Vom Sandkasten ins Standesamt

Fotos: Herzmomente Fotografie

Die Geschichte von Sabrina und Fabian beginnt im beschaulichen Wettstetten und sie geht so: Es waren einmal zwei Kinder, ein Mädchen und ein Junge, die gerne Zeit miteinander verbrachten. Echte Kindergartenfreunde, so unzertrennlich, dass sie auf Gruppenfotos von damals stets nebeneinander zu sehen sind. Doch der Junge und das Mädchen wurden älter, sie gingen auf unterschiedliche Schulen und verloren sich mit der Zeit aus den Augen. Zwar liefen sie sich noch über den Weg, aber mit den Jahren, die ins Land zogen, verblasste die Erinnerung an die Kindergartenfreundschaft. Bis sie sich irgendwann gar nicht mehr daran erinnern konnten, jemals Freunde gewesen zu sein.

Das Schicksal jedoch wusste, dass die beiden füreinander bestimmt waren und wartete nur auf den richtigen Moment, sie wieder miteinander zu vereinen. Als im September 2011 ein Feuerwehrfest in Wettstetten stattfand, nutzte es die Gunst der Stunde. Der Junge und das Mädchen, die mittlerweile zu erwachsenen Menschen herangewachsen waren, kamen ins Gespräch und die Liebe traf sie so unerwartet wie leidenschaftlich. Der erste Kuss fiel noch am selben Abend. Seit diesem einen Tag auf dem Feuerwehrfest, der alles verändern sollte, sind sie ein Paar. Und die Moral von der Geschichte? Das Schicksal ist eben nicht immer ein mieser Verräter, sondern mindestens genauso oft ein liebenswürdiger Verkuppler.
Kaum auseinanderzuhalten: Bräutigam Fabian und Sohn Jonas im Partnerlook

Herausforderungen? Kein Problem!

Was klingt wie ein Märchen, ist genau so passiert. Erst als Sabrinas Mutter eines Tages sagte „Der Fabian Rotte, war der nicht mit dir im Kindergarten“ und sie sich daraufhin Fotos von damals anschauten, kamen die Erinnerungen zurück. Ein Zeichen, ein Beweis, dass sie zusammengehörten. Beiden war von Anfang an klar, dass das zwischen ihnen etws ganz Besonderes war. So war es auch gar kein Problem, dass sie sich anfangs nur selten sehen konnten, weil Fabian damals zum Studieren noch in Landshut wohnte. Und es war auch kein Problem, dass er am Anfang ihrer Beziehung für ein halbes Jahr nach Barcelona ging, um dort als Werkstudent für Seat zu arbeiten. „Dieses halbe Jahr hat uns noch enger zusammengeschweißt“, sagt Sabrina lächelnd. „Wir wussten: Wenn unsere Beziehung das geschafft hat, dann schaffen wir auch alles andere.“

Einige werden sich jetzt fragen: Was ist das Geheimrezept ihrer Beziehung? „Wir lassen uns gegenseitig unsere Freiheiten“, erklärt Sabrina. „Wir haben zwar gemeinsame Freunde, aber jeder hat auch noch seinen eigenen Freundeskreis. Das ist uns ganz wichtig. Es gibt nie Diskussionen, wenn Fabi mal allein mit seinen Jungs oder ich mit meinen Mädels etwas unternehmen möchte.“ Und ebenso wichtig: „Vertrauen. Wir vertrauen uns zu 100 Prozent. Ich kann mich in den 9 Jahren Beziehung an keinen Moment erinnern, in dem einer dem anderen das Gefühl gegeben hätte, man könnte ihm nicht vertrauen – nicht einmal, als Fabi in Barcelona ein halbes Jahr lang in einer Frauen-WG gewohnt hat.“

Der Antrag – mitten in New York

2017 erfüllte sich das Paar einen großen Traum: Sie buchten eine Kreuzfahrt, von New York in die Karibik. Fabian hatte für diese gemeinsame Reise noch etwas Großes geplant, Sabrina ahnte davon nichts. Am ersten Morgen spazierten sie früh los, um New York zu erkunden. Es waren kaum Leute unterwegs, eine ruhige Atmosphäre umgab die Stadt. Sie liefen zusammen zur Borrow Bridge, machten ein Selfie und als Sabrina sich zu Fabian umdrehte, konnte sie ihr Glück gar nicht fassen: Fabian ging auf die Knie und hielt mitten in New York um Sabrinas Hand an. „Es war einfach unbeschreiblich“, erzählt Sabrina lächelnd. „Wir waren beide einfach nur überglücklich.“

Die Hochzeit – eine emotionale Achterbahnfahrt

Um das Glück perfekt zu machen, erträumten sie sich eine große Hochzeit, mit all ihren Liebsten. Doch wie so vielen Brautpaaren machte Corona auch ihnen einen Strich durch die Rechnung. Der Wunschtermin, ein Samstag im Mai, musste auf einen Freitag im Oktober verschoben werden – alles andere als ideal, weil Fabians Familie aus Paderborn stammt und nicht alle an einem Freitag Zeit für eine solch weite Fahrt haben würden. Sabrina hatte sich die Hochzeitsplanungen ganz anders vorgestellt. „Zwischenzeitlich hatten wir gar keine Lust mehr auf die Hochzeit. Ich hatte einfach keine Energie mehr für die Hochzeitsvorbereitungen, da ich immer dachte: es wird wahrscheinlich sowieso nicht klappen“, erzählt sie. Aber der Tag rückte immer näher und nach aktueller Lage durfte man mit 100 Gästen feiern, also machten sie weiter mit ihren Planungen. Es war ein Wechselbad der Gefühle. Eine wichtige Stütze in dieser Zeit war den beiden Herr Rockermeier vom Landgasthof Rockermeier, wo die Hochzeit stattfinden sollte. „Wir haben sehr oft mit ihm telefoniert und es war einfach unkompliziert und er hat uns immer ein gutes Gefühl gegeben. Man kann jedem, der einen Veranstalter gerade in solch schwierigen Zeiten sucht, zu 100 Prozent den Landgasthof Rockermeier empfehlen. Sie machen ihren Job einfach schon ewig und das merkt man in jedem Detail. Das ganze Team war eine riesen Hilfe“, erzählt Sabrina. „An dieser Stelle auch noch mal Danke an unsere Eltern und Trauzeugen. Sie hatten es auch nicht einfach mit uns und haben uns so sehr unterstützt und mitgefiebert.“

Gemeinsam mit der Hilfe aller Beteiligten schafften Sabrina und Fabian es, trotz aller Beschränkungen ihre Traumhochzeit auf die Beine zu stellen. Freunde des Brautpaars spielten dabei eine wichtige Rolle. Eine Freundin sang in der Kirche, ein Freund spielte Schlagzeug in der Hochzeitsband und ein weiterer Freund sang das Lied für den Hochzeitstanz: ‚Perfect‘ von Ed Sheeran. Ein weiteres Highlight war für das Brautpaar die kirchliche Trauung. „Pfarrer Gruber aus Wettstetten hat so eine tolle, lockere Trauung abgehalten, dass alle im Nachhinein davon geschwärmt hatben. Wenn es mehr solche Pfarrer geben gäbe, würden sich bestimmt mehr Leute kirchlich trauen lassen“, schmunzelt Sabrina. Das allergrößte Highlight und der emotionalste Moment des Tages war für sie beide, als sie ihren 2-jährigen Sohn Jonas am Tag der Trauung zum ersten Mal zu Gesicht bekamen. „Wir wussten beide nicht, was er anhaben wird“, erzählt Sabrina. „Die große Überraschung war, dass er das fast gleiche Outfit wie Fabi anhatte, das war einfach Wahnsinn.“ Der ganze Tag sei voller emotionaler Momente gewesen, rückblickend hätten sie sich keine schönere Hochzeit vorstellen können.

Jetzt, nach diesem Jahr der Unsicherheiten und emotionalen Achterbahnfahrten wünscht sich das frischvermählte Paar erst einmal ein besinnliches Weihnachtsfest und dass das Leben im Jahr 2021 hoffentlich wieder etwas unbeschwerter wird. Das wünschen wir uns auch.

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