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Warum es mich eigentlich gar nicht gibt

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Warum es mich eigentlich gar nicht gibt

Kennen Sie diese Frau? Natürlich nicht. Warum wir uns da so sicher sind? Sie existiert nicht, obwohl sie täuschend echt aussieht. Ein Programm für Künstliche Intelligenz (KI) steckt dahinter.

Trauen Sie Ihren Augen?

Durch den Einsatz von KI entstehen fast schon spielend einfach beeindruckende Bilder. Ein Interview mit dem Pfaffenhofener Künstler Sebastian Martin, der sich in der digitalen Kunstwelt besonders wohlfühlt.

Sebastian, was hat sich durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) in deinem Schaffen verändert?
Zwei Sachen auf jeden Fall. Zum einen arbeite ich jetzt generell sehr viel mehr mit Bildern. Seit einem halben Jahr nutze ich das Programm Midjourney, das sehr tolle Bilder erzeugt (u.a. die Fotos auf dieser Seite, Anm.). Durch regelmäßige Updates sieht das alles immer noch besser aus. Es gibt viel zu entdecken, das ist das Spannende daran. Ich beschäftige mich auch sehr viel mehr mit verschiedenen Stilen, Typen und dem Aufbau von Bildern. Zum anderen nutze ich die KI zur Inspiration für Bilder, die ich malen oder durch 3D-Renderings erstellen will.

Weitere Bilder aus Sebastian Martins KI-Welt:

Durch den Einsatz von KI kann man sich durchaus fragen: Wie viel der Kunst gehört noch dem Künstler und wie viel der KI?
Der Prozess hat sich natürlich komplett verändert. Man hatte aber ein ähnliches Argument, als sich die Fotografie etablierte. „Beim Fotografieren muss man ja gar nichts mehr selbst machen. Das kann ja jeder“, hieß es im Kontrast zur Malerei. Persönlich merke ich, dass die KI-erzeugten Bilder ein bisschen weniger kreativen Schaffensprozess in sich haben. Gerade bei Midjourney, wo man durch Wörter (die ich aber natürlich auch erst einmal kennen muss) relativ leicht visuell sehr spannende Sachen erzeugen kann. Oft sind das auch Bilder, auf die ich erstmal gar nicht gekommen wäre. Man gibt auf jeden Fall einiges an kreativen Prozess an die KI ab. Auf der anderen Seite habe ich natürlich viel mehr Inspirationsmöglichkeiten und kann selbst viel mehr probieren. Es ist ganz anders als beim 3D-Bild oder beim Malen.

New York neu erdacht – mit KI:

Verkommt der Künstler dabei nicht zum einfachen Stichwortgeber? Das Handwerkliche erledigt die KI?
Der Ausdrucksprozess ist natürlich ein anderer. Wenn man als Künstler Lust hat, visuell geile Sachen zu machen, ist die KI wahnsinnig toll. Wenn man trotzdem noch den inneren Drang verspürt zu interagieren, sei es mit einer Software oder klassisch mit Pinsel und Leinwand, dann ersetzt das die KI natürlich nicht.

Keine KI, eine ganz reale Fotografie von Sebastian Martin

Es gibt Diskussionen, ob KI überhaupt neue Kunst erzeugen kann. Manche sehen es nur als Plagiat vorhandener Kunstwerke.
Ich weiß nicht, ob es darauf eine konkrete Antwort gibt. Man hat als Mensch Zugriff auf viele hundert Jahre Kunstgeschichte, kann in Museen gehen etc. Alles, was du als Mensch letztlich machst, ergibt sich irgendwo aus deinem Input. Als Beispiel: Wenn ich nie ein riesiges Renaissancegemälde gesehen habe, kann ich auch nicht davon beeinflusst werden. Die KI hat den Vorteil, dass sie Vielfalt erzeugen kann. Dass sie Kombinationen schafft, auf die ich als Künstler gar nicht komme. Ob es etwas komplett Neues in der visuellen Kunst gibt, ist aber ohnehin die Frage.

Weitere „richtige“ Fotografien:

Liegen die Rechte an den von dir erzeugten KI-Bildern eigentlich bei dir oder den Firmen hinter den KI-Programmen?
Bei Midjourney ist es so: das Bild kommt von der KI, du kannst es verwenden, wie du willst. Ganz generell ist das aber ein spannendes Thema und ich finde, dass wir über das Copyright im Digitalen mehr reden müssten und noch schlauere Lösungen brauchen. Wenn ich das KI-Bild aber als Künstler verändere – das mache ich bei fast all meinen Bildern auch – wird es mehr zu meinem Bild. Im Prinzip würde ich aber sagen, dass es keinen Sinn macht, auf KI-Bilder ein Copyright zu geben. Die KI wird jedoch mit Bildern von Künstlern trainiert. Ich fände es also fair, diese Künstler dafür zu kompensieren. Das hat aber mit Copyright erstmal gar nichts zu tun.

3D-Renderings von Sebastian Martin:

Birgt der Einsatz von KI in der Kunst für dich mehr Vor- oder Nachteile?
Auf jeden Fall mehr Vorteile. Ich finde es ein wahnsinnig spannendes Werkzeug – und ich sage ganz bewusst ein Werkzeug. Wir leben in einer extrem visuellen Welt, sind ständig mit der Bilderflut auf Instagram und weiteren Plattformen konfrontiert. Das zeigt den großen Wunsch des Menschen, sich visuell auszudrücken. Gleichzeitig hat aber nicht jeder die Möglichkeit, die Zeit oder den Zugang, sich selbst künstlerisch in visuell spannenden Sachen auszudrücken. KI ist wie ein Cheatcode, eben doch coole Bilder machen zu können – auch ohne große Leinwand. Das Bild habe ich letztlich irgendwie doch selbst gemacht, weil ich mit dem Werkzeug interagiert habe. Auch ChatGPT (KI für Texterzeugung, Anm.) finde ich sehr spannend. Ich sehe in dem, was in den vergangenen zwölf Monaten zugänglich gemacht wurde, viel Potenzial.

Sebastian Martin

Sebastian Martin ist 34 Jahre alt und in Pfaffenhofen geboren. Für Studium und Beruf verließ er seine Heimat, vor 2 Jahren kehrte er zurück. Künstlerisch war er lange in der digitalen Welt zuhause (3D-Renderings, Photoshop), vor eineinhalb Jahren kam die Malerei und das Zeichnen hinzu. Zudem fotografiert der Pfaffenhofener gerne. Als hauptberuflicher Programmierer ist es nicht allzu verwunderlich ist, dass ihn die Möglichkeiten der Künstlichen Intelligenz faszinieren. Seit rund einem Jahr integriert er KI vermehrt in seinen Schaffensprozess. Sebastian Martin engagiert sich außerdem im Pfaffenhofener Kunstverein.
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