Balanceakt Corona

Foto: Adobe Stock / Dmitry Kovalchuk

9 Bürgermeister*innen – 3 Fragen

Vieles in der Pandemie ist Abwägungssache, vieles ungewiss. Keine einfache Kombination. Wir befragten neun Bürgermeister*innen aus der Region zu ihren Erfahrungen.

Christian Scharpf

Ingolstadt
Was lief in der Pandemie in Ihrer Kommune gut, wo gibt es noch Verbesserungspotenzial?

Ingolstadt ist alles in allem bisher gut durch die Pandemie gekommen, auch wenn die Krise auch in unserer Stadt Menschen hart getroffen hat. Durch ein breites Testkonzept, schnelles Agieren bei den Sonderkontingenten von Impfungen und das konsequente Einhalten von allen Schutz- und Hygienemaßnahmen konnte in Ingolstadt jedoch Schlimmeres verhindert werden. Hierzu haben alle ihren Beitrag geleistet. An dieser Stelle möchte ich mich ausdrücklich bei allen Menschen unserer Stadtgesellschaft bedanken. Ingolstadt hat bewiesen, dass wir auch eine Krise dieser Dimension gut bewältigen können.

Verbesserungspotenzial sehe ich jedoch bei der Unterstützung durch die Bundes- und Landespolitik. Als Stadt sind wir darauf angewiesen, dass Zusagen, die uns seitens des Freistaats und der Bundesregierung gemacht werden, auch eingehalten werden. Dies betrifft vor allem die Übernahme von Kosten für Impf- und Testzentren. Als Kommunen haben wir unseren Auftrag vor Ort erfüllt und alles uns Mögliche getan, um unsere Bevölkerung zu schützen.

Wie bewerten Sie die zahlreichen Maßnahmen-Lockerungen jetzt im Sommer?
Die Sieben-Tages-Inzidenz ist in Ingolstadt seit einigen Wochen Gott sei Dank konstant niedrig. Ich bin erleichtert, dass endlich Lockerungen möglich und vertretbar wurden. Wir alle haben uns lange danach gesehnt, wieder Begegnungen, Leben auf den Straßen, Kultur und Gastronomie zu erleben. Es ist schön, dass unsere Stadt nach dieser langen Phase des Lockdowns wieder aufblüht.
Was nehmen Sie persönlich - im Hinblick auf die Zeit nach Corona - aus der Pandemie mit?
Wir müssen wachsam bleiben. Die Kanzlerin hat in dieser Woche davor gewarnt, die Pandemie für beendet zu erklären, bevor die Bevölkerungsimmunität durch ausreichend Impfungen erreicht ist. Dieser Einschätzung kann ich mich nur anschließen. Einen weiteren Lockdown können sich die vielen Gewerbetreibenden schlicht nicht mehr leisten. Auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unserer Gesundheitsversorgung, ob in den Kliniken oder bei den sozialen Diensten, haben bis weit über die Belastungsgrenze schier Unfassbares geleistet. Gerade hier lerne ich viel aus der Pandemie. Der Gesundheitssektor und die Finanzierung der Kliniken brauchen ein noch tragfähigeres Fundament, für das ich mich als Oberbürgermeister mit ganzer Kraft einsetzen werde.

Maria Weber

Stammham
Was lief in der Pandemie in Ihrer Kommune gut, wo gibt es noch Verbesserungspotenzial?
Das bürgerschaftliche Engagement ist, so finde ich, in dieser Zeit gewachsen. Bei uns bildete sich die Gruppe „Stammham hält zusammen“, um Menschen vor Ort zu helfen. Unsere Seniorenbeauftragte kümmerte sich zudem mit Briefen und Aufmerksamkeiten um die älteren Menschen am Ort. Auch bei der Digitalisierung in der Grundschule waren wir sehr gut aufgestellt, sodass schnell Videokonferenzen und Online-Unterricht etabliert werden konnten.
Wie bewerten Sie die zahlreichen Maßnahmen-Lockerungen jetzt im Sommer?
Ich bin sehr froh, dass es endlich Lockerungen für die Bürgerinnen und Bürger gibt, da die vergangenen Monate für alle sehr nervenaufreibend und kräftezehrend waren. Besonders für die Kinder ist es sehr wichtig, dass sie wieder die pädagogischen Einrichtungen besuchen und dort Gleichaltrige treffen können, und natürlich auch für die Eltern, die endlich wieder ihrem Job nachgehen können, ohne sich an der Doppelbelastung Home-Office und Kinderbetreuung aufzureiben.
Was nehmen Sie persönlich - im Hinblick auf die Zeit nach Corona - aus der Pandemie mit?
Ich hoffe, dass wenigstens ein Teil der Online-Meetings beibehalten wird und nicht jede Sitzung oder Besprechung wieder als Präsenzveranstaltung durchgeführt werden muss. Das spart einfach Zeit. Außerdem wurde einem durch die Pandemie stärker bewusst, wie wertvoll es ist, Zeit mit Freunden zu verbringen, vor allem während der Phase der Kontaktbeschränkungen.  Zudem bin ich dankbar, dass wir so viel Wald und herrliche Plätze in der nahen Umgebung haben. Das sollten wir auch weiterhin schätzen.

Josef Grienberger

Eichstätt
Was lief in der Pandemie in Ihrer Kommune gut, wo gibt es noch Verbesserungspotenzial?

Was mich unglaublich gefreut hat und mich immer noch sehr stolz macht, ist die Kreativität und Hands-on-Mentalität, die ganz viele meiner Kolleginnen und Kollegen im Zuge dieser Pandemie an den Tag gelegt haben. Seien es Unterstützungen für den Einzelhandel und die Gastronomie, Ausstattung von Schulen und Kindergärten oder digitale Bürgerversammlungen – es war selbstverständlich, dass wir als Stadt uns schnell an die Gegebenheiten anpassen und helfen, wo es geht. Aktuell zum Beispiel haben wir viel Arbeit in zwei Open-Air-Bühnen in der Innenstadt gesteckt, die wir gemeinsam mit Partnern Kulturschaffenden kostenfrei zur Verfügung stellen, damit die nach den schweren Monaten wieder auf die Beine kommen. Das war für uns eine Herzensangelegenheit.

Woran wir zum Beispiel stetig weiter arbeiten, ist das Thema mobiles Arbeiten beziehungsweise Home-Office in der Stadtverwaltung – das hat die Pandemie forciert, aber ich bin der Meinung, dass man diese Möglichkeiten als moderner Arbeitgeber zukünftig aufrecht erhalten muss.

Wie bewerten Sie die zahlreichen Maßnahmen-Lockerungen jetzt im Sommer?

Zunächst einmal freue ich mich unglaublich für alle, die zum Beispiel in der Gastronomie, im Einzelhandel, für Dienstleister oder auch in der Kulturbranche arbeiten, dass die für sie wirklich harten Monate nun zu Ende sind und sie wieder begrüßen, bewirten, unterhalten, verkaufen und beraten dürfen. Ich weiß, wie düster die Situation für nicht wenige war und bin unglaublich erleichtert, dass es uns die Pandemie-Lage wieder möglich gemacht hat, zu öffnen und zu lockern. Alleine schon zu sehen, wie sich zu Pfingsten hin unsere schöne Stadt wieder mit Besucherinnen und Besuchern gefüllt hat, hat mich glücklich gemacht. Aber auch für Kinder und Jugendliche waren die vergangenen Monate hart. Sie durften keine Freundinnen und Freunde treffen, lernten meist via Home-Schooling und konnten nicht ins Kino oder mal zusammen zum Sport.

Umso schöner ist es jetzt, dass wir zum Beispiel das Eichstätter Freibad, das ja beliebt ist bei Kindern und Jugendlichen, wieder aufsperren konnten. Doch ich hoffe, dass trotz der zunehmenden Normalität die Menschen noch Vernunft und Umsicht wahren, damit wir die Pandemie hoffentlich bald hinter uns lassen können und keine vierte Welle kommt.

Was nehmen Sie persönlich - im Hinblick auf die Zeit nach Corona - aus der Pandemie mit?

Bezüglich meiner Arbeit im Rathaus sehe ich die Pandemie in der Retroperspektive nicht nur als Belastung – denn wenn im vergangenen Jahr nicht der Großteil meiner repräsentativen Termine ausgefallen wäre, hätte ich nie die Zeit gehabt, mich so gut im Rathaus einzuleben, alle Kolleginnen und Kollegen kennenzulernen, mich mit ihnen zusammen detailliert in die Projekte einzuarbeiten und an der einen oder anderen organisatorischen Stellschraube zu drehen. Damit fühle ich mich jetzt wirklich angekommen und gut vorbereitet für all die Aufgaben, die auf uns zukommen.

Mit in die Post-Corona-Zeit nehme ich aber vor allem die Gewissheit eines unglaublichen Zusammenhalts hier in Eichstätt – der übrigens auch mit Mindestabstand gelingen kann – und die Gewissheit, dass wir damit nahezu alle Krisen bewältigen können. Aber leider sind die vergangenen eineinhalb Jahre auch an uns als Stadtverwaltung nicht spurlos vorübergangengen – deshalb müssen wir nun finanziell den Gürtel enger schnallen und uns auf die kommunalen Pflichtausgaben konzentrieren.

Thomas Herker

Pfaffenhofen
Was lief in der Pandemie in Ihrer Kommune gut, wo gibt es noch Verbesserungspotenzial?
Im Grundsatz haben wir unsere Hausaufgaben gemacht. Von der frühzeitigen Reaktion bereits im März letzten Jahres mit der flächendeckenden Verteilung von Mund-Nasen-Schutz – pünktlich zum Inkrafttreten der Verordnung an alle Haushalte – bis zur frühzeitigen Versorgung der Arztpraxen und Sozialeinrichtungen mit FFP2-Masken. Aber auch mit Lockerungsmaßnahmen, der Flächenausweitung für die örtliche Gastronomie oder Stundungen für Steuerzahlungen und Gebühren. Ich glaube, wir haben als Stadt Pfaffenhofen alle denkbaren Register gezogen. Trotzdem kann man natürlich nie genug kommunizieren. Nicht jeden erreicht man, nicht jeder versteht immer, warum etwas passiert.
Wie bewerten Sie die zahlreichen Maßnahmen-Lockerungen jetzt im Sommer?
Ich denke, jetzt ist tatsächlich die Zeit für Lockerungen. Bleibt zu hoffen, dass die Delta-Variante nicht zu dominant ist und letztendlich dafür sorgen wird, dass die Inzidenzen wieder steigen. Man hätte schon viel frühzeitiger – auch im Winter – reagieren müssen, dann wäre vielleicht die Phase der Lockerungen schon deutlich früher eingetreten. Aber im Nachhinein ist man immer schlauer. Letztendlich müssen wir jetzt damit leben und behutsam öffnen. Auf einige Dinge warten wir noch, beispielsweise Kinderschwimmkurse. Aber langsam normalisiert sich das Leben wieder.
Was nehmen Sie persönlich - im Hinblick auf die Zeit nach Corona - aus der Pandemie mit?
Was bleibt, ist die Bedeutung der Familie und der Menschen im nächsten Umfeld. Das sind diejenigen, zu denen wir Kontakt während der Pandemie hatten, das sind die Menschen, mit denen wir leben durften und die uns Kraft gegeben haben. Dienstlich betrachtet bleibt, dass nicht jedes Treffen immer persönlich stattfinden muss, man sich Wegzeiten sparen kann und viele Dinge online genauso gut zu erledigen sind, wie in der persönlichen Präsenz.

Claudia Forster

Denkendorf
Was lief in der Pandemie in Ihrer Kommune gut, wo gibt es noch Verbesserungspotenzial?

Die Pandemie hat uns im März vergangenen Jahres völlig unvorbereitet getroffen. Und das war nicht nur in der Gemeinde Denkendorf so. Wir haben uns an das Thema „herangetastet“. Also Maßnahmen getroffen, diese überprüft und dann weitergeführt oder verändert. Verbesserungen können ja nur Lehren sein aus getroffenen Maßnahmen. Insofern wurde alles, was an Maßnahmen getroffen wurde, ja stets dem Praxistest unterzogen und entsprechend verändert. Wichtig war mir, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sich möglichst nicht infizieren. Das konnte hier in der Verwaltung erreicht werden. Wir haben relativ zügig Homeofficeplätze eingerichtet, um die Präsenz in der Verwaltung zu minimieren. Das hat sehr gut funktioniert.

Schwierig war für uns als Träger mehrerer Kindertagesstätten die Kommunikation der Entscheidungsträger. Anfangs kamen die Schreiben aus den entsprechenden Ministerien so spät, dass wir die Pressekonferenzen des Ministerpräsidenten mitstenografiert haben, um die Eltern zeitnah entsprechend informieren zu können. Im Laufe der Pandemie hat sich die Kommunikation der Entscheidungsträger sehr verbessert.

Wie bewerten Sie die zahlreichen Maßnahmen-Lockerungen jetzt im Sommer?
Momentan sind die Inzidenz-Zahlen ja sehr erfreulich und die Lockerungen sind meiner Meinung nach wichtig und auch gerechtfertigt. Schlussendlich entscheidet jeder Einzelne auch immer für sich in jeder Situation, wie er sich verhält und was er sich – im Rahmen der Verordnungen – auch zutraut. Wir haben alle in 15 Monaten Pandemie gelernt, mit dem Virus umzugehen.
Was nehmen Sie persönlich - im Hinblick auf die Zeit nach Corona - aus der Pandemie mit?
Wir haben in Zeiten von Corona sehr schnell gelernt, Treffen, Besprechungen oder Veranstaltungen digital abzuhalten. Im Sinne von Schonung von Ressourcen und auch Zeit hoffe ich, dass diese digitalen Meetings zumindest teilweise weitergeführt werden können. Persönlich haben wir alle gelernt, dass liebgewonnene Verschönerungen des Alltags wie spontan Freunde oder Familie zu treffen, zum Essen zu gehen, Konzerte zu besuchen oder am Sonntag einen Ausflug in die Region zu machen, in Pandemiezeiten sehr schnell ein Wunschtraum sein können. Das ist mir keine Selbstverständlichkeit mehr und umso schöner ist das Wissen, dass jetzt wieder einiges an Aktivität möglich ist.

Jens Machold

Wolnzach
Was lief in der Pandemie in Ihrer Kommune gut, wo gibt es noch Verbesserungspotenzial?

Mit dem ersten Fall im Landkreis haben wir unmittelbar an dem betreffenden Wochenende eine Hotline eingerichtet und über die Presse und unsere Online-Kanäle unmittelbar informiert. Anhand der später ausgewerteten Daten konnten wir noch nie dagewesene Aufrufe und Zugriffe verbuchen. Dieses Wissen und somit diese Kommunikationsform konnte fortan für sämtliche Botschaften transparent genutzt werden, wie z.B. über die kostenfreie Verteilung von Masken als eine der ersten Kommunen.

Unsere Medien fanden auch Einsatz in Zusammenarbeit mit unseren Kirchen, um Online-Gottesdienste anzubieten. In den Ferien hatten wir Dank den Beiträgen von Firmen, Künstlern, Vereinen und ehrenamtlich Engagierten täglich Aktions-Tipps, Mitmachaktionen und Schnitzeljagden über unser virtuelles Ferienprogramm und viele Nutzer. Des Weiteren bestand so die Möglichkeit über Lieferangebote und Specials unserer Geschäfte und Gastronomen hinzuweisen, den Kauf vor Ort zu fördern und Einkaufshilfen oder Erntehelfer-Aktionen voranzutreiben. Mit Adventskalender-Verlosungen und Oster-Gewinnspielen wurde der Fokus noch mehr auf unsere Unternehmen vor Ort gelegt.

Verbesserungspotential würden wir uns in der Kommunikation von den Regierungsbehörden zu uns wünschen. Um stets up to date zu sein, waren unsere Mitarbeiter auf die Informationen die über die Medien aus den Pressekonferenzen berichtet wurden angewiesen.

Wie bewerten Sie die zahlreichen Maßnahmen-Lockerungen jetzt im Sommer?
Für unsere Gastronomie, Freizeiteinrichtungen, Einzelhändler, Unternehmen, Künstler, Vereine, Institutionen, Schulen, aber auch für jeden von uns selbst ist das ein Aufatmen, Durchatmen und auch Hoffen, dass das Schlimmste überstanden ist und es Bergauf geht.
Was nehmen Sie persönlich - im Hinblick auf die Zeit nach Corona - aus der Pandemie mit?

Persönlich hat mich der unglaubliche Zusammenhalt gleich von Beginn an der Krise wieder einmal sehr stolz gemacht, in diesem wunderbaren Ort leben zu dürfen. Es gäbe so viele Beispiele dafür zu nennen und Ihnen allen gilt mein Dank. Ich glaube, diese Zeit hat uns allen wieder vor Augen geführt was wirklich zählt im Leben und ich wünsche allen eine sorgenfreie Zeit.

Harald Reisner

Schrobenhausen
Was lief in der Pandemie in Ihrer Kommune gut, wo gibt es noch Verbesserungspotenzial?

Die Verwaltung funktionierte trotz der Corona-Einschränkungen und konnte ihre Aufgaben In vollem Umfang erfüllen. Was anfangs vielleicht nicht so gut lief war die Kommunikation mit den Bürgern bezüglich der Informationen im Zusammenhang mit Corona.

Wie bewerten Sie die zahlreichen Maßnahmen-Lockerungen jetzt im Sommer?

Ich finde es gut, dass jetzt aufgrund der niedrigen Inzidenz-Werte die Maßnahmen wesentlich gelockert werden und die Bürger zum Großteil Ihre „Freiheit“ wieder zurückbekommen.

Was nehmen Sie persönlich - im Hinblick auf die Zeit nach Corona - aus der Pandemie mit?

Ich persönlich nehme für mich mit, dass man Dinge, die man nicht ändern kann, gelassener sehen sollte.

Bernhard Gmehling

Neuburg
Was lief in der Pandemie in Ihrer Kommune gut, wo gibt es noch Verbesserungspotenzial?
Ich denke, dass es uns in Neuburg an der Donau während der Pandemie nicht anders erging, wie allen anderen Kommunen in Bayern und Deutschland. Wir standen im März 2020 innerhalb weniger Tage vor noch nie dagewesenen Herausforderungen. Diese galt es im Sinne der Bürgerinnen und Bürger bestmöglich zu bewältigen. Naturgemäß gab es auch Dinge, die nicht sofort und reibungslos geklappt haben, was aber glaube ich keiner erwartet hat. Und Verbesserungspotential gibt es grundsätzlich immer – unabhängig von Corona. Dafür trete ich Tag für Tag gerne als Oberbürgermeister an.
Wie bewerten Sie die zahlreichen Maßnahmen-Lockerungen jetzt im Sommer?
Die deutlich sinkenden Inzidenzen machen wohlüberlegte aber auch deutliche Lockerungen möglich. Unsere Bayerische Staatsregierung findet meiner Meinung nach hier ein gutes Maß. Nach den harten Monaten im vergangenen langen Winter brauchen die Menschen Zuversicht und positive Signale. Jetzt ist es wichtig, dass sich viele Menschen an der Impfkampagne beteiligen, damit wir die Pandemie endgültig überwinden.
Was nehmen Sie persönlich - im Hinblick auf die Zeit nach Corona - aus der Pandemie mit?
Was wir eigentlich alle wussten, haben die vergangenen 15 Monate noch einmal besonders deutlich gemacht. Wir Menschen sind soziale Wesen und brauchen das persönliche Miteinander wie die Luft zum Atmen. Digitale Angebote haben uns gut durch die schwere Zeit geholfen und wir haben alle viel dazugelernt. Den persönlichen Austausch in der Familie, unter Freunden oder auch im Kollegenkreis, das echte Miteinander kann aber durch nichts ersetzt werden. In diesem Bewusstsein werde ich jeden persönlichen Kontakt noch mehr schätzen und ich glaube, so geht es ganz vielen Menschen.

Helmut Schloderer

Beilngries
Was lief in der Pandemie in Ihrer Kommune gut, wo gibt es noch Verbesserungspotenzial?
Hier muss ich meinen MitbürgerInnen ein großes Lob für ihr Engagement aussprechen: Kurz nach den ersten Lock-Down-Maßnahmen 2020 wurden von verschiedenen Gruppierungen Unterstützungsaktionen wie Besorgungen und Einkäufe für ältere Mitbürger ins Leben gerufen. Ein Teil davon ist nach wie vor aktiv. Bedauerlich war die lange Zeit der Einzelhandelsschließung. Das war angesichts voller Discounter nicht nachvollziehbar und für die Einzelhändler katastrophal.
Wie bewerten Sie die zahlreichen Maßnahmen-Lockerungen jetzt im Sommer?
Angesichts der Infektionszahlen sind die Lockerungen vertretbar und für das gesellschaftliche Leben zwingend notwendig. Auch Kindergärten und Schulen müssen wieder in einen Regelbetrieb kommen, es wird schwierig genug, die Ausbildungslücken möglichst zu schließen.
Was nehmen Sie persönlich - im Hinblick auf die Zeit nach Corona - aus der Pandemie mit?
Das Leben ist voller Überraschungen, positive und negative, manche sind kalkulierbar, andere völlig unvorhersehbar. Das muss man sich immer wieder mal bewusst machen. Ich freue mich jetzt auf wieder mehr Begegnungen mit Menschen.
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