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Nazi Crimes Atlas: Tatorte, Taten, Quellen
Neue App wider dem Vergessen
Auf Elon Musks Plattform X steht Holocaustleugnung auf der Tagesordnung. Die nun vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestufte AfD (auch wenn der Verfassungsschutz diese Einschätzung bis zum Gerichtsurteil nicht wiederholen wird) erhielt vor wenigen Monaten bei der Bundestagswahl knapp 21 Prozent der Stimmen. 80 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs stellen sich einige Fragen so dringend wie nie. Auch weil nur noch wenige Zeitzeugen von den Verbrechen des NS-Regimes berichten können. Wie verhindert man, dass diese Verbrechen in Vergessenheit geraten? Wie verhindert man, dass die Gesellschaft diesen Taten irgendwann vollends gleichgültig gegenübersteht? Wie hält man das Erinnern am Leben? Eine neue App könnte ein Baustein dafür sein.
Viele Verbrechen, die tausendfach während Hitlers Herrschaft begangen wurden, geraten in Vergessenheit. Ein digitaler Atlas, verfügbar über die heute erschienene App „Nazi Crimes Atlas“, macht sie jetzt jedermann zugänglich.
Auf der Karte der heutgen Bundesrepublik werden über 25.000 Verbrechen an rund 8.000 Orten abrufbar sein, die nach 1945 juristisch verfolgt wurden und in Gerichtsakten verzeichnet sind. Die kostenlose App stellt kurze Tatbeschreibungen zur Verfügung, ebenso Fundstellen in den Archiven. Das Projekt wird kontinuierlich erweitert und verbessert, um eine noch präzisere und umfassendere Darstellung der Verbrechen zu gewährleisten. Die wissenschaftliche Leiterin des Projekts, Dr. Edith Raim, hat zu diesem Thema bereits umfangreich publiziert und geforscht. „Der Wesenskern des Nationalsozialismus ist das Verbrechen, die menschenverachtende Art, wie mit anderen Menschen umgegangen wurde“, so Raim. In den Daten tauchen auch jene „Alltagsverbrechen“ von unbekannten Bürgern auf, nicht nur die Taten von prominenten Nazi-Führern.
Start mit Taten der November-Pogrome
Die App ist seit 8. Mai 2025 verfügbar. Zunächst sind dort die Taten verzeichnet, die während der November-Pogrome 1938 verübt wurden und bei denen Juden in ihren Wohnungen überfallen, Geschäfte geplündert und Synagogen zerstört wurden. Im Laufe des Projekts kommen weitere Tatkomplexe hinzu wie „Euthanasie“ (Tötung von Kranken), Denunziation, Massenvernichtung oder die sogenannten Endphasenverbrechen. In Ingolstadt selbst sind bis dato zwei kurze Einträge zum Novemberpogrom verzeichnet.
Ziel ist es, das Bewusstsein für das Ausmaß der NS-Verbrechen zu schärfen, die lokale Erinnerungskultur zu stärken und Public-History-Projekte anzustoßen. Anhand der verfügbaren Daten können Bürgerinnen und
Bürger in der eigenen Umgebung recherchieren, was zwischen 1933 und 1945 geschah. Die Tatbeschreibung ermöglicht eine Auseinandersetzung mit der Täter- als auch der Opferperspektive.
Initiativen sollen das Projekt vorantreiben
Das Team des Vereins dieKunstBauStelle arbeitet mit lokalen Initativen zusammen, die sich für die Erinnerungsarbeit an ihrem Ort einsetzen. Schon erarbeitete Inhalte wie Fotos, Zeitzeugen-Interviews oder Opfer-Biografien werden in die App übernommen. Interessierte werden in Schulungen für Erweiterungen der App-Inhalte mit lokalen Recherchen qualifiziert. Weiterführende Informationen verweisen auf Archivalien ebenso wie auf bereits durchgeführte zivilgesellschaftliche Arbeiten zum Thema. Das Projekt soll durch die Darstellung einzelner Tat- und Opfergeschichten in der App weiter wachsen. Eine spätere Ausweitung auf dokumentierte Taten, die im (heutigen) Ausland begangen wurden, ist denkbar.
Verwirklicht wird das Projekt vom Verein dieKunstBauStelle e.V. in Landsberg am Lech. Das Projekt wird gemeinsam mit dem berlinHistory e.V. entwickelt. Außerdem ist das Anne Frank Zentrum in Berlin mit seinem Programm „Erinnern vor Ort“ Projektpartner bei der Vernetzungsarbeit. Das Projekt wird in der Bildungsagenda NS-Unrecht von der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ) und dem Bundesministerium der Finanzen (BMF) gefördert.

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