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Abenteuerlust
Ein Campingtrip quer durchs Altmühltal
Mit dem Altmühltal haben wir eine der schönsten Gegenden Deutschlands direkt vor der Haustür. Unser Redakteur war mit Fahrrad und Zelt unterwegs auf dem Altmühltal Radweg.
Als wir nach vier Tagen unsere Fahrräder vor meiner Wohnung absperren, fühlen wir uns glücklich und erschöpft. Glücklich, weil eine tolle Erfahrung hinter uns liegt. Erschöpft, weil die 150 Kilometer doch kräftezehrender waren als gedacht. In vier Tagen sind wir von Rothenburg ob der Tauber in Mittelfranken bis nach Solnhofen geradelt. Mit dabei: unsere gesamte Campingausrüstung inklusive Zelt und Kleidung für jede Wetterlage.
Verstaut haben wir unser Gepäck in Rucksäcken und Fahrradtaschen, die wir uns extra für die Tour gekauft haben. Gut ausgerüstet, aber ohne Erfahrung und ohne wirklich zu wissen, was auf uns zu kommt, haben wir uns also auf den Weg gemacht. Im Voraus geplant haben wir kaum etwas. Wir wollten unterwegs größtmögliche Freiheit genießen und spontan auch mal vom Weg abkommen können.
Am ersten Tag sind wir frühmorgens mit dem Zug von Ingolstadt nach Rothenburg o. d. Tauber gefahren. Rothenburg ist immer wieder eine Reise wert. Normalerweise teilt man sich die Stadt mit unzähligen anderen Touristen, doch Corona-bedingt waren die Straßen leerer als sonst und wir konnten in aller Ruhe die mittelalterlichen Gäßchen erkunden und durch die weitestgehend erhaltenen Wehrgänge der Stadtmauer schlendern.
Unser kulinarischer Tipp: Das Restaurant „In & Joy“ am Plönlein. Vom Außenbereich hat man freien Blick auf das beliebteste Fotomotiv der Stadt: das schiefe Eck-Fachwerkhäuschen, eingerahmt von den beiden mittelalterlichen Stadttoren (s. Foto oben).
Am späten Nachmittag haben wir Rothenburg wieder verlassen und uns auf den Weg Richtung Süden gemacht. Jetzt hieß es: Zeltplatz finden. Wir entschieden uns spontan für den Campingplatz am Sonnensee, etwa 40 Kilometer von Rothenburg entfernt. Der Weg dorthin war anstrengender als gedacht. Nach mehreren Berg- und Talfahrten machte sich die fehlende Kondition bemerkbar. Umso glücklicher waren wir, als wir schließlich gerade noch rechtzeitig vor Sonnenuntergang am Campingplatz ankamen. Die Strapazen hatten sich gelohnt. Wir wurden herzlich empfangen und mussten wohl einen ganz schön mitleiderregenden Eindruck gemacht haben, denn obwohl das Restaurant eigentlich bereits schließen sollte, machte man für uns Ausnahme, damit wir noch etwas ordentliches in den Magen bekamen.
Am zweiten Tag machten wir uns – nach einer kurzen Erkundungstour um den Sonnensee – früh auf den Weg in Richtung Altmühlsee. Auf dem Weg dorthin passiert man das beschauliche Städtchen Orngau, ein wirklich schöner Ort, den wir uns gerne genauer angeschaut hätten. Doch die Zeit reichte nur für ein paar Fotos, ehe wir uns wieder aufs Fahrrad schwingen mussten, um rechtzeitig beim nächsten Campingplatz anzukommen. Gerade noch pünktlich trudelten wir dort ein. Der Campingplatz ist sehr ruhig gelegen und nur wenige Gehminuten vom Altmühlsee entfernt.
Unser Tipp: Inneren Schweinehund überwinden und früh aufstehen, auch wenn es sich im ersten Moment so gar nicht nach Urlaub anfühlt, wenn der Wecker um 5 Uhr klingelt. Die einzigartige Stimmung, die sich zum Sonnenaufgang über dem Altmühlsee ausbreitet, lässt die Müdigkeit schnell wieder vergessen. Vogelschwärme ziehen im Morgengrauen ihre ersten Runden über das Wasser, verschlafene Gänse erfrischen sich am See, während die Sonne durch die Wolken aufsteigt – ein einmaliges Erlebnis. Und das Beste: Man hat dieses Schauspiel ganz für sich, weil sich kein anderer Urlaub so früh aus den Federn schleppt.
Zum Abschluss unseres Campingtrips passierten wir Treuchtlingen, wo es sich lohnt, abzusteigen und auf Erkundungstour zu gehen oder auch einfach nur kurz einen kulinarischen Zwischenstopp einzulegen. Den letzten Abend verbrachten wir auf der Altmühlinsel, die sich neben der „Aktivmühle Yezzt“ bei Solnhofen befindet. Hier gibt es direkt neben dem Campingbereich ein kleines Restaurant. Und wer möchte, kann sich vor Ort ein Kanu mieten und die Altmühl entlangpaddeln – bei uns reichte es nur noch für einen entspannten Abend auf der Campingwiese. Aufgrund des regnerischen Wetters am nächsten Morgen entschieden wir uns, den restlichen Weg bis nach Ingolstadt im Zug zurückzurückzulegen.
Unsere kleine Reise hat uns mal wieder gezeigt, dass man das Abenteuer nicht in der Ferne suchen muss. Es gibt ganz in der Nähe so viel Natur, Kultur und reizvolle Orte, für die sich eine Erkundungstour lohnt. Wir sind voll auf den Geschmack gekommen. Den Rest der Strecke bis nach Regensburg wollen wir so bald wie möglich nachholen.

Good Vibrations
Seit seinem 17. Lebensjahr ist Keeper David Klein beim FC Ingolstadt. 2024 hat der gebürtige Bonner den Sprung ins Profiteam geschafft und stand nun erstmals in den letzten drei Ligabegegnungen bei den Schanzern zwischen den Pfosten. Wie der inzwischen 20-Jährige sein Debüt mit zwei Siegen sowie die vergangene Saison erlebt hat, verrät der Youngster im espresso-Interview und plaudert zudem über seine Hobbys, seine Sommerpläne und die anstehende Weltmeisterschaft.

Zwischen Romantik & Realismus
Steffen Kopetzky begab sich auf die Spuren von Heinrich Heine und erzählt darüber in seinem neuen Buch „Die Harzreise. Eine Deutschlanderkundung“.

Volksfest Ingolstadt startet am Freitag
Von Freitag, 22. Mai, bis Sonntag, 31. Mai, öffnen sich die Pforten des Pfingstvolksfestes, das heuer bereits zum 80. Mal stattfindet. Den Beginn läuten um 17.30 Uhr die „Schanzer Musikanten“ mit einem Standkonzert vor dem Herrnbräu-Festzelt der Familie Lanzl ein. Dort wird Oberbürgermeister Dr. Michael Kern um 18 Uhr das Pfingstvolksfest mit dem traditionellen Fassanstich offiziell eröffnen.

Zweite Blüte
An Paul Melia kommt man in Ingolstadt eigentlich nicht vorbei. Vielleicht kennt nicht jeder sein Gesicht, wohl aber seine Handschrift. Als Landschaftsarchitekt bei der GWG Ingolstadt ebnet Melia seit Jahren Wege für andere. Ziemlich buchstäblich. Er entscheidet, wo Menschen laufen, wie Kinder spielen und wie sie fallen.

Von der ehelichen Pflicht und zeitlosen Sehnsucht des Menschen
Ich erinnere mich noch ein wenig an meine Urgroßmutter. Jahrgang 1899. Zwei Weltkriege hat sie erlebt – die Mondlandung hielt sie für ausgemachten Unsinn. Wenn eines von uns Kindern nackt durchs Haus flitzte, kam zuverlässig der Kommentar: „Sei ned so unkeusch!“ Ich war vier, als sie starb. Es war eine andere Zeit, die sie prägte.

Was wollen wir uns leisten?
Die Stimme bricht, die Tränen steigen ihr in die Augen. Beate Diao steht an einem Freitagabend verloren auf der Bühne in der Harderbastei und blickt in die Menge. In diesen Tagen feiert sie mit ihrer Kunst- und Kulturbastei 20-jähriges Jubiläum. Eigentlich ein Grund zu strahlen, doch die Sparmaßnahmen der Stadt könnten das Aus für den Verein bedeuten. Was für Kinder und Jugendliche dadurch verloren ginge, wird an diesem Tag so sichtbar wie selten.