Wenn einfach alles stimmt

Die Hochzeit von Sandra und Robert

Sandra und Robert haben sich für ihre Hochzeit lange Zeit gelassen. Als es dann soweit war und die Planungen begannen, kreuzte Corona ihre Pläne. Trotzdem schafften sie es, ihre Traumhochzeit in die Tat umzusetzen. Über ein Paar, das im richtigen Moment das Quäntchen Glück auf seiner Seite hatte.

Das Brautpaar

Sandra ist 34 Jahre alt, arbeitet als Fachbereichsleitung in einer KiTa bei der Stadt Ingolstadt | Robert ist 37 Jahre alt, von Beruf IT-Projektleiter bei Audi

Die Geschichte von Sandra und Robert beginnt auf einer Party. Es ist das Jahr 2006, Januar, die Kälte draußen treibt die Leute nach Drinnen zum Feiern. In der Saturn Arena wird eine Fußball-Party gefeiert und wie das Schicksal es so will, sind Sandra und Robert an diesem Abend beide dort. Robert gibt als Barkeeper Getränke aus, er weiß noch nichts von seinem Glück. Sandra kommt zu ihm an die Bar, sie bestellt Getränke, es ist das erste Aufeinandertreffen. Die Chemie stimmt auf Anhieb, sie teilen den gleichen Humor, ihnen gefällt die sympathische und gelassene Art des Gegenübers. Die beiden kommen ins Gespräch, im Laufe des Abends tauschen sie Handynummern aus. Schon nach ein paar Treffen ist ihnen klar, dass das zwischen ihnen etwas Besonderes ist. Sie zögern nicht lange und ziehen zusammen. Die Jahre vergehen. Sie ziehen in ein Haus. Die Geburt des ersten Kindes, dann des zweiten. Sie üben das Zusammenleben, wie sie heute scherzhaft sagen: „Das, was andere Brautpaare erst nach der Hochzeit erfahren und erleben, haben wir schon im Voraus erfolgreich erprobt.“

Wenn man so lange zusammen ist, weiß man einfach, wie der andere tickt, was man wann sagen darf und wann man lieber die Klappe halten sollte. Das schätzen Sandra und Robert an ihrer Beziehung am meisten. Und: „Wir können uns immer blind aufeinander verlassen und wissen, dass wir auch in schwierigen oder stressigen Zeiten füreinander da sind.“

„Wir können uns immer blind aufeinander verlassen und wissen, dass wir auch in schwierigen oder stressigen Zeiten füreinander da sind.“

Kleid: Mein Hochzeitsladen

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Anzug: MEN Mode 

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Location: Schloss Hofstetten

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Fotos: Herzmomente Fotografie

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Der Antrag

Was lange währt, wird endlich gut, heißt es ja bekanntlich. 12 Jahre sind seitdem Kennenlernen vergangen, als Robert all seinen Mut zusammennimmt und die Frage aller Fragen stellt. Es ist ein Tag im September 2018, die Familie macht einen Stadtausflug nach Graz. „Ich habe damit überhaupt nicht gerechnet“, erinnert sich Sandra. „Wenn man schon so lange zusammen ist und viele Möglichkeiten ins Land gestrichen sind, denkt man nicht, dass so etwas kommen könnte. Im Nachhinein wurde mir dann klar, warum er sich den ganzen Vormittag so komisch benommen hat und kurz vorher noch schnell auf die Toilette musste. Als Robert vor mir auf die Knie gegangen ist, habe ich ganz schockiert gefragt: Was machst du denn jetzt?“ Der Antrag war ganz spontan entstanden. Robert hatte den Ring erst einen Tag vor der Fahrt in den Urlaub besorgt und heimlich im Auto versteckt. „Ja, es war eine eher kurzfristig geplante Aktion“, gibt er zu. „Aber ein wohl bedachter Entschluss!“

„Es war sehr lange unklar, ob wir überhaupt heiraten können. Gedanklich haben wir schon die verschiedenen Varianten der erlaubten Personenzahlen durchgespielt.“

Die Planung

Als Sandra und Robert Anfang 2019 mit der Planung für die Hochzeit begannen, lag Corona noch in weiter Ferne. Als Location entschieden sie sich schon früh für das Schloss in Hofstetten, denn es brachte die Wünsche der beiden zusammen: Robert wollte eine große Hochzeit mit kirchlicher Trauung und großer Feier mit seiner Fußballmannschaft. Sandra wollte am liebsten nur eine standesamtliche Hochzeit mit kleinem Essen mit der Familie im Anschluss. Im Schloss Hofstetten waren sowohl die standesamtliche Trauung als auch die Feier und Übernachtung möglich, deshalb entschieden sie sich schnell für die Location.

Da das Brautpaar recht spät dran war, waren noch genau zwei Termine frei: Einer im Mai und der 3.10.2020. Im Nachhinein war es ein riesiger Glücksfall, dass sie sich für den Termin im Oktober entschieden hatten, denn Corona kam um die Ecke und wirbelte alles durcheinander. „Es war sehr lange unklar, ob wir überhaupt heiraten können“, erzählt Sandra. Zuerst der Lockdown im Frühling, keine Hochzeiten möglich, dann im Sommer die Lockerungen, es sah wieder vielversprechend aus. Die beiden erlebten ein Wechselbad der Gefühle. Zwei Wochen vor ihrer Hochzeit mussten sie noch einmal bangen, die Inzidenzen stiegen wieder. „Gedanklich haben wir schon die verschiedenen Varianten der erlaubten Personenzahlen durchgespielt“, erinnert sich Robert. Am Dienstag vor der Hochzeit kam die finale Entscheidung der Regierung: es durfte geheiratet werden. Die Erleichterung war riesig.

„Unsere Kinder waren so aufgeregt und übertrieben brav an dem Tag, dass wir sie gar nicht wiedererkannt haben“

Die Hochzeit

Die Hochzeit von Sandra und Robert zeigt, wie schön eine rein standesamtliche Trauung sein kann. „Es war sehr emotional.“ Sandra erinnert sich gerne daran zurück. „Der Standesbeamte hat unsere Geschichte erzählt und die Lieder, die gesungen wurden, gingen jedem unter die Haut.“ Der Moment nach der Trauung, als sie aus dem Schloss-Tor ins Freie traten, wo schon all ihre Freunde auf sie warteten, war für die beiden das nächste große Highlight.

Ganz besonders in Erinnerung geblieben ist ihnen auch das Verhalten ihrer beiden Söhne. „Wir haben uns schon fast Sorgen gemacht. Sie waren so aufgeregt und übertrieben brav an dem Tag, dass wir sie gar nicht wiedererkannt haben“, lacht Robert. „Bei der Trauung durften sie uns die Ringe und das Stammbuch bringen, wahrscheinlich waren sie deshalb so aufgeregt. Nach der Trauung ist dann aber die Anspannung auch bei ihnen abgefallen und sie konnten mit den anderen Kindern feiern.“ Die Feier selbst war genau so, wie Sandra und Robert sie sich vorgestellt und erträumt hatten. Sie fand in der Remise vor Ort statt, es gab Kaffee und Kuchen, eine Band spielte, der Hochzeitstanz wurde aufgeführt und am Abend gab es noch eine Ape-Bar, ein Feuer und eine Fotobox, sodass einer gelungen Feier nichts mehr im Weg stand.

Zwei Tage nach der Hochzeit ging es für die ganze Familie in die Flitterwochen. Auch hier hatten sie wieder Glück im Corona-Unglück: In weiser Voraussicht hat Sandra nicht wie geplant ein Hotel in Tirol gebucht, sondern das Kinderhotel Landhaus zur Ohe im Bayerischen Wald. Ein paar Tage vor der Hochzeit wurde Tirol zum Risikogebiet erklärt. Umso mehr genossen die vier ihre verdiente Auszeit nach dem Hochzeitsstress.

Eine Botschaft hat das Brautpaar noch zum Abschluss: „Vielen Dank an unsere Freunde und Familie und alle beteiligten Dienstleister, die uns diesen unvergesslichen Tag ermöglicht haben. Übrigens: Die Dankeskarten kommen noch – wir haben euch nicht vergessen!“

Die Beteiligten

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