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Die Kunst der Selbstliebe - mit Mike Lewandowski
Wie gut sind wir zu uns selbst? Im Gespräch mit Menschen aus der Region – Teil 2
„Im nächsten Leben werde ich Interieur Designer oder Florist“, stellt der Friseur Mike Lewandowski aus Ingolstadt klar und begründet das mit seiner Deko-Leidenschaft. Bis dahin genießt er aber erst einmal das aktuelle Leben mit seiner Frau und seinen Kindern und sorgt für Kreativität auf dem Kopf seiner Kundinnen und Kunden. Wir haben ihn getroffen und sprechen mit ihm über sein Selbstbild, was Selbstliebe für ihn konkret bedeutet und was er anderen leichter verzeiht, als sich selbst.
Für alle, die dich nicht kennen: Wer bist du?
Ich bin selbstständiger Friseur aus absoluter Leidenschaft, interessiere mich für Mode und habe ein gutes Händchen für Einrichtung und Deko. Ich bin sehr humorvoll, aber nicht immer der geselligste Typ. Wenn ich etwas mache, dann mit Herz und voller Überzeugung. Und das wichtigste: Ich bin mit meiner Frau jetzt zehn Jahre verheiratet und bin Vater von den für mich großartigsten Kindern.
Was bedeutet Selbstliebe für dich?
Selbstliebe bedeutet für mich, mich selbst auch mal zu priorisieren und bewusst etwas nur für mich zu tun. Dafür müssen es gar keine großen Dinge sein – ein warmes Bad, schönes Essen, eine Massage oder einfach nur ein Spaziergang am Abend. Einfach kleine Auszeiten, in denen es bewusst nur um mich geht; was natürlich in meiner aktuellen Lebenslage mit zwei kleinen Kindern und eigenem Salon – wie für viele andere berufstätige Eltern auch – viel zu kurz kommt.
Wenn du dir selbst ein Kompliment machen müsstest, welches wäre das?
Eigenlob ist eigentlich nichts für mich. Aber ich bin froh über meine kreative Ader. Sie hat mir letztendlich sehr geholfen, dass ich jetzt da bin, wo ich bin.
Welche Erwartung an dich selbst würdest du gerne loslassen?
Die Erwartung an mich selbst, immer funktionieren und alles unter Kontrolle haben zu müssen.
Und wo würdest du dich gerne öfter überwinden?
Den richtigen Moment zu erkennen, wann es besser wäre, einfach mal den Mund zu halten. Oder wenn es richtig ist, ihn aufzumachen, um „laut“ zu werden.
Welchen Einfluss hat Social Media auf deine Selbstwahrnehmung?
Ich versuche auf meinen eigenen Accounts möglichst authentisch und real zu sein und merke trotzdem, wie Social Media mich beeinflusst. Perfekte Körper, Trends – man vergleicht sich automatisch mit einem Bild, das nichts mit der Realität zu tun hat.
Gibt es etwas, das du früher an dir ändern wolltest, jetzt aber anders siehst?
Früher wollte ich eigentlich nicht großartig auffallen – was mir als Kind schon nicht gelungen ist, weder positiv noch negativ. Heute finde ich es gut, nicht ganz normal oder gewöhnlich zu sein. Je älter ich werde, desto mehr schätze ich es einfach ICH zu sein. Ich hoffe, ich kann meinen Kindern mitgeben, dass sie nicht sein müssen wie alle anderen. Und, dass sie irgendwann verstehen, dass genau die Dinge, die sie heute vielleicht an sich selbst nicht mögen, später einmal das sein können, was sie besonders macht.
Welche Seite von dir kennen die Wenigsten?
Ich bin ein ziemlich offenes Buch, was mich persönlich angeht! Ich verstelle mich nicht, ich habe nichts zu verheimlichen und wer mich kennt, kennt alle Seiten von mir – die guten genauso wie die weniger guten.
Worauf bist du stolz?
Ganz klar – auf meine Kinder. Tag für Tag zu sehen was das für tolle Menschen sind.
Was ist für dein Wohlbefinden unverzichtbar?
Für mein Wohlbefinden brauche ich eigentlich nicht viel: Gesundheit, Sonne. Meine Kinder und gutes Essen genießen. Eine Million auf dem Konto würde mein Wohlbefinden natürlich nochmal deutlich steigern, aber man darf ja noch träumen.
Was verzeihst du anderen leichter als dir selbst?
Bei anderen kann ich akzeptieren, wenn nicht alles perfekt läuft. Bei mir selbst ärgert es mich, wenn ich weiß, ich hätte es besser machen können.

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