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Ziemlich gute Freunde
Der Weg zur Bürgermeisterwahl war steinig und schwer. Und lang. Bei der heutigen konstituierenden Stadtratssitzung ging es hingegen angenehm schnell zu. Nach rund 90 Minuten war die Sause beendet. Das Ergebnis: 17 neue Stadträt:innen wurden vereidigt, ein neuer zweiter Bürgermeister gewählt. Dieser heißt wie erwartet Franz Wöhrl.
Kurios: Nur etwas mehr als die Hälfte der Stadträt:innen wollte Franz Wöhrl (CSU) und seinen einzigen Gegenkandidaten Jakob Schäuble (FDP) vor der Wahl überhaupt reden hören. Dabei kann man doch aus Reden so viel heraushören. In Wöhrls Fall zum Beispiel, dass man auch nach 18 Jahren im Stadtrat noch ein wenig aufgeregt sein kann. Sein darf. Man steht eben nicht jeden Tag vor der Wahl zum Bürgermeister einer Großstadt.
Deutlich wichtiger jedoch: Alle mögen sich wieder. Christian De Lapuente (SPD) wird in Wöhrls Rede zum „Freund“, auch mit Oberbürgermeister Kern ist er „in sehr enger Freundschaft verbunden“, als zweiter Bürgermeister würde er in „sehr große Fußstapfen“ von Albert Wittmann und der „geschätzten Dorothea Deneke-Stoll“ treten. Die Protagonisten also, unter denen es die letzten Wochen heiß herging, wurden lobend erwähnt.


Alles vergessen. Jetzt geht es um „Zusammenhalt“, „in die gleiche Richtung ziehen“ und „das große Schiff Stadtverwaltung nach vorne bringen“. Und: Vertrauen. Vor allem untereinander. Das Vertrauen dürfte bei einigen Stadträt:innen angekratzt sein, auch wenn Wöhrl betont, dass die Gespräche „von Haus aus immer konstruktiv“ gewesen seien. Rückblickend muss man festhalten, dass sich nicht allzu viel vom sehr früh feststehenden Rahmen geändert hat. Der lautete: Das zweite Bürgermeisteramt für die CSU, das dritte für die SPD, und für die Grünen fällt ein Umweltreferat ab. So lautet auch die endgültige Vereinbarung. Nur Christopher Hofmann (CSU) wurde zwischendrin als zuerst nominierter Bürgermeisterkandidat geschasst.
Der Bereich Umwelt sei ihm wichtig, betont Wöhrl. Er selbst kommt aus der Landwirtschaft. „Ich war bis gestern Abend draußen auf meinen Feldern zum Beregnen“, sagt er. An eine Trockenheit wie heuer könne er sich nicht erinnern. Umwelt also ein Thema, um das man sich kümmern müsse – auch in finanziell schweren Zeiten. Übernehmen werden das die Grünen in einem neuen Referat. Teil der Abmachung.
Wöhrl wird die Bereiche Kultur und Bildung sowie Sport und Veranstaltungen übernehmen. „Zum Teil Neuland“, wie er selbst zugibt. „Das ist für mich eine Herausforderung, was vielleicht auch ganz gut ist.“ Mit Agnes Krumwiede (Grüne) stand er schon im Austausch. Kultur und Bildung will er wieder auf einen guten Pfad bringen. Eine Schwachstelle sieht er in der Verwaltung bei der Vernetzung zwischen den Ämtern und den Referaten. Ebenfalls eine große Aufgabe, die er als zweiter Bürgermeister angehen will.
Ansonsten die Mammutaufgabe: Konsolidieren, ohne etwas kaputtzusparen. Leichter gesagt, als getan. Oder: Unmöglich. Aber Wöhrl hat zur Sitzung ordentlich Optimismus im Gepäck. Selbst bei der Sanierung des Stadttheaters ist er optimistisch.
Schlussendlich erhielt Franz Wöhrl 27 von 51 Stimmen. Zur Erinnerung: Das gemeinsame Bündnis aus CSU (14), SPD (8) und Grünen (6) hat insgesamt 28 Stimmen. Mit OB Kern wären es 29. Die Wahl ist geheim, deshalb ist es müßig zu spekulieren, wer Wöhrl die Stimmen verweigert hat. Ganz überzeugend ist das Ergebnis jedoch nicht.
Gab’s nicht noch einen dritten Bürgermeister?
Während Franz Wöhrl in der konstituierenden Stadtratssitzung von Christian De Lapuente für die Wahl nominiert wurde, erledigte das für seinen Gegenkandidaten Jakob Schäuble (FDP) Matthias Schickel (UWG). Schäuble bekam 20 Stimmen. Vier Stadträt:innen enthielten sich.
Doch gab es nicht noch einen dritten Bürgermeister in Ingolstadt? Durchaus. Dieser wird aber wieder herabgestuft aufs Ehrenamt – und damit günstiger für den Steuerzahler. Die Wahl kann wegen der Herabstufung frühestens nächste Woche erfolgen. Der Name des zu Nominierenden aber steht schon fest: Es ist Franz Wöhrls Freund. Christian De Lapuente. Wie viele Freunde dieser in der CSU noch hat, wird man ihn bei seiner Wahl wissen lassen.

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