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Taktwechsel nach zwölf Jahren: Die Brass Wiesn verlässt Eching
Ein letzter Anstich, ein letzter Tusch – und gleichzeitig der Startschuss für das nächste Kapitel: Nach zwölf erfolgreichen Jahren wird das größte Blasmusikfestival Deutschlands vom 30. Juli bis 2. August 2026 ein letztes Mal auf dem Gelände am Echinger See stattfinden. Danach ziehen Bierzelt, Bühnen und Bands weiter in eine neue Heimat, um das Festival mit frischem Wind in die Zukunft zu führen.
„Die Entscheidung ist uns schwergefallen. Die Brass Wiesn und Eching, das war einfach ein tolles Match. Wir wurden hier von Anfang an mit offenen Armen empfangen. Zum Start im Jahr 2013 haben wir gerade einmal 900 Besucher gezählt, inzwischen sind es über 15.000! Das Gelände ist einmalig und hat maßgeblich zu dieser besonderen Atmosphäre beigetragen“, so Alexander Wolff, Geschäftsführer der veranstaltenden Sonnenrot GmbH.
Der Umzug steht im Kontext einer sich drastisch verändernden Festivallandschaft, in der viele Veranstalter unter enormem wirtschaftlichen Druck stehen. Nach aktuellen Daten des Bundesverbandes der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft (BDKV) sind die Kosten für Produktion, Personal und Künstler:innen seit der Corona-Pandemie branchenweit um rund 50 Prozent gestiegen. In der Folge haben sich auch die Ticketpreise im Branchenschnitt bereits um etwa 30 Prozent erhöht. Bei einem Festival wie der Brass Wiesn wiegt dieser Kostendruck besonders schwer: Da auf dem Gelände am Echinger See keinerlei feste Infrastruktur existiert, muss jedes Jahr die komplette Logistik für Strom, Wasser, Bühnen und Absperrungen von Grund auf neu errichtet werden.
„Wie viele andere Veranstalter auch, kämpfen wir mit immens gestiegenen Kosten“, erklärt Wolff die Hintergründe. „Eigentlich müssten wir die Ticketpreise um gut 60 Euro anheben, um diese Preisspirale aufzufangen. Aber genau das wollen wir eben nicht. Die Brass Wiesn soll authentisch bleiben und sich nicht zur Luxusveranstaltung entwickeln. Gleichzeitig müssen wir wirtschaftlich arbeiten, um Künstler:innen und Crew fair zu bezahlen. Das lässt sich mit dem enormen logistischen Aufwand in Eching schlicht nicht mehr realisieren. Wir freuen uns deshalb sehr, eine passende neue Location gefunden zu haben. Die Pläne und Konzepte befinden sich bereits in den letzten Zügen.“
Die Seele und die einzigartige Mischung der Brass Wiesn bleiben trotz des Standortwechsels erhalten: Hochkarätige Brass-Bands, traditionelle Blaskapellen und coole Crossover-Acts aus Pop, Indie und Electro. Auch das unverwechselbare Festival-Flair mit Camping, Biergarten, Tanzboden, bayerischer Lebensfreude und Schuhplattlern zieht mit um.
„Wir verlassen Eching mit einem weinenden und einem lachenden Auge. Die Festivals der letzten Jahre haben sich in unseren Herzen und den Herzen tausender Besucher:innen einen festen Platz gesichert. Last but not least geht ein ganz großes Dankeschön an alle Echinger und die Verantwortlichen der Gemeinde!“, so Wolff.
Wohin es die Brass Wiesn zieht, wird der Veranstalter am 1. August auf der Brass Wiesn 2026 bekannt geben. Doch jetzt freuen sich alle Beteiligten erst einmal auf ein grandioses Finale in Eching und auf beste Stimmung beim Festival Dahoam 2026.
Brass Wiesn 2026 vom 30. Juli bis 2. August / +70 Bands / 5 Bühnen

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