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Silab, der Boxer
Er kam von Afghanistan nach Ingolstadt – jetzt ist er Deutscher Meister
Silab Noori ist erst seit diesem Jahr in Deutschland – und doch kann er schon zwei beträchtliche sportliche Erfolge vorweisen. Ende Oktober wurde er in der Klasse bis 92 Kilogramm Bayerischer Meister im Boxen, Anfang Dezember legte er sogar noch einen drauf. Bei der Deutschen Meisterschaft in Rostock konnte ihm keiner seiner drei Kontrahenten das Wasser reichen, Silab holte verdient Gold und darf sich nun in der Klasse bis 86 Kilogramm Deutscher Meister nennen.
Silab Noori ist im Boxsport kein unbeschriebenes Blatt. Der 20-Jährige ist 5-facher afghanischer Meister, boxte sogar in der afghanischen Nationalmannschaft. Für Silab öffnete sich dadurch auch ein Weg aus dem krisengebeutelten Land. Als das Nationalteam im Dezember 2021 für ein Turnier in Serbien war, weigerten er und seine acht Teamkollegen sich nachvollziehbarerweise, wieder in das von den Taliban beherrschte Afghanistan zurückzukehren (mehr über diese Geschichte könnt ihr hier nachlesen).
Neue Boxheimat auf der Schanz
In Deutschland fand er Anfang des Jahres beim FC Grün-Weiß Ingolstadt eine neue sportliche Heimat. Sein Trainer Ramil Fatullaew könnte stolzer nicht sein. „Silab ist ein risikobereiter Boxer, der sein Ziel nie aus den Augen verliert und immer 100 Prozent gibt“, sagt Fatullaew, dessen jüngerer Bruder Rawil heuer Bayerischer Meister wurde (Klasse -86 kg). Die Boxschmiede in Ingolstadt scheint ohnehin gut zu funktionieren, weitere Erfolge konnten in diesem Jahr auch Haris Habibovic (Bayerischer Vizemeister), Leon Mataj (U19 Deutscher Vizemeister), Milen Alekov (U17 Deutscher Vizemeister) und Jakob Suppus (U17 3. Platz Deutsche Meisterschaft) verbuchen.

Push the break
Lange war Ingolstadt eine Stadt, in der Zukunft vor allem nach Motor klang. Ein vertrautes Brummen aus Werkhallen, Pendlerverkehr – und dazu das beruhigende Gefühl: Hier geht schon nichts schief. Audi lief, also lief die Stadt. Gewerbesteuer reichlich, Haushalt solide, Selbstbewusstsein serienmäßig. Kultur durfte mitfahren, aber meist auf dem Beifahrersitz.

Die Abwarter. Warum die Union kein AfD-Verbot will
„So ein herrlicher Sonnentag und ich muss gehen. (…) Was bedeutet mein Tod, wenn durch unser Handeln Tausende gewarnt und alarmiert werden“ – Dieses Zitat von Sophie Scholl, Widerstandskämpferin im Dritten Reich, die im Alter von 21 Jahren durch das Fallbeil hingerichet wurde, bringt die Tragik unserer aktuellen Situation auf den Punkt.

Gastronomie zieht noch heuer ins Georgianum
Freitagnachmittag, die Sonne strahlt. Ortstermin am Ingolstädter Georgianum. INKoBau-Geschäftsführer Nicolai Fall hat – anders als in der Vergangenheit – viele gute Nachrichten im Gepäck.

Krisenkids
Zur Geburt der Anschlag auf das World Trade Center. Zur Einschulung der Beginn der Globalen Finanzkrise. Zur Pubertät der Höhepunkt der Flüchtlingswelle. Zur Volljährigkeit der Ausbruch der Coronapandemie. Der Ukrainekrieg im Anschluss – und zwischendurch Klimakrise und Rechtsruck. Eileen Karl ist Teil der krisengebeutelten Generation Z. Mit Herzchen auf den Fingernägeln und antifaschistischem Selbstverständnis kandidiert sie in Ingolstadt für die Linke.

Notstand bekämpfen
Carlos Alvarez de la Rosa ist Pflegefachmann im Seniorenzentrum Dietrich-Bonhoeffer. Seit neun Jahren lebt er mit seiner Frau Steffi und seinen zwei kleinen Kindern Raffaela und Leonardo in der Region 10, zunächst in Buxheim, nun in Ingolstadt. Er möchte das Thema Pflegenotstand und würdevolle Pflege im Alter in den Fokus der Menschen rücken und kandidiert unter anderem dafür für den Ingolstädter Stadtrat auf der Liste der Grünen.

Angriff auf die Brandmauer
Es ist ein Artikel mit Sprengkraft. „Teile der Ingolstädter CSU stellen die Abgrenzung zur AfD infrage“, schreibt der Donaukurier in seiner heutigen Printausgabe. Im Mittelpunkt steht ein Zitat von Florian Wäckerle (CSU). Der Fall der Brandmauer verkommt darin zur reinen Formsache. Der gemäßigte Teil der Ingolstädter CSU muss jetzt laut werden.