Wofür steht das F in FW noch gleich?

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Wofür steht das F in FW noch gleich?

Grafik: ChatGPT

Glosse

Falls Sie sich fragen, was so in einem Postfach der Ingolstädter Lokalredaktionen landet, müssen Sie sich aktuell nur auf Facebook umschauen. Die Freien Wähler verwursten dort gerade alles fleißig zur Pressemitteilung. 

Als einer der letzten verbliebenen Facebook-Fans hat man – zumindest, wenn man gleichzeitig noch Redakteur ist – seit ein paar Wochen das ein oder andere Déjà-Vu. Immer, wenn eine neue Pressemitteilung der Freien Wähler ins Postfach flattert, denkt man: Das kenn ich doch! Aber die Freien Wähler sind eben nah am Bürger, bewegen sich am Zahn der Zeit und treiben sich dort herum, wo es auch ihre Wähler tun: auf Facebook. Auch wenn FW-Chef Hans Stachel mal in einer Stadtratssitzung behauptet hat, dass es ihn nicht interessiere, was dort geschrieben wird. Das Interesse scheint mittlerweile gestiegen.

Begonnen hatte es am 24. Mai um 16.56 Uhr, als in einer Facebook-Gruppe folgende Frage aufkam: „Weiß jemand von euch, warum die Stege am Baggersee verschwunden sind?“. Daraus strickten die Freien Wähler am 26. Mai um 11 Uhr eine offizielle Anfrage an die Stadtverwaltung mit „Bitte um Beantwortung und Einplanung in der kommenden Stadtratssitzung“. Jetzt ist das Thema nicht sonderlich kompliziert und mit einem Anruf wäre wahrscheinlich deutlich schneller Licht ins Dunkel gekommen – aber das wäre eben auch weniger medienwirksam gewesen. Immerhin kam daraufhin rasch eine Pressemitteilung aus dem Presseamt, die über die fehlenden Stege informierte (und dabei andere Fragen aufwarf, denn warum man in klammen Zeiten unbedingt ein Gutachten braucht, um Stege auf ihre Sicherheitsrisiken zu überprüfen, darf gerne hinterfragt werden. Kleiner Tipp: Vor dem letzten Holzbrett einfach aufhören zu gehen).

Deutlich zackiger dann der zweite Fall. Aber hier ging’s auch um Toiletten. Und da pressiert’s eben manchmal. Am 26. Mai um 8.54 Uhr schreibt eine verärgerte Facebook-Nutzerin: „Wenn eine (öffentliche) Toilette, aus Kostengründen, Büroöffnungszeiten erhält, ist das ja wohl reichlich an der Realität vorbei, oder?
–> Toilettengang am Wochenende fällt aus wegen Isnich?!?“ Ein echter Shitstorm (verstehen Sie?) um geschlossene Friedhofstoiletten entbrannte. Gerade einmal 67 (!) Minuten dauerte es, bis im Redaktionspostfach ein Offener Brief der Freien Wähler dazu eintraf. Respekt! Ob da der ehemalige DK-Chefredakteur und neue FW-Stadtrat Stefan König Tipps gibt?

Neuer Tag, neuer Facebook-Post. 09. Juni, 9.22 Uhr: Die Rufe nach einer Schuldenuhr für Ingolstadt werden laut. Mei, was ham wir g’lacht. Aber ein bisschen populistisches Geraune ist ja immer irgendwie. Und wie soll man auch den Tag rumbringen, ohne die ein oder andere steile These in den digitalen Äther zu blasen? Aber Moment mal, da gibt’s ja noch die Freien Wähler. Die werden doch nicht… 

10. Juni, 10.16 Uhr: „Sehr geehrte Damen und Herren, wir senden Ihnen im Anhang unsere Presseerklärung zu Ihrer Information mit der Bitte zur Veröffentlichung in Ihrem Medium.“ Oje. Im Anhang ein Stadtratsantrag. Darin wird gefordert: „Am Eingang des Neuen Rathauses wird eine vom Rathausplatz dauerhaft sichtbare Schuldenuhr errichtet.“ Samt digitalem Zwilling auf der Webseite der Stadt. Jetzt schlägt’s 13!

Da haben wir abschließend nur eine Frage an Hans Stachel: Wer soll die Uhr eigentlich bezahlen?

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