreten wird. Die Termine und weitere Infos finden Sie (bald) auf der Webseite des MKK.

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