Bunt beflaggt

Der Regenbogen mit seinen vielen Farben steht für die Vielfalt und Diversität unserer Gesellschaft.

Stadt Ingolstadt setzt Zeichen für Akzeptanz und Respekt für alle Menschen

Am 17. Mai wird der internationale Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie begangen. Aus diesem Anlass wurden am heutigen Mittwochvormittag von Oberbürgermeister Christian Scharpf und der Gleichstellungsstelle Regenbogenflaggen am Rathaus gehisst, die dort eine Woche lang wehen sollen.

Wobei man “gehisst” ehrlicherweise in Anführungszeichen setzen muss. Wer nämlich eine Beflaggung an den hohen Flaggenmasten vor dem Alten Rathaus erwartet hat, wurde enttäuscht – der ein oder andere Fotograf hatte dafür extra sein Weitwinkelobjektiv mitgebracht. Statt wehenden Flaggen in luftigen Höhen finden sich vor dem Eingang des Neuen Rathauses nun zwei Regenbogensegel am Boden. Die Symbolik dahinter soll das freilich nicht schmälern. Die städtische Gleichstellungsstelle macht mit dieser Aktion nämlich auf die Situation von lesbischen, schwulen, bisexuellen, trans-, inter- und queer-geschlechtlichen Menschen (LGBT*IQ) aufmerksam und will ein Zeichen für die Anerkennung einer diversen Gesellschaft setzen.

Dumpfe Parolen sind noch immer Alltag

Dass dies bitter nötig ist – auch und v.a. in Ingolstadt – zeigen die Kommentarspalten auf diversen regionalen Online-Nachrichtenplattformen, in denen einige Leute Anstoß an der bunten Beflaggung fanden und dies auch auf gewohnt dumpfe Art zum Ausdruck brachten. Da kam es schonmal vor, dass man sich Flaggen für “NORMALE Menschen” (sic!) wünschte, schließlich würden diese “die Menschheit erhalten”. Wir schreiben das Jahr 2020. Der Kommentator blieb glücklicherweise in der Minderheit. Doch es ist noch nicht allzu lange her, als auch die Stadt Ingolstadt ein unrühmliches Zeichen setzte. Noch im Jahr 1980 soll die Stadt einen “Info-Tisch der örtlichen Homosexuellengruppe” verboten haben, wie in einer Dissertation an der Universität Hamburg nachzulesen ist.

Ein Kapitel, dass sich in Ingolstadt nicht wiederholen soll. “Alle sind motiviert, Barrieren zu beseitigen und gleichberechtigt als Teil der Stadtgesellschaft wahrgenommen zu werden. Das ist auch uns als Gleichstellungsstelle wichtig und das unterstützen wir sehr gerne. Zu lange haben wir die Vielfalt der Menschen nicht wirklich in unserer Stadtmitte gesehen und aufgenommen. Das kann und soll sich nun ändern”, erklärte die Gleichstellungsbeauftragte Barbara Deimel im Vorfeld der Beflaggung.

CSD 2020?

Noch lebt übrigens die Hoffnung auf einen Ingolstädter Christopher Street Day im Jahr 2020  – anders wie diese Woche im Donaukurier behauptet. Aktuell fasst man im Organisationsteam den 12. September ins Auge. Allerdings wäre es damit der einzige CSD Bayerns – ein dementsprechender Ansturm dürfte zu erwarten sein. Es bräuchte also ein originelles Konzept, um die Veranstaltung nicht zum Corona-Hotspot werden zu lassen. Man sei intern bereits am überlegen, was man anstelle des CSD auf die Beine stellen könne. Dezentrale Aktionen, ein gemeinsames Picknick mit Sicherheitsabstand aber auch eine größere Publikation seien im Gespräch, heißt es in einer Pressemitteilung des Vereins Queer Ingolstadt. Wer bei diesen Aktionen unterstützen will, kann sich ab Sonntag auf der neu entstehenden Seite queer-ingolstadt.de anmelden oder sich per mail über info@queer-ingolstadt.de an den Verein wenden.

Christian Scharpf

Christian Scharpf

Oberbürgermeister der Stadt Ingolstadt
„Als Oberbürgermeister setze ich mich sehr gerne für die menschliche Vielfalt ein. Dazu gehört für mich auch die Akzeptanz von gleichgeschlechtlichen Lebensweisen und geschlechtlicher Vielfalt. Leider gibt es immer noch Vorbehalte und Diskriminierungen gegenüber Menschen, die nicht der Heteronormativität entsprechen. Die Einhaltung der Grundrechte für alle Menschen, die gesellschaftliche Akzeptanz und Wertschätzung aller Menschen unserer Stadt sind mir wichtig.“
OB Christian Scharpf mit der 2. Bürgermeisterin Dorothea Deneke-Stoll (2.v.r.), der 3. Bürgermeisterin Petra Kleine (l.) und der Gleichstellungsbeauftragten Barbara Deimel.

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