Inked for life

Seit April gibt es in Ingolstadt das Studio "Cleopatra Ink", Inhaber Pepo Venus hat sich der Aktion rund um das Organspendetattoo direkt angeschlossen | Foto: Sebastian Birkl

Das Organspende-Tattoo soll Leben retten

Bei Organspenden gilt in Deutschland die sogenannte Zustimmungsregelung, auch Opt-In genannt. Der Münchner Verein Junge Helden e.V. spielt mit seiner Kampagne Opt.Ink darauf an (Ink = Tinte). Der Verein hat es sich zum Ziel gemacht, über Organspenden zu informieren und Aufmerksamkeit auf das Thema zu lenken. Dafür haben die Gründer das Organspende-Tattoo ins Leben gerufen.

Das Tattoo soll zeigen: Ich will spenden! Die Idee dahinter ist aber auch: Wer sich das Tattoo stechen lässt, spricht mit Angehörigen darüber – und das ist im Todesfall besonders wichtig. Nur eine Minderheit der Bevölkerung hat ihren Willen zur Organspende schriftlich dokumentiert, z.B. über einen Organspendeausweis oder eine Patienverfügung. Angehörige müssen also, wenn zu Lebzeiten das Thema nicht besprochen wurde, nach dem mutmaßlichen Willen des Verstorbenen entscheiden. Eine vermeidbare Belastung. Das Organspende-Tattoo wird aktuell in rund 150 Tattoo-Studios gestochen – und zwar kostenlos.

Pepo Venus, Inhaber des Ingolstädter Tattoo-Studios Cleopatra Ink

Der Großteil befürwortet Organspenden, die Minderheit hat einen Organspendeausweis

869 Menschen spendeten 2022 in Deutschland nach ihrem Tod ein oder mehrere Organe, wodurch 2.695 schwer kranken Patient*innen geholfen werden konnte. Die Zahl der Menschen auf der Warteliste ist jedoch deutlich höher: 8.505 Menschen warteten 2022 auf ein Spenderorgan. „Wir stehen bei der Organspende immer noch vor großen Herausforderungen“, sagt Dr. Axel Rahmel von der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO). Die DSO meldete einen Rückgang an Organspenden zum Vorjahr um 6,9 %.

Auffallend: laut einer repräsentativen Umfrage sehen in Deutschland 84 % die Organspende eher positiv, 73 % wären sogar bereit, selbst Spender*in zu werden. Jedoch hatten nur 40 % im Jahr 2022 einen Organspendeausweis. Hier setzt der Verein Junge Helden an, Aufklärung ist das oberste Ziele der Kampagne rund um das ins Leben gerufene Organspende-Tattoo. „Entscheidend ist die Entscheidung“, heißt ein Slogan der Kampagne – und diese Entscheidung soll sichtbar sein und zum Gespräch über den eigenen Willen führen. Prominente Unterstützer*innen wie der Schauspieler Jürgen Vogel oder die Moderatorin Johanna Klum sind mit an Bord.

Das Tattoo wird kostenlos gestochen

Pepo Venus, Inhaber des Tattoostudios Cleopatra Ink (Am Stein 9, IN), musste nicht lange überlegen, als er von der Aktion hörte. Auch in seiner Familie hätte jemand eine Organspende benötigt, erzählt er. „Dadurch haben wir gemerkt, wie gering das Angebot ist und wie viele eigentlich ein Organ bräuchten“, sagt Pepo. Das kostenlose Tattoo wird in seinem Studio bereits gut angenommen. Auch die 24-jährige Geisenfelderin Anna hat es sich bei Cleopatra Ink stechen lassen: „Ich habe mich für das Tattoo entschieden, um direkt darauf aufmerksam zu machen, dass ich Spender bin und um meinen Angehörigen im Ernstfall die Entscheidung abnehmen zu können.“
Annas frischgestochenes Organspendetattoo | Das Design: Ein Halbkreis wird mit einem weiteren Halbkreis zum Ganzen. Ein Symbol für das Geschenk des Lebens - die Organspende. Der obere Kreis bildet zudem ein O für Organ, der mittlere Halbkreis ein D für Donor (= Spender)

Mehr Infos zur Tattoo-Aktion des Vereins Junge Helden gibt es hier.

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