Plastikfrei-Challenge: Der Wocheneinkauf

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Eine Woche ohne Plastik, ist das möglich? Unser Redakteur macht den Selbstversuch. Eine Woche lang keine neuen Produkte kaufen, die Plastik enthalten, das ist das Ziel.

Nach dem ersten Tag unserer Plastikfrei-Challenge sind wir positiv gestimmt. Allerdings hatten wir bisher auch nur ein paar Pflegeprodukte benötigt. Jetzt am dritten Tag entscheidet sich für uns, ob auch ein plastikfreier Einkauf für eine ganze Woche möglich ist.

Vorbereitung ist das A und O. Glücklicherweise sind wir beide Menschen, die ihre Einkäufe gerne im Voraus planen. Wir suchen uns sieben Rezepte aus, die wir in der nächsten Woche kochen möchten, eins für jeden Tag. Dass wir nicht alle  Zutaten im Supermarkt bekommen, ist klar. Wir entscheiden uns, den Großteil im Supermarkt (Kaufland) zu kaufen und alles, was es dort nicht gibt, hoffentlich im Unverpackt-Laden NurINpur ergattern zu können.

Beim Gemüse und Obst haben wir Glück. Wir finden alles, was wir auf der Einkaufsliste haben, ohne Plastikverpackung. Nur bei den Artischocken müssen wir zu der eingemachten Variante im Glas greifen. Das Glas werden wir nach dem Verzehr der Artischocken weiter zur Lagerung von Lebensmitteln verwenden, daher werten wir es nicht als Plastikmüll, obwohl der Deckel streng genommen im Gelben Sack landen würde.

Der "Milkbot": Der Wellheimer Landwirt Roland Moll hat in den beiden Kaufland-Filialen in Ingolstadt insgesamt vier Milchautomaten aufgestellt. Die Milch stammt aus seinem Betrieb im Altmühltal. Zum Abfüllen kann man sich entweder aus dem Automaten daneben eine leere Milchflasche ziehen oder man verwendet einen eigenen Behälter.

Der Fokus verschiebt sich

Was uns auffällt: Das riesige Sortiment eines Giganto-Supermarkts wie Kaufland wird sehr schnell sehr viel kleiner, wenn man den Plastik-Filter aufsetzt. Zwei Regale voller Kaffee, Bohnen und Pulver, doch keine einzige plastikfreie Verpackung. Ähnlich bei den Nudeln: Hier versteckt sich in dem riesigen Angebot genau eine Packung, die ganz ohne Plastik auskommt. Bei vielen ist zumindest ein kleines Plastikfenster verbaut, damit der Kunde das Produkt durch die Packung sehen kann. Braucht es das wirklich? Könnte man das nicht einfach weglassen?

Es ist erstaunlich, wie schnell sich die Warhnehmung ändert, schon an Tag 3 unserer Plastikfrei-Challenge sortiert unser Gehirn beim Streifzug durch den Supermarkt sehr schnell alles aus, was Plastik enthält. Das macht den Einkauf aber auf eine gewisse Weise auch entspannter. Durch die künstliche Verknappung muss man weniger Entscheidungen treffen. Dazu kommt das Erfolgsgefühl, wenn man wirklich kein einziges Stück Plastik gekauft hat. Und das ist uns tatsächlich gelungen.

Ja, man muss verzichten, ich hätte mir zum Beispiel gerne ein Eis gegönnt, aber keines ohne Plastik gefunden. Wenn ich weiß, dass ich für einen guten Zweck verzichte, tue ich das aber gerne. Und mache mein Eis einfach selber – dann schmeckt es auch gleich noch besser. Bei all dem Luxus, von dem wir umgeben sind, ist ein bissschen Verzicht-Lernen und der Fokus auf das wirklich Wichtige wahrscheinlich gar nicht so verkehrt.

Unser plastikfreier Einkauf, Teil 1

Wunderland des guten Gewissens

Jetzt geht es weiter in den Unverpackt-Laden NurINpur, es ist für uns beide der erste Besuch dort. Eröffnet im Herbst 2018, ist NurINpur heute die erste Adresse für alle, die in Ingolstadt gerne unverpackt einkaufen und auf Bio-Qualität setzen. Der Unverpackt-Laden besteht aus drei Räumen und einem Café/Biergarten im Außenbereich, wo man gemütlich im Grünen Kaffee und Kuchen oder eine Bio-Limonade zu sich nehmen kann.

Das Prinzip ist simpel: Man bringt ausreichend Gläser, Boxen, Flaschen, etc. mit, wiegt sie zuerst leer, schreibt das Gewicht mit einem Klebeetickett darauf, befüllt alles mit den Lebensmitteln seiner Wahl und zu guter Letzt wird an der Kasse vom freundlichen Verkaufsteam abgerechnet. Wir finden fast alles, was wir brauchen. Sogar Crème fraîche, saure Sahne und frischen Käse, alles drei Dinge, bei denen wir fast schon die Hoffnung aufgegeben hatten, sie plastikfrei zu bekommen. Was wir leider nicht gefunden haben: Gnocchi und ätherische Öle, mit denen wir Spülmittel selber herstellen wollten. Die Gnocchi werden wir jetzt selber machen, und das Spülmittel wird bestimmt auch ohne Duftstoffe gelingen. Die sympathische Verkäuferin von NurINpur versicherte uns aber, dass sie die Idee mit den ätherischen Ölen auf jeden Fall notieren werde. Vielleicht werden sie schon bald das Sortiment ergänzen.

Ja, die Produkte sind teurer als im Supermarkt, trotzdem haben wir insgesamt für den Wocheneinkauf genau so viel ausgegeben wie sonst auch. Das liegt vermutlich daran, dass wir auf Luxus weitestgehen verzichtet und uns wirklich aufs Wesentliche beschränkt haben. Und zum Zweiten haben wir auch nur die Mengen gekauft, die wir wirklich benötigen, im Müll wird dieses Mal bestimmt nichts landen.

Unser plastikfreier Einkauf, Teil 2

Insgesamt sind wir sehr zufrieden, wie der Wocheneinkauf gelaufen ist. Wir mussten kaum auf etwas verzichten. Die Kombination aus Supermarkt und Unverpackt-Laden ist für uns persönlich die beste Variante, auch weil die Gemüseauswahl beim Unverpackt-Laden einfach nicht mit der großen Auswahl eines Supermarkts mithalten kann. Ansonsten hat uns der Unverpackt-Laden sehr begeistert und wir werden auf jeden Fall wiederkommen, um uns durch all die Leckereien durchzuprobieren.

Zum Abschluss habe ich noch zwei Rezepte herausgesucht, mit denen man alltägliche Lebensmittel ganz einfach selber machen kann. Die Rezepte stammen von smarticular.net. Hier gibt es für so gut wie alles eine plastikfreie Alternative inklusive Anleitung.

Foto: AdobeStock / nadianb

Milch aus Haferflocken

Mein persönlicher Favorit unter den selbstgemachten Milchen. Schmeckt zum Kaffe, zum Müsli und lässt sich problemlos wie Milch weiterverarbeiten.

Milch lässt sich auch aus Nüssen, Erbsen, Reis und vielem mehr ganz leicht selber machen. Hier findet ihr ein paar Anregungen und Anleitungen zum Ausprobieren.

Das braucht ihr

  • 1 L kaltes Wasser 50-
  • 100 g Haferflocken (Zarte Haferflocken lassen sich unmittelbar verarbeiten. Bei Verwendung kerniger Flocken empfiehlt es sich, sie zuerst für circa zehn Minuten im Wasser einzuweichen.
  • 1 Prise Salz optional
  • 3-5 Datteln
  • Standmixer oder Stabmixer – je leistungsfähiger desto besser
  • Feines Sieb, Nussmilchbeutel (gibt es auch plastikfrei), Passiertuch oder ein dünnes Geschirrtuch

So geht's

  1. Wasser und Haferflocken in den Mixbecher geben.
  2. Eine Prise Salz und optional eine Süße deiner Wahl hinzufügen.
  3. Für 2-3 Minuten auf hoher Stufe mixen. Darauf achten, dass sich das Wasser dabei nicht zu stark erwärmt, denn sonst kann eine glibberige Konsistenz entstehen, ähnlich wie bei Haferschleim. Vorbeugen kannst du, indem du 2-3 Eiswürfel mit in den Mixer gibst.
  4. Die fertige Milch durch ein engmaschiges Sieb oder einen Nussmilchbeutel abgießen und die Reste gründlich ausdrücken.
Foto: AdobeStock / Studio Gi

Schoko-Brotaufstrich

Der Klassiker unter den Brotaufstrichen lässt sich auch ganz einfach selber machen. Im Handel erhältliche Markenprodukte enthalten leider oft Palmöl, dessen Herstellung wegen der negativen Folgen für das Ökosystem in der Kritik steht.

Für die Zubereitung eignet sich am besten eine Küchenmaschine oder ein flacher Standmixer.

Das braucht ihr

  • 200 Gramm geschälte Haselnüsse
  • 100 Gramm palmölfreie Vollmichschokolade, Kuvertüre oder Reismilchschokolade
  • 8 EL Puderzucker, Reissirup oder eine andere Zuckeralternative
  • 2 EL Erdnussöl
  • 2 EL ungesüßter Kakao
  • nach Belieben Vanille oder Vanille-Aroma

So geht's

  1. Die Nüsse ca. 25 Minuten bei 150 Grad im Ofen rösten
  2. In einem Mixer die Nüsse zu feinem Pulver zerkleinern
  3. Den Puderzucker hinzugeben und weiter mixen
  4. Öl, Kakao, und Vanille hinzugeben und alles zusammen mixen
  5. Abschließend die Schokolade dazugeben und vorsichtig mischen, bis die gewünschte, cremige Konsistenz erreicht ist

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