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Erdle´s Nachspiel – das hätten Sie bei Herrnbräu gehört

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ERDLE´s NACHSPIEL

Kollage: Florian Erdle hätte als Starkbierredner von Herrnbräu in diesem Jahr natürlich ein paar Worte für Albert Wittmann, Christian Lösel und Alfred Lehmann (im Flugtaxi) übrig gehabt. Leider musste das Herrnbräu Starkbierfest abgesagt werden.

Dass Juristen durchaus Humor haben können, beweist der Pfaffenhofener Stadtjurist Florian Erdle. Eigentlich hätte er in diesem Jahr zum 7. Mal beim Herrnbräu Starkbieranstich auftreten sollen, das musste wegen der Corona-Krise leider abgesagt werden. Wir verraten Ihnen, was Sie gehört hätten!

Herr Erdle, Sie sind für Ihren geistreichen, bitterbösen Humor bekannt. Die Ingolstädter Politiker dachten wohl schon, sie kämen dieses Mal ungeschoren davon. Verraten Sie uns bitte, bei welchem der Kommunalpolitiker ging Ihnen das Böse-Verse-Schreiben besonders leicht von der Hand?

Vielen Dank zunächst für die kunstsinnige Würdigung! Ministerpräsident Söder hat meinen Auftritt Gottseidank am Vortag des Starkbieranstichs so frühzeitig unterbunden, dass ich noch nicht einmal ansatzweise in die Verlegenheit gekommen bin, schon zu viel fertigen Text wegzulegen. Den armen Albert Wittmann, sozusagen den Dietmar Hopp der Stadtverwaltung, hätte ich aber selbstverständlich etwas in Schutz nehmen müssen. Gerne erwähne ich natürlich auch die Weltfirma AUDI, wo ich einige Kräfte aus dem Management kenne. Und ich bin immer erstaunt, wenn ich die noch treffe und sie noch gar nicht eingesperrt waren.

Wer kann sonst noch heilfroh sein, dass das Herrnbräu Starkbierfest nicht stattfand?

Meine Frau und meine Kinder, weil ich auf diese Weise ausnahmsweise einen Abend zur freien heimischen Verfügung hatte.

Was hätten Sie zu den einzelnen Ingolstädter Oberbürgermeister-Kandidaten gesagt?

Es verwundert mich bei der Vielzahl an seit 2014 dauerhaft und ununterbrochen für ein Ingolstädter Stadtoberhaupt zu bewältigenden Krisen, dass sich um eine derart undankbare Aufgabe so viele Freiwillige bewerben, darunter sogar solche, die diese undankbare Schinderei bereits seit einiger Zeit selber mitgemacht haben.

An Alfred Lehmann kommen Sie sicher auch nicht vorbei? Schaut sich der seine Immobilien-Schnäppchen vielleicht mit Flugtaxi über Ingolstadt an?

Wollen Sie damit andeuten, es gäbe über Ingolstadt verstreut womöglich noch mehr bislang unbekannte Objekt des Alt-Oberbürgermeisters, dessen Namen mir gerade nicht einfällt? Ich finde aber mehr als eine Privatwohnung gar nicht so verwerflich: Kann man nämlich unter mehreren Appartements wählen, dann stöbert einen die Ehefrau nicht so leicht auf, wenn man einmal in Ruhe etwas arbeiten muss.

Welche großen und kleinen Ingolstädter Themen 
greifen Sie neben der Kommunalpolitik außerdem in Ihrer Rede auf?

„Kleine“ Themen gibt es in Ingolstadt grundsätzlich nicht; in Ingolstadt hat alles Bezug auf Ingolstadt, und was Bezug auf Ingolstadt hat, ist automatisch ein großes Thema: erwähnt hätte ich selbstverständlich die Probleme mit den hohen Wohnungspreisen, aber auch die noch größeren Probleme, wenn Wohnungen wiederum zu wenig kosten; den Vorschlag eines Tempolimits für die sprudelnden Ideen des Dr. Lösel, die Ingolstädter Verantwortlichkeit für die Maut-Millionen oder den erfolgreichen Schlittenberg in der Goldknopfgasse als Lehre aus dem verunglückten Trockenbrunnen vom Paradeplatz.

Bringen Sie als Stadtjurist auch Ihre Heimatstadt Pfaffenhofen mit ins Spiel? Städtevergleiche zu Gunsten von Pfaffenhofen hören die Ingolstädter ja nicht gerne.

Fern hätte es mir früher gelegen, unseren unbedeutenden Sumpfkurort mit dem Glanz der Schanz auch nur nebenbei in Verbindung zu bringen; da Ingolstadt inzwischen aber auch eine Gartenschau veranstalten möchte und sich im Schanzer Rathaus mittlerweile offenkundig auch ein ganz normaler Dorfgemeinderat befindet, nehme ich Ihre Anregung bei näher Überlegung gerne auf.

Beim Starkbierfest in Vohburg waren Sie auch als Redner gebucht. Wer schaut Sie seitdem nicht mehr an?

In Vohburg hat sich der Kabarettist Erdle bis auf einiges qualifiziertes Lob für den dortigen Bürgermeister sehr zurückgehalten, weil die Bühne sehr weit von der Fluchttüre entfernt war. Da ich leider nur sehr selten den Weg von Pfaffenhofen in Richtung Vohburger Burgberg unternehme, sehe ich so schnell nicht, wer mich dorten nicht mehr anschaut.

Beliebtheit kann für Sie kein erstrebenswertes Gut sein. Was ist Ihre Motivation für Ihre Auftritte als Fastenprediger?

Als berufsmäßigem Stadtrat hören mir in einer Stadtratssitzung 30 Personen vielleicht insgesamt fünf Minuten zu, dem Starkbierredner aber knapp 180 Personen eine ganze Stunde. Wie würden Sie entscheiden?

Wie kommt Ihr Material zu Stande? Wer sind/waren Ihre Spitzel?

Ich sammle ganz analog die Lokalteile des DK ebenso wie die weiteren maßgeblichen Printmagazine; gelegentlich werfe ich einen Blick auf das neuerfundene Ingolstädter Regionalfernsehen und verfolge die beinahe wie Pilze aus dem INternet schießenden diversen Onlinepublikationen mit Ingolstadtbezug. Wenn mir das immer noch nicht reicht, schaue ich mir noch zwei Tage lang an, was man alles für Unfug über das facebook verbreiten kann und mag – anschließend braucht man keine Zuträger mehr!

Ehrlich: Wie viele Tage und Nächte saßen Sie da also, grübelten und dichteten?

Tagsüber von Freitag, den 6. März ab 8 Uhr bis zum Absageanruf am Dienstagmittag 10.3., mit Ausnahme des zwischenzeitlichen Gastspiels in Vohburg-Irsching. Da ich nicht über 16 Appartements zur Auswahl verfüge, ziehe ich mich zu konzentrierter Arbeit ins urlaubshalber verschlossene Büro zurück – aber sagen Sie das nicht meinem Chef!

Bei den Politikern hauen Sie gerne drauf. Gibt es für Sie auch Tabu-Themen? Und gibt es jemanden der bei Ihnen gerne draufhaut (mit dem Nudelholz vielleicht)?

Jeder sollte das Recht haben, veralbert zu werden. Auf die Art der Behandlung eines Themas kommt es an, denn: Scheren im Kopf sind von Übel. Genauso natürlich auch Nudelhölzer am Kopf, aber für die Möglichkeit zu tätlichen Übergriffen mit heimischem Küchengerät bin ich derzeit viel zu selten daheim.

Sie wären zum wie vielten Mal Fastenredner bei Herrnbräu gewesen?

Wenn ich richtig rechne, hätte ich a, 11. März seit 2012 zum siebten Mal die Ehre und das Vergnügen gehabt, als wohl einziger Antialkoholiker der gesamten Hallertau als Herrnbräu-Starkbierredner zu wirken.

Dann hoffen wir, dass wir Sie im nächsten Jahr erleben dürfen! Vielen Dank für das Gespräch, 
Herr Erdle!

Vielen Dank, auch Ihnen!

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