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Keeper mit weißer Weste
Mit Marius Funk ist die Schanzer Defensive stark wie nie
Nach seiner langen Verletzungspause wechselte Torhüter Marius Funk im Sommer als neue Nummer 1 der Schanzer von der SpVgg Greuther Fürth zum FC Ingolstadt und hielt seitdem bereits in acht Partien seinen Kasten sauber. Im espresso-Interview spricht der 26-jährige gebürtige Aalener nicht nur über seinen neuen Verein, sondern verrät auch, wie er die lange Winterpause verbringen wird.
Mit dem Sieg im letzten Spiel des Jahres seid ihr auf den vierten Tabellenplatz geklettert – wie zufrieden bist du bislang mit der Saison?
Wir hätten durchaus den einen oder anderen Punkt mehr holen können und haben es nicht immer geschafft, das, was wir uns vorgenommen hatten, auf den Platz zu bringen. Trotzdem haben wir wieder zu den oberen Rängen aufgeschlossen, befinden uns in Schlagdistanz zu den vorderen Plätzen und können daher zufrieden sein.
Wie wichtig waren die beiden Siege vor der Winterpause, nachdem ihr zuvor zwei Niederlagen in Folge einstecken musstet?
Es war für uns extrem wichtig, wieder in die Erfolgsspur zu finden – nach zwei Dämpfern ist es nicht so einfach, den Bock sofort wieder umzustoßen. Gegen Halle hat man daher schon gemerkt, dass die Partie anfangs recht zäh verlief. Mit den drei Zählern aus dem Spiel in Duisburg ist uns dann endgültig ein positiver Abschluss des Jahres geglückt und wir gehen mit 31 Punkten beruhigt in die vorzeitige Winterpause.
Du führst gemeinsam mit Daniel Batz von Saarbrücken mit jeweils acht Zu-Null-Spielen das „Weiße-Weste-Ranking“ an – was bedeutet dir diese Statistik?
Das sind Momentaufnahmen, die sich nach jedem Spiel wieder ändern können. Aber natürlich ist es für einen Keeper umso besser, je weniger Gegentore er bekommt. Es freut mich riesig, dass unsere Defensive zu den besten der Liga gehört – das wollen wir möglichst bis zum 38. Spieltag so beibehalten.
Was macht eure Abwehr so stark?
Der Defensivgedanke hat nicht nur bei der Hintermannschaft, sondern im kompletten Team Priorität. Wenn wir hinten die Null halten, ist unsere Chance auf drei Punkte sehr groß – denn ein Tor erzielen wir fast immer.
Blicken wir mal zurück: Du bist im Sommer von der SpVgg Greuther Fürth zu den Schanzern gekommen. War es für dich ausschlaggebend, dass du beim FCI als gesetzte Nummer 1 geholt wurdest?
Absolut. Bereits während meiner Verletzung im Januar ist der Gedanke gereift, im Sommer zu einem Verein zu wechseln, der mir Spielpraxis garantiert. Ich bin mit 26 Jahren im besten Torwartalter und halte es für wichtig, jetzt kontinuierlich unter Wettkampfbedingungen anzutreten. Daher bin ich froh, dass mir beim FCI diese Möglichkeit gegeben wurde.
Du hast sehr junge Keeperkollegen – wie ist das Verhältnis untereinander?
Wir haben ein super Torwartteam, die Jungs hauen sich in jedem Training voll rein – das ist auch wichtig für die Mannschaft. Als Ältester versuche ich, voranzugehen, zu helfen oder auch Verbesserungsvorschläge zu machen. Wir ergänzen uns super, das macht einfach großen Spaß.
Zum ersten Mal wird die Winterpause aufgrund der WM in Katar zwei Monate von Mitte November bis Mitte Januar dauern – wie fühlt sich das für euch Spieler an?
Es ist schon sehr ungewohnt, weil man normalerweise bis Weihnachten spielt, dann rund zwei Wochen Pause hat und anschließend wieder in die Vorbereitung startet. Aber ich habe natürlich auch nichts gegen einen vorzeitigen Urlaub. Mit der Trainingsaufnahme Anfang Dezember können wir nochmal daran arbeiten, unsere Stärken auszubauen und die Schwächen abzustellen. Schwierig ist es eher für die Nationalspieler, die direkt in die WM starten.
Wirst du die Spiele anschauen?
Ja, ich bin Fußballfan und werde die WM sicher verfolgen, zumindest die Partien der deutschen Mannschaft, falls sie in Thailand überhaupt übertragen werden (lacht).
Welche Chancen räumst du der deutschen Nationalmannschaft ein?
Ehrlich gesagt habe ich mich mit den Konstellationen der WM noch nicht wirklich beschäftigt. Wir stellen ein gutes Team und müssten daher aus meiner Sicht mindestens das Halbfinale erreichen.
Welche Pläne hast du für die freie Zeit – nutzt du die Pause für einen Urlaub?
Meine Frau und ich werden – wie schon erwähnt – für zwei Wochen nach Thailand fliegen und ein bisschen abschalten. Ich nutze die Zeit, um Kraft für die Rückrunde zu tanken.
Wie wirst du Weihnachten verbringen?
Weihnachten ist bei uns grundsätzlich „Familytime“. Wir werden mit Eltern, Geschwistern und Schwiegereltern feiern. Für die genauere Planung ist aber meine Frau zuständig – klar ist, wir werden das Fest ganz sicher im Kreise der Familie verbringen.
Du hast am 1.1. Geburtstag – wird es mit Silvester am Vortag einen Feier-Marathon geben?
Eigentlich mag ich es nicht, von Silvester in meinen Geburtstag reinzufeiern – das habe ich nur bei meinem 18. gemacht (lacht). Generell vermeide ich es eher, zum Jahreswechsel den Fokus auf meinen Geburtstag zu legen und im Rampenlicht zu stehen und werde daher lieber eine Silvesterparty planen.
Dein Bruder Patrick wurde ebenfalls Fußballprofi – habt ihr schon als Kinder zusammen gekickt?
Mein Bruder ist sechs Jahre älter als ich und war schon recht früh im Nachwuchsleistungszentrum, sodass wir höchstens in der Sommerpause auf dem Bolzplatz gegeneinander angetreten sind. Natürlich wollte ich meinem großen Bruder nacheifern – denn wenn man selber noch im Dorfverein spielt und gleichzeitig die Bedingungen im NLZ sieht, ist es definitiv ein Ziel, das selbst auch zu schaffen. Dass es schließlich auch geklappt hat, ist natürlich umso schöner.
Kürzlich konnten deine Frau und du euren ersten Hochzeitstag feiern – womit hast du sie überrascht?
Wir sind schön zum Essen gegangen, hatten aber vereinbart, uns gegenseitig keine großen Geschenke zu machen, sondern lieber unseren gemeinsamen Urlaub in Thailand zu genießen.
Vom VfB Stuttgart über die SpVgg Greuther Fürth zum FCI: Was hast du auf deinen Stationen kulinarisch mitgenommen? Hast du ein schwäbisches, fränkisches und bayerisches Lieblingsessen?
Schwäbisch muss ich nicht lange überlegen: Das sind Linsen mit Spätzle – auch wenn ich das schon ewig nicht mehr gegessen habe. Auch Kässpätzle mit Schnitzel gehört zu meinen Favoriten. Typisch fränkisch ist Schäufele – auch lecker, aber ebenfalls kein Sportler-Gericht. Ab und zu habe ich es mir aber schon mal gegönnt, auch wenn man diese doch deftigen Gerichte nicht gerade vor dem Training essen sollte, sonst liegen sie einem ziemlich schwer im Magen (lacht). Die bayerische Küche mag ich auch sehr gerne, habe aber im Moment noch kein explizites Lieblingsgericht.
Zurück zum FCI: Im Dezember ist wieder ein Freundschaftsspiel gegen die SpVgg Greuther Fürth angesetzt. Beim Test im Sommer musstest du nach 20 Minuten verletzt raus – ist die Partie gegen deinen Ex-Club für dich nach fast einem halben Jahr beim FCI dennoch besonders?
Auf jeden Fall. Ich war sechs Jahre in Fürth und hatte dort eine sehr schöne Zeit. Viele Jungs, mit denen ich zusammengespielt habe, sind noch da und auch die Leute vom Staff und Reha-Team kenne ich noch und freue mich deshalb auf ein Wiedersehen. Es wird definitiv eine besondere Begegnung für mich.
Welche Ziele hast du für die aktuelle Saison – sowohl mit dem Team als auch persönlich?
Persönlich wünsche ich mir, dass wir weiterhin so wenig Gegentore wie möglich bekommen und dadurch am Ende der Saison sehr weit vorne landen. Auch mit dem Team werden wir alles dafür tun, dass wir am letzten Spieltag hoffentlich einen Grund zum Feiern haben!
Vielen Dank für das Gespräch!

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