Plastikfrei-Challenge: Tag 1

Foto: unsplash.com

Wie schwierig ist es wirklich, auf Plastik im Alltag zu verzichten? Unser Redakteur macht den Selbstversuch.

Eine Welt ohne Plastik wäre wünschenswert. Für die Tiere, für den Planeten, auf dem wir leben, aber vor allem auch für uns Menschen. Denn wenn wir so weiter machen wie bisher und immer mehr Plastik produzieren, das erst in Hunderten von Jahren abgebaut wird, steht am Ende der Rechnung ein gewaltiger Berg Unrat, den wir nicht nur der Natur zumuten, sondern letztendlich auch uns selbst.

Zusammen mit meiner Freundin versuche ich deshalb schon seit einiger Zeit, auf Plastik zu verzichten. Zumindest bei den Produkten, bei denen es ohne großen Aufwand möglich ist. Für Obst und Gemüse nutzen wir im Supermarkt eigene Stoffbeutel, statt Flüssigseife aus dem Beutel gibt es bei uns Hartseife aus der Karton-Verpackung und statt herkömmlichem Waschmittel kommen bei uns seit einigen Wochen Waschnüsse zum Einsatz. Trotzdem ist unser Gelber Sack schneller wieder gefüllt als es uns lieb ist!

Das wollen wir ändern. Mit ein bisschen mehr Einsatz lässt sich eine große Veränderung erreichen, da sind wir uns sicher. Deshalb starten wir jetzt eine 7-Tage-Challenge. Das Ziel: Keine Produkte mehr kaufen, die im Gelben Sack landen würden. Der Gelbe Sack soll also idealerweise bis zum Ende der Challenge leer bleiben. Wird uns das gelingen? Wo werden die größten Herausforderungen lauern? Wie wir uns schlagen, werde ich hier in den nächsten Tagen tagebuchartig festhalten.  

Tag 1: Die ersten Schritte

Am ersten Tag wird es gleich ernst. Wir brauchen beide neue Shampoos und Deoroller. Ein neues Haargel für mich müsste auch mal wieder her. Plastikfrei sind solche Pflegeprodukte im normalen Supermarkt  eher schwierig zu finden, deshalb versuchen wir unser Glück beim „basic Biosupermarkt“ in Ingolstadt. Ich kenne den Laden bisher nur aus der Ferne, eingekauft habe ich dort noch nie, ganz einfach aus Kostengründen. 

Im Biosupermarkt erleben wir die erste positive Überraschung. Im Eingangsbereich fällt uns sofort eine große Wand mit unverpackten Lebensmitteln ins Auge. Es ist alles da, was man braucht: Nüsse, Getreide, Hülsenfrüchte, Kerne und Samen, verschiedene Müslimischungen und sogar Knabbereien wie Salzbrezeln und Gummibärchen. Man füllt die Lebensmittel seiner Wahl ganz einfach in selber mitgebrachte Edelstahlboxen, Gläser oder andere Gefäße (alternativ kann man dort auch Glasgefäße kaufen), wiegt das ganze und bezahlt dann am Schluss an der Kasse. 

Direkt gegenüber steht ein Regal mit einer großen Auswahl an plastikfreien Produkten für den Alltag: Shampoos, Waschmittel, Deos, Rasierhobel und vieles mehr. Bei unserem Streifzug durch den Biosupermarkt finden wir alles, was wir brauchen. 

Wir verlassen den Laden schließlich mit einem Block Haarseife, zwei Zahnbürsten aus Bambus, einem Deoroller aus Pappe und einer Handvoll Leinsamen, die wir uns aus dem Unverpackt-Sortiment abgefüllt haben. Die Leinsamen möchte ich nutzen, um mir daraus ein Haargel selber zu machen. Alle Produkte kommen ohne Plastik aus und bestehen nur aus natürlichen, nachwachsenden Rohstoffen. Wir sind sehr zufrieden mit unserem ersten plastikfreien Einkauf und nehmen uns vor, in Zukunft auf jeden Fall öfter dort einzukaufen

Der Unverpackt-Bereich im basic Biosupermarkt in Ingolstadt (Levelingstraße 3)

Selbermachen spart Plastik

Viele alltägliche Kosmetikprodukte lassen sich auch selber herstellen. Und das aus ganz einfachen Hausmitteln. Ausprobiert habe ich es noch nie. Doch jetzt gibt es keine Ausreden mehr. Deshalb habe ich mir Leinsamen gekauft, denn daraus soll sich laut diverser Blog-Artikel ganz einfach ein Haargel-Ersatz herstellen lassen. Das Haargel fülle ich in einem Glasgefäß ab. Das selbstgemachte Deo fülle ich in meinen alten Deoroller, der sich zum Glück ganz leicht auseinandernehmen und wieder befüllen lässt. 

Die Anleitungen für Deoroller und Haargel habe ich bei smarticular.net gefunden. Hier gibt es für so gut wie alles eine plastikfreie Alternative inklusive Anleitung. 

Deo aus Speisestärke und Natron

Zutaten:

  • 100 ml Wasser
  • 2 TL Natron
  • 1 bis 2 TL Speisestärke
  • nach Bedarf ätherisches Öl für den Duft
  • ein leerer Deoroller
Foto: smarticular.net
Schritt 1:
100 ml Wasser in einem Topf erhitzen und 1-2 Teelöffel Speisestärke unterrühren. Kurz aufkochen lassen, bis eine leicht sirupartige Konsistenz erreicht ist – bei Bedarf mehr Stärke hinzugeben.
Schritt 2:
Das Gel so weit abkühlen lassen, bis es noch handwarm ist und dann zwei Teelöffel Natron unterrühren, bis es sich aufgelöst hat.
Schritt 3:
Für einen dezenten Duft und eine zusätzliche Wirkung gegen Schweiß und Bakterien circa fünf Tropfen ätherisches Öl hinzu geben und gut umrühren.
Schritt 4:
Das fertige Deo in den leeren Deoroller füllen.
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Haargel aus Leinsamen und Honig

Zutaten:

  • 20 g Leinsamen
  • 500 ml Wasser
  • 1/2 TL Honig
  • Glasflasche zur Aufbewahrung
Foto: Adobe Stock / bit24
Schritt 1:
Leinsamen und Wasser gemeinsam aufkochen, dann ca. 5 Minuten bei mittlerer Hitze köcheln lassen, bis die Masse ungefähr die Konsistenz von Eiweiß hat.
Schritt 2:
Die Leinsamen vom Wasser absieben. Inzwischen sollte die Masse schon etwas dickflüssiger geworden sein.
Schritt 3:
Honig zum Leinsamengel geben und vorsichtig einrühren.
Schritt 4:
Masse durch einen Trichter in eine passende Glasflasche füllen.
Voriger
Nächster

Achtung: Das Haargel sollte innerhalb einer Woche bei normaler Lagerung aufgebraucht werden. Im Kühlschrank hält es sich einige Tage länger.

Fazit Tag 1

Deo und Haargel waren wirklich super einfach herzustellen. Die Zutaten sind sehr günstig und man verzichtet komplett auf Plastik. Wenn die DIY-Produkte sich auch im täglichen Einsatz bewähren, werde ich in Zukunft bei dieser Methode bleiben. Der Besuch des Biosupermarkts hat mir gezeigt, dass es auch in Ingolsatdt Anlaufstellen mit einem großen Angebot an plastikfreien Produkten gibt. Man muss sie nur finden.

Um die Suche zu erleichtern, hier eine Liste mit Läden in der Region 10, die unverpackte Lebensmittel anbieten:

Wenn ihr weitere Läden im Raum Ingolstadt kennt, die einen plastikfreien Lifestyle unterstützen, könnt ihr mir gerne schreiben: goetz.c@espresso-mediengruppe.de

Beim nächsten Mal werde ich von meinem (hoffentlich) plastikfreien Wochen-Lebensmittel-Einkauf berichten, den Unverpackt-Laden NurINpur in Ingolstadt besuchen und weitere DIY-Tipps geben, mit denen sich ganz einfach Plastik sparen lässt.

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