Startseite » Topstory » „Mir ist wichtig, dass sie von einem Kanzler Olaf Scholz angeführt wird“
"Mir ist wichtig, dass sie von einem Kanzler Olaf Scholz angeführt wird"
Jessica Meier will für die SPD und den Wahlkreis 216 in den Bundestag. Als waschechte Bayerin sei es für sie eine Ehre, hier als Direktkandidatin für die Sozialdemokratie antreten zu dürfen, erklärt sie im Interview.
Frau Meier, in Ihrer Kindheit haben Sie Ihrem Opa beim Schafehüten geholfen. Blicken Sie in stressigen Zeiten wehmütig auf diese Jahre zurück?
Ich denke gerne an meine Kindheit zurück, da braucht es keine besonderen Anlässe. Das sind in vielerlei Beziehungen meine Prägejahre. Daraus resultiert auch mein Bewusstsein für die Umwelt und eine gesunde Ernährung.
Erst Ende 2019 – da waren Sie schon über 30 – haben Sie die politische Bühne betreten, um in ihrem Heimatdorf Denkendorf als Bürgermeisterin zu kandidieren. Was gab den Ausschlag, sich neben Ihrer beruflichen Selbständigkeit auch noch in der Politik engagieren zu wollen?
Besonders zwei Punkte waren ausschlaggebend, dass ich mich selbst engagieren wollte und nicht nur zusehen zu müssen, wie manches so schleppend voran geht. Das war zum einen die nicht optimale Busverbindung von Denkendorf in alle Richtungen, die absolut verbesserungswürdig ist. Ich sehe hier in den letzten 25 Jahren keine große Verbesserung. Zum anderen war, dass ich nach meiner Rückkehr vom Studium am eigenen Leib erfahren musste, wie schwierig es ist, an ein geeignetes Baugrundstück oder an Wohnraum hier zu kommen. Diese Punkte haben mich dazu gebracht, mich für meine Heimatgemeinde zu engagieren, damit sich etwas bewegt.
Kommen wir zur anstehenden Bundestagswahl. Welche Themen liegen Ihnen dabei besonders am Herzen?
Bezahlbarer Wohnraum sollte ein Grundrecht sein. Gesundheit für alle, weil sie lebenswichtig ist. Aktiver Klimaschutz, damit unsere Kinder und Enkel eine Zukunft haben.
„Wohnen ist ein Menschenrecht!“, schreiben Sie auch auf Ihrer Webseite. Die Berliner*innen dürfen am Tag der Bundestagswahl per Volksentscheid darüber abstimmen, ob größere Immobilienfirmen vergesellschaftet werden sollen. „Mit der Vergesellschaftung wollen wir zwölf Prozent der Berliner Mietwohnungen der Spekulation entziehen und dauerhaft bezahlbare Mieten ermöglichen“, erklären die Initiatoren dazu. Halten Sie Vergesellschaftungen für ein probates Mittel zur Stabilisierung von Mietpreisen? Wie sähe Ihr Vorschlag aus?
Nein, ich bin gegen Vergesellschaftung, aber auch gegen Monopole auf dem Wohnungsmarkt. Ich denke, wir müssen mehr Wohnraum schaffen durch Neubau, Bauen im Bestand und Umstrukturierung von nicht benötigten Büroräumen zum Wohnen. Das kann zum Beispiel mit einfacheren Genehmigungsverfahren und Förderungen geschehen. Allerdings müssen Mieterinnen und Mieter auch geschützt werden, um nicht von heute auf morgen Wohnraum zu verlieren, weil er nicht mehr bezahlbar ist. Gerade am Wohnungsmarkt gilt das Gebot des Grundgesetzes: „Eigentum verpflichtet.“
Auf Ihrer Webseite schreiben Sie zudem: „Das Gesundheitswesen in Deutschland funktioniert im Großen und Ganzen recht zufriedenstellend.“ Viele Pflegekräfte hätten Ihnen dabei wohl schon vor Corona widersprochen. Während der Pandemie ist deren Arbeitsbelastung nochmal deutlich gestiegen. Um es mal etwas polemisch zu formulieren: Funktioniert das Gesundheitswesen auch deshalb so gut, weil man es auf dem Rücken der Pflegekräfte austrägt?
Das Gesundheitswesen funktioniert, weil die nötige Infrastruktur vorhanden ist und es im Laufe der Jahrzehnte aufgebaut worden ist. Da zählen für mich Ehrenamtliche vor Ort, Notärzt*innen, Ärzt*innen, Apotheker*innen, Sanitäter*innen, Pfleger*innen bis zur Rettung mit Hubschrauber, Logistik alles dazu. Alles zusammen ergibt ein gewachsenes Konstrukt, das recht zufriedenstellend funktioniert. Bildlich stelle ich mir das wie ein Zahnrad vor.
Nein, das wäre zu einfach zu sagen, dass alles auf dem Rücken der Pfleger*innen ausgetragen wird. Es ist eine Gruppe im Zahnrad und sie sind für mich ein ganz wichtiger Baustein. Für mich war das Hauptpflegeproblem, dass man zu wenig Zeit für den Patienten hatte. Alles war streng getaktet, mit Bürokratismus gepaart. Wir brauchen allerdings schon eine bessere Bezahlung und vor allem mehr Personal in der Pflege. Deswegen muss man hinschauen, wo es in der Pflege hakt und den Beruf attraktiver gestalten.
Themenwechsel: Ihr Einzug in den Bundestag ist eher unwahrscheinlich. Direktmandate in Bayern sind seit jeher fest in CSU-Hand, auf dem Listenplatz Ihrer Partei sind Sie nur auf Platz 40. Wo sehen Sie ihre Rolle im Bundestagswahlkampf?
Ich sehe mich gerade in der SPD mit der Partei mit dem besten Programm, dem besten Kanzlerkandidaten und stärksten Zuwachs. Als waschechte Bayerin ist es für mich eine Ehre, für die Sozialdemokratie hier in diesem Wahlkreis als Bundestagskandidatin antreten zu dürfen. Außerdem würde ich erst mal abwarten, was die Wählerinnen und Wähler entscheiden. Sie haben zwei Stimmen zu vergeben.
Eine Ihrer Leidenschaften ist das Reisen. Wo gefiel es Ihnen besonders gut?
Reisen ist wirklich eine Leidenschaft von mir. Ich tauche sehr gerne in die Kultur, Historie und Lebensweise des jeweiligen Landes ein. Ich bin keine Pauschaltouristin, die im Hotel mit Vollpension übernachtet. Ich genieße dagegen, im Wochenmarkt frischen Fisch, Gemüse und Obst einzukaufen. Ich achte auch dort auf regionale, gesunde Produkte. Mir gefallen viele Länder. Italien ist natürlich mit seiner Architektur, der Leichtigkeit und der Lebensfreude der Menschen etwas ganz Besonderes für mich.
Schärft ein Blick über den Tellerrand auch das Auge für (politische) Probleme in der Heimat?
Ja, absolut. Denn man sieht wie Dinge auch anders laufen können und gehandhabt werden. Ob nun positiv oder negativ gesehen. Durch meine Individualreisen kam es durchaus vor, dass Strom oder Wasser abgeschaltet wurde. Man lernt ganz banale Dinge wie Wasser und Strom mehr Wert zu schätzen.
Als selbständige Architektin, Gemeinderätin und Mutter ist ihr Tag sicher gut ausgeplant. Wie und wo finden Sie einen Ausgleich, um Ihre Batterien wieder aufladen zu können?
In der Natur beim Nordic Walking oder bei einem Telefonat mit meinem weltweiten Freundeskreis.
Frau Meier, letzte Frage: die Große Koalition, eine Ampelkoalition, Jamaika oder Rot-Rot-Grün. Welche Konstellation favorisieren Sie für die nächsten 4 Jahre?
Mit einem starken Votum für Olaf Scholz als Kanzler schafft man die beste Voraussetzung für gute Koalitionen.
Das ist sehr diplomatisch ausgedrückt. Dennoch dürfte sich die politische Ausrichtung des Landes zwischen GroKo und beispielsweise Rot-Rot-Grün dann doch ändern. Haben Sie persönlich hier wirklich keine bevorzugte Konstellation? Aktuelle Umfrageergebnisse mal außen vor gelassen.
Darüber, wie sich die zukünftige Regierungskoalition zusammensetzt, werden wir nach der Bundestagswahl verhandeln, wenn wir das Ergebnis kennen. Mir ist wichtig, dass sie von einem Kanzler Olaf Scholz und einer starken SPD angeführt wird. Und wenn man die aktuellen Umfragen betrachtet, dann sieht ein wachsender Teil der Wähler das ebenso.
Frau Meier, vielen Dank für die Beantwortung unserer Fragen.

Henker, Hexen, Folterkammer
Gewaltsam werden ihr die Hände auf den Rücken gezwungen und mit grobem Strick fixiert. Der Henker wirft das Seil über den Balken, setzt an – Zug für Zug schießt ihr Körper nach oben. Ein dumpfer Laut, dann das Knacken ihrer Gelenke. Schreie, so durchdringend, dass sie selbst die dicken Mauern des Taschenturms überwinden, hallen hinaus auf die Straße.

Kümmer dich um deinen Geist
Ein Gespräch mit Krisenmeisterin Lea Betz über innere Rauchmelder, Scham und neue Wege.

Fest zum Reinen Bier: Bewerbungsphase startet
Das Fest zum Reinen Bier ist dem städtischen Rotstift nicht zum Opfer gefallen. Es findet vom 24. bis 26. April statt. Standbetreiber, Marktbeschicker und Künstler können sich ab sofort für eine Teilnahme bewerben.

Spendenkonto soll Wildpark retten
Über 10.000 Unterzeichner setzten sich in einer Online-Petition für den Erhalt des Ingolstädter Wildparks ein. Doch die Haushaltslage ist weiterhin angespannt, die Zukunft des beliebten Ausflugsziels am Baggersee weiter ungewiss. Die Stadt hat nun ein Spendenkonto eingerichtet, um den laufenden Betrieb zu sichern.

Fotogalerie: Schäfflertanz in Ingolstadt 2026
Seit dem 18. Jahrhundert wird der Schäfflertanz alle sieben Jahre aufgeführt. Er symbolisiert Gemeinschaft, Zuversicht und den Neuanfang nach schweren Zeiten. espresso begleitete den heutigen Auftakt der neuen Schäfflersaison mit der Kamera.

Fotogalerie: End of the Year Party 2025
500 Besucher vergnügten sich am zweiten Weihnachtsfeiertag bei der 13. Auflage der End of the Year Party im Kult Hotel Ingolstadt. Dazu eingeladen hatte wie gewohnt Lifepark Max.