Ingolstadt - eine Stadt mit Zukunft

[Anzeige] Foto: Erich Reisinger

Carolin Block vom Boutiquehotel BLOCK Hotel & Living Ingolstadt im Interview

Viele touristische Betriebe sind jetzt „nach“ Corona nicht wieder am Start. Die Folgen des Lockdowns und langer Kurzarbeit haben in der Branche so einige sichtbare Blessuren hinterlassen. Die Fußgängerzone ist nahezu leer am Wochenende, die Menschen drängen sich in die restlich verbliebenen Gastronomiebetriebe der Stadt. Abends bleiben die Lichter einiger Hotels immer noch aus und die Zimmer leer. Was ist los in Ingolstadt? Wo bleibt der Tourismus, als Kickstart für die Wirtschaft? Und ist Hospitality ein Beruf für die Zukunft? Wir haben nachgefragt bei Hotelier & Erinnerungsdesignerin Carolin Block vom gleichnamigen Boutiquehotel BLOCK Hotel & Living in Ingolstadt.

Frau Block, ist Ingolstadt im Jahr 2022 für Touristen sexy genug?
Carolin Block: Gleich vorweg: Ingolstadt ist sehr schön! Wir sollten selbstbewusst mit unseren Highlights prahlen: Ingolstadt Village, Universität, Hopfenromantische Biergärten, Stadtzüge mit historischen Blendfassaden, Frankenstein, Illuminaten, barocke Deckenfresken, Sonnenflecken, moderne Industriestadt, und und und…
Ingolstadt darf den Megatrend: Kurz- und Städtereisen nicht verschlafen! Was unsere Stadt touristisch zu bieten hat, muss EXTRA BOLD vermarktet werden!

Tourismus & Ingolstadt – gegensätzliche Pole oder komplementär?
Carolin Block: Angesichts der jüngsten Pandemie, die weltweit infolge von COVID-19 aufgetreten ist, sollten unsere Stadtväter jetzt massiv die Chance nutzen, um den urlaubsfreudigen Städtereisenden unsere Pfründe schmackhaft zu machen. Touristische Inhalte müssen an die neue Realität angepasst werden, damit sich die Kunden wieder sicher fühlen, wenn sie reisen und Vertrauen in ihr Reiseziel haben.

Und an diesem Punkt können wir jetzt besonders gut ansetzen, denn als zweitgrößte Stadt Oberbayerns haben wir mit unserer Nähe zum Altmühltal, zur Weltstadt München und zur Christkindl-Stadt Nürnberg einen Fächer an touristischen Tagesausflügen an der Hand und bieten sogleich echte bayrische Gemütlichkeit, ohne Wies‘n-Hektik, ohne Stau der Kanus und überlaufene Rad-Wanderwege. Wir können Ingolstadt jetzt neben unserem touristischen
Umland neu erfinden und positionieren. Doch eins ist sicher, mit Schwung allein werden wir es nicht aus der Krise schaffen. Das Zauberwort lautet Qualität!

Von der Industriestadt zur DESIGNSTADT INGOLSTADT

Hört sich einfach an! Wie genau kann die Lösung aussehen?
Carolin Block: Qualität ist heutzutage wichtiger denn je, nicht nur für das Hotel oder das Gast- und Szenelokal selbst, sondern auch für den Tourismus der jeweiligen Stadt. So sind wir als Hotel oftmals erster Kontaktpunkt und somit die Visitenkarte einer Stadt. Das bedeutet aber auch, dass uns eine Multiplikator-Funktion zukommt, die über gute oder nicht so gute Erinnerungen bei Touristen entscheiden kann. „Tourism & Hospitality“ müssen also vor Ort Hand in Hand an der Qualität als USP arbeiten und anfangen groß zu denken! Von der Industriestadt zur DESIGNSTADT INGOLSTADT. Von historischem Baudesign von Klenze über Automobil- und Modedesign, zu Technologie-Design finden sich viele Akteure der Stadt im Thema Design wieder. So ist dieses Thema leicht weiterzuspielen, z.B. in speziell designten „E-tron-Cabs“, also Zukunftstaxis, die nur in Ingolstadt fahren!

Dann die Aktivierung der Donau für die Ingolstädter mit einem „Flying Fox“ vom Kavalier Dalwigk über die Donau zum Donauufer, sowie die Begrünung der Schlosslände zur Donau hinunter, mit wertiger Gastronomie, guten Relax- und Sportmöglichkeiten und festem Riesenrad mit Eventgondeln für Heiratsanträge bis zu Käsefondue-Gondeln an Silvester! Aus dem geteilten Adventzauber wird ein verbundener Christkindlmarkt mit Winterwonderland-Feeling, usw…

Think big – Nicht „verschanzen“ sondern machen, ist das neue Credo! Das Ingolstadt Village macht es uns seit Jahren als leuchtendes Beispiel vor: Management und Qualität, dann klappt auch der Kickstart für die Wirtschaft!

In den letzten 2 Jahren hat die Hospitality Branche – also Hotel & Gastro – besonders gelitten. Hat dieser Sektor überhaupt eine Zukunft?
Carolin Block: Ja, mehr denn je! Unser Verband DEHOGA war während der Pandemie sehr fleißig und hat sich mit einem Frische-Booster an die komplette Neuaufstellung unserer Berufe gemacht, inhaltlich und in der Entlohnung! Seit 1. August dieses Jahres gelten die 7 neuen gastgewerblichen Ausbildungsberufe:

  • Fachkraft Küche (neu – zweijährig)
  • Koch/Köchin
  • Fachkraft für Gastronomie (zweijährig), Restaurant- oder Systemgastronomie
  • Fachmann/-frau für Restaurants und Veranstaltungsgastronomie
  • Fachmann/-frau für Systemgastronomie
  • Hotelfachmann/Hotelfachfrau
  • Kaufmann/-frau für Hotelmanagement

Begeistert bin ich von den zwei novellierten Hotelberufen. Der neue Hotelfachmann, sozusagen der Generalist im Hotel, der das operative Geschäft in allen Abteilungen beherrscht und die Schnittstellen im Blick hat. Sein Kernbereich sind Reservierung und Empfang, das spiegelt sich auch in der Prüfung verstärkt wider. Und der bisherige Hotelkaufmann wird zum Kaufmann für Hotelmanagement. Auch er erwirbt die praktischen Kompetenzen in allen Abteilungen; in den ersten beiden Jahren bleiben die beiden Ausbildungen identisch. Im dritten Jahr aber werden die kaufmännischen, analytischen und steuerlichen Aspekte deutlich ausgebaut. Die Ausbildung kommt dadurch inhaltlich bereits in die Nähe eines Bachelor-Studiums und bereitet optimal auf die Tätigkeit in den Verwaltungsabteilungen eines Hotels vor. Das betrifft Marketing, Personalprozesse, Einkauf und Controlling.Neu für beide Berufe kommt der Bereich Revenue- und Channel-Management hinzu.

Hier ist der „Hofa“ derjenige, der betriebliche Strategien umsetzt, z.B. Vertriebskanäle und -plattformen, sowie das Preissystem einsetzt. Der Kaufmann für Hotelmanagement analysiert Buchungsverhalten und Vertriebskosten, kalkuliert Preise, entwickelt Ratenstrategien und optimiert so die Erträge.

Ich persönlich kann diesen Weg absolut empfehlen, es ist - auch nach einem ¼ Jahrhundert - immer noch mein Traumberuf, oder noch mehr: Meine Passion!

Freude haben, und dabei noch Geld verdienen. Wie man das schafft? Durch die richtige Berufswahl. Eine wichtige Entscheidung. Denn schließlich soll der Beruf meist fürs ganze Leben halten. Wo also geht’s lang?
Carolin Block: Mit Sicherheit weiter auf dem Weg zum Tourismus. Hospitality ist eine Branche mit Wachstum und Zukunft. Wohl keine andere Branche in Bayern ist so spannend und stilvoll wie die unsere! Mit dem Hotelfach haben sich unsere Auszubildenden einen krisensicheren, abwechslungsreichen und internationalen Beruf ausgesucht. Ich persönlich kann diesen Weg absolut empfehlen, es ist – auch nach einem ¼ Jahrhundert – immer noch mein Traumberuf, oder noch mehr: Meine Passion!

Als Eltern sind wir oft die wichtigsten Ratgeber und Meinungsbildner bei der Berufswahl von Jugendlichen. Woher weiß ich, ob der Beruf für mein Kind der richtige ist?
Carolin Block: Total überzeugt bin ich von den zwei IHK-Projekten „Azubi-Scouts“ und „Ausbildung macht Elternstolz“. So gehen im Rahmen der Berufsorientierung ausgewählte Azubis mit der IHK in die Schulen und berichten live aus direkter Hand zum dualen Ausbildungssystem. Authentisch und echt, auf ähnlicher Altersebene! Direkt von Azubi zu Schüler, so klappt es auch mit der Begeisterung für das Hotel Business!
Meine Empfehlung für Eltern: Schnappen Sie sich Ihr Kind und machen Sie sich gern vorab ein eigenes Bild vom künftigen Betrieb, besuchen Sie uns mit Ihrer Familie zum Frühstück, zum Day-SPA, zum High-Tea oder zum Sundowner Cocktail an der Hotelbar! Live ist immer am Besten!

Interessierten Schülern stehen wir auch gern für freiwillige Praktika zur Verfügung, um in die stilvolle Welt der Hotellerie reinschnuppern zu können und im besten FALL: Sich von der „Faszination Hotel“ anstecken zu lassen! Denn Hotelfach ist ein Beruf mit Perspektive!

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