5 Frauen der Geschichte

Foto: Adobe Stock / sketchtushar

Der 8. März ist der Internationale Frauentag. An diesem Tag wird seit über 100 Jahren weltweit auf Frauenrechte, die Gleichstellung der Geschlechter und bestehende Diskriminierungen aufmerksam gemacht. Frauenrechte mussten und müssen immer wieder aufs Neue erkämpft werden. Beim Blick in sein Bücherregal fällt unserem Redakteur Sebastian auf, dass  er viele Bücher von oder über Frauen hat, die für ihre Rechte, ihre Freiheiten und ihre Ideale kämpfen mussten- so manche davon bezahlte ihren Kampf mit dem Leben. Fünf dieser Frauen stellt er hier kurz vor.

Eines haben alle diese Frauen gemeinsam: sie kämpften für eine Sache. Sie waren stark. Sie ließen sich nicht unterkriegen. Sie ordneten sich nicht unter. Sie sprengten Grenzen. In meiner kleinen Auswahl findet sich eine Kriegsfotografin, eine Spionin, eine Widerstandskämpferin, eine Journalistin und eine Karikaturistin. Letztere fällt hier vermutlich ein wenig aus der Reihe, sie selbst würde sich wohl kaum mit den anderen vier Frauen vergleichen. Dennoch sticht sie hervor, weil sie ein Sprachrohr für alle ist, die den Kampf für ihre Freiheiten nicht überlebten.

Gerda Taro

Fotografin
geboren 1. August 1910 in Stuttgart; gestorben 26. Juli 1937 in El Escorial, Spanien

Vermutlich kennen Gerda Taro die wenigsten, viel bekannter dürfte hingegen folgender Name sein: Robert Capa. Capa machte sich durch seine Fotos im Spanischen Bürgerkrieg einen Namen und ist bis heute einer der berühmtesten Fotografen überhaupt. Doch ratet mal, wer mit ihm an der Front fotografierte. Genau, es war Gerda Taro. Sie war die erste Frau überhaupt, die an einer Front fotografierte. Viele Aufnahmen der Fotografin wurden ihrem Lebensgefährten Capa zugeschrieben. Erst durch einen sensationellen Fund im Jahr 2007 – in Mexiko wurde ein Koffer mit tausenden Bildnegativen gefunden, die bis dato als verschollen galten – konnte dieser Irrtum geklärt werden. Wirklichen Ruhm hat ihr das  – posthum – allerdings nicht verschafft.

Gerda Taro wuchs in Deutschland auf, musste aber 1933 nach Frankreich fliehen – sie war Jüdin. 1936 entschied sie sich, die Gräuel des Spanischen Bürgerkrieges mit ihren Fotografien zu dokumentieren. Knapp ein Jahr später kam sie nach einem Unfall an der Front ums Leben.

Buchtipp

Das Mädchen mit der Leica
Helena Janeczek
Roman

22 Euro
352 Seiten

Edith Tudor-Hart

Fotografin und Agentin des KGB
geboren 28. August 1908 in Wien, Österreich-Ungarn; gestorben 12. Mai 1973 in Brighton

Spannender kann ein Leben wohl kaum sein. Geboren und aufgewachsen ist Edith Tudor-Hart in Wien, sie studierte in der Weimarer Republik am berühmten Bauhaus. Die Polizei war ihr über viele Jahre dicht auf den Fersen: Tudor-Hart war nämlich Kommunistin und Spionin für die Sowjetunion. Als es 1933 in Österreich für sie zu gefährlich wurde, emigrierte sie nach England. Doch auch da führte sie ihr Doppelleben weiter, was nicht lange unentdeckt blieb.

In England legte Edith Tudor-Hart den Grundstein für den berühmtesten Spionagering überhaupt, die sogenannten „Cambridge Five“. Nebenbei machte sie sich durch ihre fotografischen Sozialreportagen einen Namen. Tudor-Hart hatte ein hartes Leben, neben ewigen Geldsorgen war ihr Sohn schwer krank, besonders eindringlich wird das im unten stehenden Buchtipp geschildert.

Buchtipp

Die Dunkelkammern der Edith Tudor-Hart
Peter Stephan Jungk
Biographie

13,99 Euro
320 Seiten

Foto: By Source (WP:NFCC#4), Fair use, https://en.wikipedia.org/w/index.php?curid=46283747

Sophie Scholl

Studentin und Widerstandskämpferin
geboren 9. Mai 1921 in Forchtenberg; gestorben 22. Februar 1943 in München

Sophie Scholl kennt ihr sicherlich. Die Widerstandskämpferin erinnert uns – auch fast 80 Jahre nach ihrem Tod noch – wie wichtig es ist, Stellung zu beziehen. Dort auf Unrecht hinzuweisen, wo Unrecht zu finden ist. Für ein Miteinander einzustehen, statt Ausgrenzung zu befeuern. Sophie Scholl lebte – und starb – für das Ideal der Freiheit. Die Idee der Weißen Rose lebt bis heute weiter.

In Inge Scholls (die Schwester von Hans und Sophie) Buch „Die Weiße Rose“ wird ein Traum geschildert, den Sophie in der Nacht vor ihrer Hinrichtung gehabt haben soll. Sophie trug ein Kind einen steilen Berg hinauf, als sich plötzlich eine Gletscherspalte auftat. Sie hatte gerade noch Zeit, das Kind sicher niederzulegen, bevor sie in die Gletscherspalte fiel.

„Das Kind ist unsere Idee, sie wird sich trotz aller Hindernisse durchsetzen“,

erklärte sie ihrer Zellennachbarin.

Seit kurzem gibt es zwei neue Biographien zu Sophie Scholl. Eine davon:

Buchtipp

Es reut mich nichts
Robert M. Zoske
Biographie

24 Euro
448 Seiten

Milena Jesenska

Journalistin, Schriftstellerin und Übersetzerin
geboren am 10. August 1896 in Prag, Österreich-Ungarn; gestorben am 17. Mai 1944 im KZ Ravensbrück

Milena Jesenská stellte sich schon früh gegen alle Konventionen: Von der braven Medizinstudentin aus gutbürgerlichem Haus zur Rebellin gegen den Vater, von der femme fatale zur politischen Journalistin und engagierten Widerstandskämpferin im Dritten Reich – ihr kurzes bewegtes Leben führte Milena Jesenská von Prag nach Wien, in den Untergrund und schließlich ins KZ Ravensbrück, wo sie anderen Frauen durch gefälschte Diagnosen das Leben rettete, aber selbst 1944 starb.

Eindringlich erzählt Bestsellerautor Alois Prinz die Lebensgeschichte dieser Frau, die selbst in finsteren Zeiten ihre Entschlossenheit, ihren Mut und ihre Leidenschaft – vor allem aber ihre Fähigkeit zu großer Liebe nie verloren hat.

Buchtipp

Sie ist ein lebendiges Feuer
Alois Prinz
Biographie

10,95 Euro
228 Seiten

Catherine Meurisse

Karikaturistin
geboren am 8. Februar 1980 in Niort

„Wir haben die Kunst, damit wir nicht an der Wahrheit zugrunde gehen.“

Mit diesem Zitat von Nietzsche beginnt die Graphic Novel der Karikaturistin Catherine Meurisse. Durch die Schönheit der Natur und der Künste versuchte Meurisse, zu ihrer eigenen Leichtigkeit zurückzufinden. Meurisse überlebte einen Terroranschlag – den Anschlag auf das Satire-Magazin Charlie Hebdo im Januar 2015. Ein Anschlag auf die Meinungsfreiheit. Meurisse überlebte, weil sie für die Redaktionssitzung zu spät dran war. Viele ihrer Kollegen wurden an diesem Tag aus dem Leben gerissen.

Meurisse suchte seitdem nach einem Umgang mit der Tragödie und einem neuen Zugang zu ihrem Leben. Ihr Buch „Die Leichtigkeit“ ist sehr intensiv und persönlich, es gibt ihrer Trauer Raum und ist zugleich eine Ermutigung, sich die Schönheit des Lebens zurückzuerobern. Es ist ein Buch der Hoffnung. Ein Buch, das zeigt, wie stark Ideale sind und dass diese sich nicht durch Gewalt besiegen lassen.

Buchtipp

Die Leichtigkeit
Graphic Novel
Catherine Meurisse

20,00 Euro
144 Seiten

Foto Meurisse: Par Georges Seguin (Okki) — Travail personnel, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=6325267

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