Eine Ode an die Langeweile

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Eine Ode an die Langeweile

Bored Nation: Musik für Fans der Deftones, Foo Fighters, Biffy Clyro, Basement oder Superheaven | Fotos: Germaine Nassal / germainenassal.com

Handgemachter Gitarrenrock – wie in den guten alten Zeiten der 90er & 2000er. Dafür steht Bored Nation. Ende 2019 hat sich das Ingolstädter Trio aus Oliver Gries, Stefan Zandtner und Marco Rödig formiert. Kürzlich erschien ihre zweite EP.

Oliver, eure Eigenbezeichnung lautet: „BORED NATION ist eine Ode an die Langeweile, die uns allen mal ganz guttun würde.“ Hand aufs Herz: Vor allem was Konzerte und sonstige Events angeht, das war doch jetzt in Corona-Zeiten wirklich genug Langweile oder nicht?
In der Tat, der Slogan stammt noch aus dem Jahr 2019, also vor der Pandemie. Aber ja, inzwischen geht uns das schon sehr ab. Jetzt geht es ja wieder von vorne los mit den Einschränkungen. Leider liegt das nicht in unserer Hand und ist auch anders nicht machbar. Ich denke, eine große Anzahl an Bands und Musikern (uns eingeschlossen) hat die Zeit genutzt, um Songs zu schreiben und diese aufzunehmen. Aber man fragt sich dann schon, wie das weiter gehen soll.

Oliver Griess - Gitarre/Gesang -
Viele – Deftones, Basement, Superheaven, Turnstile

Am 5.11. erschien eure zweite EP „Green“. Worin unterscheidet sie sich von der ersten, was blieb gleich? Zunächst mal ist das Cover grün (lacht). Ansonsten hat sich hinsichtlich Produktion, Songwriting und Stil nicht viel verändert. Wie schon bei der ersten Aufnahme haben wir Instrumente und Gesang in unserem Proberaum aufgenommen und dann in meinem Heimstudio gemischt und gemastert. Wir werden das Farbkonzept noch für zwei weitere EPs weiterverfolgen und das Ganze dann vielleicht zu einem ganzen Album zusammenführen. Auch musikalisch werden wir uns weiter im Genre Alternative Rock bewegen.

Stefan Zandtner - Schlagzeug -

Den Track „In The Woods“ habt ihr ausgekoppelt, er ist u.a. auf YouTube zu hören. Das Thema selbst ist ein schweres und handelt von jemandem, der von Selbstzweifeln geplagt ist und sich von der Außenwelt zurückzieht. In der Corona-Zeit hatten wir natürlich alle viel Zeit zum Nachdenken und der ein oder andere fiel sicher auch in ein mentales Loch. Ist „In The Woods“ als Ausdruck davon zu verstehen?
Der Song ist tatsächlich im ersten Lockdown entstanden, ursprünglich bzw. basierend auf einem Sample, das ich beim Radiohören aufgeschnappt hatte. Thematisch dreht es sich im weitesten Sinne um psychische und physische Gesundheit. Davon, dass man einfach auch oft missverstanden und ausgegrenzt wird, wenn man z. B. mit Depressionen zu kämpfen hat. Das Thema ist ja nicht neu, wurde meiner Meinung nach durch die Pandemie aber noch mal verstärkt. Das Positive daran ist, dass man nun offener darüber spricht und die Stigmatisierung hoffentlich weniger wird.

Marco Rödig - Bass -
Schwierig, denn das wechselt. Queens of the Stone Age, Tool, NIN, Beastie Boys, Portishead – also breit gefächert.
Das ist eine sehr schwierige Frage. Augustiner in kleinen Flaschen vielleicht.
Wenn du mich so fragst – Pink Floyd

„Open Source“ scheint bei euch ein großes Thema zu sein. Die Musikdateien eurer EP Yellow habt ihr auf eurer Webseite zur freien Verfügung für alle bereitgestellt, die eure Musik für einen Remix oder eigene Kreationen nutzen wollen. Warum macht ihr das und ist das auch für die neue EP geplant?
Na ja, wir haben derzeit keine Ambitionen, mit der Musik an sich Geld zu verdienen. Für uns als Band wäre es viel spannender, wenn jemand anders die Musik oder die Spuren nimmt, einen Remix oder ein Mashup damit macht. Die Songs kann beispielsweise auch jeder Videoproducer oder YouTuber nehmen und sie ohne Restriktionen verwenden. Wir gehören keiner Verwertungsgesellschaft an – in Deutschland wäre das die GEMA. Daher haben wir die Freiheit, damit machen zu können, was wir wollen. Die Einnahmen sind für Bands, die das nicht „for a living“ machen, eh nicht der Rede wert. Ja, auch für Green stehen die Dateien inzwischen auf unserer Website www.borednation.de zur Verfügung.

Alle Fotos: Germaine Nassal germainenassal.com

Erste Livekonzerte habt ihr für 2022 geplant. Könnt ihr schon verraten, wo man euch sehen wird?
Wir werden, wenn alles klappt und man im Frühjahr Konzerte spielen darf, ein Konzert im April hier in Ingolstadt spielen. Es werden noch weitere Bands mit dabei sein. Wir freuen uns schon sehr, die Songs mal live zu spielen. Interessierte sollten am besten immer mal wieder die Social Media Kanäle von uns besuchen, da halten wir euch dann auf dem Laufenden und geben bald den Termin und die Location bekannt.

Oliver, vielen Dank für das Interview.

BORED NATION – GREEN
OUT NOW!

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