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Nur ein Rucksack
Das Experiment: Was bleibt, wenn du fliehen musst
Zwei Menschen, zwei Wohnungen, eine Aufgabe: Pack deinen Rucksack in weniger als einer Stunde. Du musst dein Zuhause verlassen – und du weißt nicht, ob du je zurückkehren wirst. Was nimmst du mit?
Nadine Praun ist Stellvertretende Vorsitzende der SPD Ingolstadt. Von Beruf ist sie Lehrerin. In erster Linie ist sie bei diesem Experiment aber Ehefrau und Mutter einer einjährigen Tochter. Sie hat schon einmal erlebt, was es heißt, loszuziehen. Sie ist den Jakobsweg gelaufen – und hat dabei gelernt, dass man weniger braucht, als man denkt. „Ich dachte damals, ich müsste so vieles mitnehmen. Aber unterwegs habe ich gemerkt, was wirklich zählt.“ Diesmal denkt sie zuerst an ihe Kleine: Babynahrung, Windeln, Medikamente, eine Erste-Hilfe-Tasche, ein Kinderbuch, das Lieblingskuscheltier, Kleidung, Mütze, Cap. Für die Nacht einen Schlafsack und ein Kissen, Taschenlampe. Taschenmesser. Für sich selbst eine Jacke, einen Schal, einen weiteren Pullover, eine Mütze, Hygieneartikel. Sie hat an das Familienstammbuch gedacht, Erinnerungsfotos müssen mit, die Ausweise, ein kleines Umhängetäschchen für Geld und Handy – und eine wiederbefüllbare Trinkflasche. Das Nötigste – und was fürs Herz.
Der Ingolstädter Künstler Kevin Reichelt – manche kennen ihn vielleicht von „Die große Kevin Reichelt Show“ – arbeitet bei Hörgeräte Langer. Er ist Vater von zwei Kindern, wohnt getrennt von ihnen. Wenn er sein Zuhause verlassen müsste, würde er Fotos und die Kuscheltiere seiner Töchter mitnehmen. Außerdem hat er als Wegzehrung Obst, Trockenobst, Nüsse und eine Trinkflasche zurecht gelegt. Bankkarten und Ausweisdokumente auch. Seine silberne Regenjacke, die pinke Mütze, ein Cap, Unterwäsche, Socken, zwei Shirts und Hygieneartikel dürfen nicht fehlen. Zum Schlafen hat er sich eine kuschelige Wolldecke, ein Kissen und eine isolierte Picknickdecke als Unterlage herausgekramt. Weil Worte seine Leidenschaft sind, hat er zwei Bücher mit im Gepäck, der Laptop mit Kabel und Powerbank fürs Handy ist dabei – und ganz wichtig: sein Notizbuch und Stifte. „Taschenlampe und Taschenmesser hab ich tatsächlich nicht zuhause“, stellte er beim Packen fest. Aber vielleicht braucht er sie auch gar nicht. Das Licht seiner Ideen leuchtet, wenn sie nachts in seinem Kopf entstehen. Diese Gedanken, die er erst später auf Bühnen preisgibt – voller Gefühl, muss er immer gleich aufschreiben, erklärt er. „Sonst vergesse ich sie.“ Was er niemals vergessen würde? – sein Löwentrikot. Ein Stück Heimat, das ihn an Zusammenhalt erinnert.
Zwei Rucksäcke, zwei Leben. Nadine packt fürs Überleben, Kevin fürs Erinnern. Doch dieses kleine Experiment soll uns mehr zeigen als nur zwei Listen. Es soll uns zum Nachdenken bringen: Wie geht es Menschen, die ihr Zuhause nicht freiwillig verlassen? Die wegen Krieg, Gewalt oder Umweltkatastrophen plötzlich alles verlieren – oder in wenigen Minuten entscheiden müssen, was bleibt? Wir denken bei einem gepackten Rucksack an Ordnung, an Kontrolle. Für Millionen Menschen auf der Welt bedeutet er: Überleben. Dieses Experiment erinnert uns daran, wie zerbrechlich unser Alltag ist – und wie wichtig Empathie bleibt, wenn andere ihr Leben in eine Tasche packen müssen.

Zwischen Romantik & Realismus
Steffen Kopetzky begab sich auf die Spuren von Heinrich Heine und erzählt darüber in seinem neuen Buch „Die Harzreise. Eine Deutschlanderkundung“.

Volksfest Ingolstadt startet am Freitag
Von Freitag, 22. Mai, bis Sonntag, 31. Mai, öffnen sich die Pforten des Pfingstvolksfestes, das heuer bereits zum 80. Mal stattfindet. Den Beginn läuten um 17.30 Uhr die „Schanzer Musikanten“ mit einem Standkonzert vor dem Herrnbräu-Festzelt der Familie Lanzl ein. Dort wird Oberbürgermeister Dr. Michael Kern um 18 Uhr das Pfingstvolksfest mit dem traditionellen Fassanstich offiziell eröffnen.

Zweite Blüte
An Paul Melia kommt man in Ingolstadt eigentlich nicht vorbei. Vielleicht kennt nicht jeder sein Gesicht, wohl aber seine Handschrift. Als Landschaftsarchitekt bei der GWG Ingolstadt ebnet Melia seit Jahren Wege für andere. Ziemlich buchstäblich. Er entscheidet, wo Menschen laufen, wie Kinder spielen und wie sie fallen.

Von der ehelichen Pflicht und zeitlosen Sehnsucht des Menschen
Ich erinnere mich noch ein wenig an meine Urgroßmutter. Jahrgang 1899. Zwei Weltkriege hat sie erlebt – die Mondlandung hielt sie für ausgemachten Unsinn. Wenn eines von uns Kindern nackt durchs Haus flitzte, kam zuverlässig der Kommentar: „Sei ned so unkeusch!“ Ich war vier, als sie starb. Es war eine andere Zeit, die sie prägte.

Was wollen wir uns leisten?
Die Stimme bricht, die Tränen steigen ihr in die Augen. Beate Diao steht an einem Freitagabend verloren auf der Bühne in der Harderbastei und blickt in die Menge. In diesen Tagen feiert sie mit ihrer Kunst- und Kulturbastei 20-jähriges Jubiläum. Eigentlich ein Grund zu strahlen, doch die Sparmaßnahmen der Stadt könnten das Aus für den Verein bedeuten. Was für Kinder und Jugendliche dadurch verloren ginge, wird an diesem Tag so sichtbar wie selten.

Keine Überraschung: De Lapuente wird 3. Bürgermeister
Ein weiterer Meilenstein der Absprachen zwischen CSU, SPD und Grünen für die neue Wahlperiode ging heute reibungslos über die Bühne. Christian De Lapuente wurde zum Dritten Bürgermeister der Stadt Ingolstadt gewählt.