„Niksen“, die Kunst des Nichtstuns

Tiere haben uns einiges voraus - sie können prima nichts tun | Foto: Adobestock/fongleon356

Nach dem dänischen Hygge und dem schwedischen Lagom ist Niksen der neueste Lifestyle-Trend, der ein glücklicheres Leben verspricht. Doch was steckt genau dahinter?

Wenn es um Lifestyle-Konzepte geht, lassen wir uns gerne von anderen Kulturen inspirieren. Je exotischer die Namen, desto besser. Die Dänen haben uns Hygge geschenkt: Sich zu Hause gemütlich in Decken einmümmeln, Tee trinken und die Wärme des knisternden Kamins genießen. Dann kam Lagom aus Schweden: In allen Bereichen des Lebens genau das richtige Maß zu finden bringt die perfekte Balance. Eine kurze Zeit lang machten auch die Finnen auf sich aufmerksam, mit „Kalsarikännit“, was so viel bedeutet wie „sich in Unterhosen daheim betrinken“, ein Plädoyer für eine zwanglosere Freizeitgestaltung.

„Hygge“ (dänisch für „Gemütlichkeit“) hat vor einigen Jahren viele Fans um sich geschart

Nichts tun ist einfach – oder?

Der jüngste Sprössling aus der Reihe ist Niksen. Das Wort kommt aus dem Niederländischen und bedeutet übersetzt Nichtstun. Niksen soll dabei helfen, Stress zu reduzieren, negative Gedanken loszuwerden und Burnouts vorzubeugen. Klingt ja auch logisch, wer nichts tut, hat auch keinen Stress. In der heutigen Zeit ist genau dieses Nichtstun selten geworden. Was im Niederländischen früher negativ besetzt war und mit Faulenzern und Nichtsnutzen in Verbindung gebracht wurde, ist jetzt für viele von uns eine dringend benötigte Auszeit vom Alltag.

Doch so einfach wie es klingt ist es gar nicht. Denn Niksen heißt nicht Netflix schauen, ein Buch lesen, auf der Couch lümmeln und im Smartphone die Instagramfeeds anderer Leute durchforsten. Beim Niksen geht es wirklich um Nichtstun. Gar nichts. Man lässt die Gedanken schweifen, ohne dabei an etwas Bestimmtes zu denken.

Nichtstun kann heutzutage ganz schön anstrengend sein | Foto: Adobestock/Liudmyla

Keine Meditation, keine Selbstoptimierung

Beim Niksen geht es darum, tatsächlich gar nichts zu tun. Du sollst dich weder auf deine Atmung konzentrieren oder gezielt meditieren noch Mantras aufsagen, die dich angeblich erfolgreicher machen. Genau von diesem ständigen Drang nach Selbstoptimierung unterscheidet sich das Niksen. Wir leben in einer Welt, in der jede freie Sekunde irgendwie effektiv genutzt werden soll. Faulenzer, träge Menschen sind nicht gerne gesehen. Wer keine Leistung bringt, wird weniger angesehen als Workaholics, die kurz vorm Burnout stehen. Da ist es auch fast egal, was man tut, Hauptsache man tut etwas. Paradoxerweise sehnen wir uns aber alle danach, weniger Stress zu haben, nicht dauernd verfügbar sein zu müssen. Niksen soll genau hierbei helfen.
Niksen klappt nicht nur im Urlaub, sondern mit ein wenig Übung auch zu Hause wunderbar

Nichtstun macht glücklich

Nicht umsonst gehören die Niederländer laut dem World Happiness Report 2020 zu den glücklichsten Völkern der Erde. Sie haben die Kunst des Niksens gemeistert. Sie nehmen sich die Zeit, auch mal nichts zu tun und das ohne schlechtes Gewissen. Nichtstun können wir eigentlich alle, viele von uns haben es aber leider verlernt. Wer regelmäßig Phasen des Nichtstuns in seinen Alltag integriert, wird ausgeglichener, glücklicher und dadurch auch effektiver in den Arbeitsphasen. Zusätzlich fördert das Nichtstun auch noch die Kreativität. Die Freiheit der Gedanken und das Ausblenden von Belastungen kann zu tollen Ideen führen, die unter Druck nie entstanden wären.

Doch wie geht Nichtstun richtig? Wir haben einige Tipps gesammelt, die jeder einmmal für sich selbst ausprobieren kann.

Tipps für das perfekte Niksen-Erlebnis

1. Smartphone in den Flugmodus
Es ist zwar zunächst ungewohnt, aber nach einer Weile wird man die Zeit ohne Handy in vollsten Zügen genießen. Keine Nachrichten mehr, keine Anrufe, nichts, worauf man reagieren muss. Das ist die ideale Basis fürs Nichtstun.
2. Bildschirmfreie Zone einrichten
Es kann hilfreich sein, einen Raum in der Wohnung zum digitalen Sperrgebiet zu erklären. Die meisten von uns verbringen sowieso viel zu viel Zeit vor Bildschirmen, da tut es unglaublich gut, all die blinkenden und surrenden Geräte zumindest aus einem Zimmer zu verbannen. In dieser Umgebung kann sich das Nichtstun so richtig entfalten.
3. Sagt euren Liebsten Bescheid, dass ihr eine halbe Stunde für euch braucht.
Nichtstun geht am besten, wenn man nicht dauernd das Gefühl hat, jederzeit gestört werden zu können. Damit das «Niksen» ungestört klappt, sollten keine Termine im Kalender stehen.
4. Wohlfühl-Ambiente schaffen
Bei den eisigen Temperaturen macht niksen am meisten Spaß auf dem Sofa, eingewickelt in die Lieblingsdecke, dazu ein heißer Tee und eine Duftkerze. Oder bei einem heißen Schaumbad im Kerzenlicht.
5. Raus in die Natur
Wo kann man seine Gedanken besser schweifen lassen als bei einem Spaziergang im Grünen. Am besten weit ab vom Straßenlärm und der Hektik der Stadt, dort, wo die Uhren noch etwas langsamer ticken.
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Eingewickelt in die Lieblingskuscheldecke macht das Nichtstun gleich doppelt Spaß

Und das Wichtigste dabei...

Alles ohne Absicht, ohne Ziel. Lasst euch einfach fallen und schaut, wohin eure Gedanken treiben. Wenn euch dabei langweilig wird, habt ihr alles richtig gemacht.

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