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Fiat 500, Chucks & ein Jurahaus
Eva & Tom haben sich getraut. Ohne viel Schnick-Schnack. Und dennoch mit viel Magie. NOSTAL(MA)GIE.
Manchmal braucht Liebe Zeit. So auch bei Eva (34) und Tom (32). Seit 2013 im gleichen Freundeskreis, doch waren beide in Beziehungen. Erst 2020 kam der Moment, den man später „Schicksal“ nennt. „Wir waren viel füreinander da – und da hat es Klick gemacht“, sagt Eva.
VON STEFANIE HERKER
Ein Antrag im Alltag
Es war nicht wie im Hollywoodfilm, es war einfach nur Eichstätt. Draußen auf der Terrasse, beide in Gammelklamotten, ungeduscht, mitten in einer Diskussion über den Hauskauf. Eva schimpfte, Tom ging zum Auto, kam zurück – mit dem Ring, den er von ihrer Pinterest-Liste abgeschaut und bestellt hatte. „Ich hab nur verständnislos geschaut und gefragt, ob das jetzt sein Ernst sei“, erinnert sich Eva. Das „Ja“ kam erst auf Nachfrage. Man könnte sagen: ein Antrag wie das Leben selbst. Ungeschönt und genau deshalb unvergesslich.
Hochzeit mit Herz
Die Feier? 55 Gäste, eine freie Trauung mit echten Emotionen und ganz viel Herz. Ein Menü voller italienischer Köstlichkeiten, gefeiert wurde bis drei Uhr morgens. Trotzdem ebenso unkonventionell wie das Paar: Kein Brautverziehen, keine aufwendige Deko. Eva hat sogar ihr Braut-Make-up selbst gemacht. Das Highlight? Neben dem emotionalen Eheversprechen hatte es die Hochzeitstorte, die man nicht vergessen wird, in sich: 3-stöckig. Ganz unten: Klaviertasten als Symbol für Evas Liebe zum Klavierspielen. Oben drauf: ein Fiat 500, liebevoll von Evas Mutter gebacken und mit Hilfe von Evas Schwestern nachgebaut. Draußen parkte das Original, Baujahr 1972, vererbtes Schmuckstück von Toms Opa. „Danke Opa“, sagt Tom, und man spürt: Dieses Auto ist nicht einfach ein Fortbewegungsmittel, sondern rollende Familiengeschichte. Tom erinnert sich: „Ganz früher hatte mein Opa einen ähnlichen 500er mit demselben Kennzeichen. Sie sind damals zu viert in den Camping-Urlaub nach Italien. Das Schiebedach war dabei permanent offen, da die Köpfe der Mitfahrer angestoßen wären. Sie saßen auf dem Gepäck.“





Kleine Eigenheiten, große Nähe
Die kleinen Dinge im Leben machen es für beide aus. Beide brauchen nicht viel, außer ein bisschen Toleranz. Er: ruhig, organisiert, manchmal chaotisch. Sie: kreativ, praktisch, „kann alles irgendwie“. Tom liebt Evas Pragmatismus, sie seine Ruhe. Nervig wird’s nur, wenn er in Gedanken abtaucht oder wenn sie bei Fummelarbeiten eine Geduld zeigt, die ihn zur Verzweiflung bringt. Und doch – gerade diese kleinen Reibungen sind die Würze einer Beziehung, die auf Freundschaft gebaut ist.
Nostalgie als Lebensstil
Ihre Liebe ist von einer sanften Sehnsucht nach Nostalgie getragen. Alte Autos spielen da zum Beispiel eine Rolle. „Wir erinnern uns immer noch gerne an unser erstes gemeinsames Bergrennen im Golf 2.“ Tom war Fahrer, Eva Beifahrerin. Oder den ersten gemeinsamen Urlaub im T4 Camper von Eva, mit dem sie erst kürzlich wieder im Piemont über winzige Straßen tuckerten, Bücher lasen, Champagner am Lagerfeuer tranken – fern von Menschen, nah beieinander. Für kurze Trips ist da noch die DKW Hummel von 1952 im Familienbesitz. Und dann ist da noch das Jurahaus von 1723, das sie erst gekauft haben. „Alte Dinge haben eine Einfachheit, die uns gefällt“, sagt Eva.
Blick nach vorn
Ihre Zukunft klingt nach der leisen Beharrlichkeit von Schraubenschlüsseln und Gartenarbeit: Reisen mit dem Camper nach Korsika, Norwegen und Griechenland. Ein Wochenende auf der Rennstrecke von Spa. Eigenes Gemüse, eigene Werkstatt, Unabhängigkeit. „Nur so alt werden, wie es Geist und Körper gemeinsam schaffen“, sagt Tom. Das klingt gut.
Eva und Tom sind kein Paar aus dem Kitschregal. Sie sind zwei Menschen, die den Wert der Freundschaft kennen, die Liebe im Alltäglichen finden und deren Ehe (hoffentlich) so robust ist, wie ihr Fiat 500: klein, beständig, mit Geschichte im Gepäck und Platz für genau die zwei, die darin sitzen.

Bei Anruf Liebe
Umarmen. Küssen. Streicheln. Dinge, die so selbstverständlich wirken – und doch für viele unerreichbar sind. Maria hat daraus ihren Beruf gemacht. Sie arbeitet als Girlfriend-Escort in Berlin. Ihr Versprechen: Für einen Moment Nähe schenken, das Gefühl vermitteln, gesehen, gewollt und gehalten zu werden. Und das, obwohl sie selbst in einer festen Beziehung lebt. Von Anfang an war klar: Monogamie ist für beide kein erstrebenswertes Zukunftsmodell. Eifersucht kennt sie nicht. Auf Ehrlichkeit und Offenheit dagegen legt sie Wert.

Das Stadttheater feiert den Wonnemonat
Der Mai zeigt sich von seiner schönsten Seite – und das Stadttheater lädt am 15. Mai ab 18 Uhr dazu ein, den Wonnemonat gemeinsam zu feiern: mit Musik, Tanz und einem Hauch Wiener Lebensgefühl. Unter dem Motto „Alles Walzer!“ verwandelt sich der Theaterplatz in eine beschwingte Open-Air-Tanzfläche.

Muss man das Bäumchen biegen, solange es jung ist?
„Man muss das Bäumchen biegen, solange es jung ist“ – Ein Zitat, das man gelegentlich auf Hochzeiten heranzieht. Auch auf meiner. Eigentlich ist damit immer die Frau gemeint. Absurderweise ist dieses Zitat aus der Traurede von mir und meinem Mann das Einzige, woran ich mich textlich noch genau erinnere.

Ziemlich gute Freunde
Der Weg zur Bürgermeisterwahl war steinig und schwer. Und lang. Bei der heutigen konstituierenden Stadtratssitzung ging es hingegen angenehm schnell zu. Nach rund 90 Minuten war die Sause beendet. Das Ergebnis: 17 neue Stadträt:innen wurden vereidigt, ein neuer zweiter Bürgermeister gewählt. Dieser heißt wie erwartet Franz Wöhrl.

Anleitung zum Verlieben
36 Fragen. 4 Minuten Augenkontakt. Das Experiment des Psychologen Arthur Aron soll dabei helfen, sich zu verlieben.

FCI-Geschäftsführer Beiersdorfer muss gehen
Der FC Ingolstadt und Geschäftsführer Dietmar Beiersdorfer gehen ab sofort getrennte Wege. Das gab der Verein am Montagmittag bekannt. Unterschiedliche Auffassungen über den weiteren Kurs des FCI werden als Grund genannt. Die Trennung erfolgte „im gegenseitigen Einvernehmen“.