Kulturszene setzt Zeichen für Kammerspiele

Max Rogue (mit Schiebermütze) wird am 2. Juni auf dem Theaterplatz auftreten

Konzert am 02. Juni: Von KIZZRock bis Maxi Grabmaier

Mehrere Kunst- und Kulturschaffende aus der Region und darüber hinaus spielen am 02. Juni ein Konzert auf dem Theatervorplatz in Ingolstadt. Unter dem Motto #DeineStimmeDafür wollen sie auf Einladung des Stadttheaters gemeinsam ein Zeichen setzen für den Bau der Kammerspiele als dringend notwendiger Veranstaltungsort für die Kulturszene der Stadt.

Klares Ziel

In der Kulturszene bangt man dem Ratsbegehren am 24. Juli entgegen. „Wird das neue Kleine Haus nicht gebaut, fehlt nicht nur Ingolstädter Musiker*innen, Kabarettist*innen oder Schauspieler*innen ein prominenter Veranstaltungsort in der Innenstadt. Auch überregionale Künstler*innen nutzen gerne das Große Haus oder den Festsaal und könnten mit den Kammerspielen – über die Zeit der Sanierung des Stadttheaters hinaus – auf ganz neue Möglichkeiten zurückgreifen“, heißt es in einer Pressemitteilung des Stadttheaters.

Mit einem Konzert wolle man nun gemeinsam Flagge zeigen und verschiedene Kunstformen präsentieren. „Das Ziel: verdeutlichen, dass der Ausbau von Kunst und Kultur in Ingolstadt ausdrücklich erwünscht ist!“

Das Programm ist umfangreich: KIZZRock wird den Jüngsten einheizen, spaßig wird es mit der Kabarettistin Maxi Grabmaier. Auch der experimentelle Klangkünstler Bernhard Hollinger, der Bluesrocker Max Rogue sowie Dieta mit seinem »Soulhousediscodancerap« sind dabei. Moderator, Autor und Slammer Kevin Reichelt moderiert die Veranstaltung. Ebenfalls zu hören: Die Theaterband. Der Eintritt ist frei.

Merch & Tapas

Stelzenläufer und mehrere Kultureinrichtungen unterstützen die Bühnenschaffenden an ihren Marktständen. Mit dabei: Künstler an die Schulen e.V., die Harderbastei und das SÜDWIND-Festival. Taschen, T-Shirts oder Pullis mit dem roten Kampagnenherz wird es zu kaufen geben (hier im Online-Shop stöbern). Bei Tappas und Bowls, Eis und Kaffee, Wein und Longdrinks sowie gekühlten Getränken muss auch niemand hungrig oder durstig nach Hause gehen.

Neben einer umfassenden Information über das Projekt Kammerspiele erwartet die Besucher*innen vor allem eines: ein spaßiger Abend mit Menschen, die demonstrieren wollen, wie wichtig die Kammerspiele für sie und ihr Publikum sind!

Wann & wo? Donnerstag, 02. Juni, von 16 bis 22 Uhr, Theatervorplatz, Ingolstadt

Zeitplan:

  • 16 – 16.15 Uhr: Theaterband
  • 16.20 – 17.20 Uhr: KIZZRock
  • 17.30 – 18.30 Uhr: Maxi Grabmaier
  • 18.30 – 19.30 Uhr: Bernhard Hollinger
  • 19.45 – 20.45 Uhr: Max Rogue
  • 21 – 22 Uhr: Dieta

Kommentar von espresso-Redakteur Sebastian:

Über den geplanten Kammerspielen schwebt aktuell das Damoklesschwert mit Namen Ratsbegehren. Am 24. Juli fällt das Schwert. Trifft es oder nicht? Wenn es trifft, würde das wohl das Ende des „Kleinen Hauses“ bedeuten. Eine Alternative – ein temporäres Theaterzelt im Klenzepark – wird diskutiert, hat aber so viele Nachteile, dass man einen eigenen Roman darüber schreiben könnte. Weitere Lösungsvorschläge? Fehlanzeige. Außer natürlich zwei Schritte zurück zur Standortsuche. Es ist schwer vorstellbar, dass man nach all den Jahren, all den Millionen und all den Diskussionen im Stadtrat (sprich: mehrere Stadträte, so lange zieht sich das Thema schon) ganz plötzlich einen geeigneteren Standort aus dem Hut zaubern wird. Und will man wirklich erneut auf jahrelange Standortsuche gehen? Das Stadttheater muss nun einmal saniert werden – und den Theaterbetrieb über mehrere Jahre einzustellen, weil es keine Ersatzspielstätte gibt, kann wahrlich niemand wollen.

Naheliegender für all das Trara wäre – und das wird jetzt dem ein oder anderen die Zornesröte ins Gesicht treiben – dass man Oberbürgermeister Scharpf ein bisschen in die Suppe spucken möchte. Scharpf geriert sich gerne kulturnah und dass er Ingolstadt als Kulturstadt sehen möchte, ist kein Geheimnis. Mangelndes Interesse für kulturelle Belange hatte man seinem Vorgänger Christian Lösel nur allzu gerne vorgeworfen. Für Scharpf wird ein Aus der Kammerspiele eine politische Niederlage sein, auch wenn er betont, dass er sich nach dem Bürgerwillen richten wird.

Natürlich darf man aber die Argumente der Kammerspielgegner – Pardon: Kammerspielstandortgegner – auch nicht ohne weiteres vom Tisch wischen. Die Kammerspiele wurden bereits teurer als geplant und der Zenit ist wahrscheinlich noch nicht erreicht. Parkplätze werden wegfallen, Bäume werden umfallen. Bei Bauvorhaben dieser Größe bleibt außerdem immer ein Rest Ungewissheit. All das stimmt. Nur: Ungewissheit darf die Stadtentwicklung auf Dauer nicht lähmen, sonst verliert Ingolstadt den Anschluss.

Vielleicht verfehlt das Schwert aber auch sein Ziel.

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