Startseite » People » Jeder hat einen Plan, bis …
Jeder hat einen Plan, bis ...
Abenteurer Gery über die Vorteile, an seine Grenzen zu gehen und warum er im Falle einer Apokalypse nicht Hunger und Durst für die größte Gefahr hält.
Solange man sich von der Angst nicht lähmen lässt, ist sie ein sehr guter Freund.
Gery, du hast selbst schon einige wilde Situationen bei deinen Abenteuerreisen erlebt. Was war das schlimmste Erlebnis?
Wie ich mit Gliederschmerzen, Fieber, Schwindel und Kopfschmerzen mitten in der algerischen Wüste stand. Egal in welche Richtung ich mich drehte, alles sah absolut gleich aus. Das war für mich die Definition von Hoffnungslosigkeit. Beim Inselsurvival in Panama hatte ich trotz langer Klamotten Mosquitostiche im dreistelligen Bereich – pro Bein. Am ganzen Körper waren es wahrscheinlich mehr als tausend.
Was hindert dich am Aufgeben? Und was lässt dich Jahr für Jahr neue Strapazen suchen?
Ich will diese Challenge. Würde mir ein Wahrsager eine angenehme Reise ohne Herausforderungen vorhersagen, würde ich absagen. Auf der anderen Seite halten mich ganz pragmatisch die Bergungskosten und der Papierkram davon ab (lacht). Aber ich war bisher auch nie in Lebensgefahr. Als Kampfsportler gehe ich aber mit einem Kämpfermindset auf diese Reisen: Ich möchte nicht aufgeben.
Was wäre dein persönlicher Endgegner im Survival?
Kälte, definitiv.
Körper oder Geist – was entscheidet über das Überleben?
Der Geist. Du kannst Schmerzen, Hunger und Durst haben, aber sich zu entscheiden, trotzdem weiterzugehen, ist immer eine Entscheidung des Geistes und nicht des Körpers. Die 40-Prozent-Regel besagt, dass der Körper bei gefühlter Erschöpfung erst 40 Prozent seiner tatsächlichen Leistungsgrenze erreicht hat.
Ist Angst ein Gegner oder ein Verbündeter?
Solange man sich von der Angst nicht lähmen lässt, ist sie ein sehr guter Freund, der einen davon abhält, dumme Entscheidungen zu treffen. Aber sobald man sich von der Angst leiten lässt – quasi eine Art Kopflosigkeit entsteht – hat man definitiv ein Problem und sie wird zum Feind.
Was können wir vom Survival für unseren Alltag lernen?
Geduld und das Aushalten unangenehmer Situationen. Wenn ich etwas nicht unmittelbar ändern kann, muss ich so gut es geht damit arbeiten. Mit vielen Situationen gehe ich mittlerweile viel gelassener um als andere. Eine Lehre, die ich aus all meinen Reisen gezogen habe: Den Leuten im Westen geht es so gut, dass sie nicht wissen, wie gut es ihnen eigentlich geht. Letzendlich gehen wir sogar so weit, dass wir mit Applaus all die Privilegien, die wir haben, Stück für Stück wieder abschaffen. Während Leute in anderen Ländern dafür kämpfen.
Das alles alleine zu können, ist eine Kunst, die ich mir selbst nicht unterstellen möchte.
Welche Fähigkeit sollte jeder Mensch beherrschen – unabhängig von Outdoor-Erfahrung?
Selbstreflexion. Dinge und Situationen kritisch hinterfragen zu können.
Auf deinen bisherigen Abenteuern waren Mitstreiter und Guides dabei. Hast du das Gefühl, dich im Falle einer Apokalypse auch ganz alleine durchschlagen zu können?
Die Frage ist, wie lange. Wahrscheinlich würde ich besser zurechtkommen als jemand ohne Erfahrung. Ich bin aber auch kein Bear Grylls (Abenteurer mit eigener Survival-Show, Anm. d. Red.), das hat mir der Abenteuerurlaub in Panama gezeigt. Wie hat Mike Tyson so schön gesagt: Jeder hat einen Plan, bis er zum ersten Mal auf die Fresse bekommt. Nach wenigen Wochen würde ich an meine Grenzen kommen. Das Schöne an unseren Teams war, dass wir uns gegenseitig in unseren Fähigkeiten ergänzt haben. Das alles alleine zu können, ist eine Kunst, die ich mir selbst nicht unterstellen möchte.
Wäre beim Weltuntergang das Fehlen von Nahrung und Wasser das größte Problem?
Das Problem ist der Mensch. Denn der Mensch ist dem Menschen ein Wolf. Das größte Problem wird sein, nicht getötet zu werden, weil man eine Wasserflasche mehr hat.
Wovor hast du am meisten Angst, bevor die Reisen losgehen?
Mich am Flughafen zu verlaufen, so dumm es klingt. Eine irrationale Angst natürlich.
Was bedeutet Freiheit für dich?
Da bin ich ganz bei Jean-Jacques Rousseau: Die Freiheit des Menschen liegt nicht darin, dass er tun kann, was er will, sondern dass er nicht tun muss, was er nicht will.
Mehr von Gery auf seinem Instagram-Kanal @scapeandfight

Fotogalerie: Volksfestausklang in Eichstätt
Wer erinnert sich noch an den Geschmack der Kindheit? Schlumpfblaue Nostalgie lag in der Luft – vom Himmel über das Kettenkarussell. Insgesamt war es in Eichstätt wohl eine der schlumpfblausten Wochen des Jahres überhaupt. Der traditionelle Festumzug bildete den Abschluss. espresso war mit der Kamera dabei.

Impressionen vom Pfaffenhofener Volksfestumzug
Das Pfaffenhofener Volksfest 2026 findet noch bis zum 15. September 2026 statt. Drei Festzelte, ein vielfältiges kulinarisches Angebot mit regionalen Spezialitäten sowie moderne und nostalgische Fahrgeschäfte sorgen gemeinsam mit zahlreichen Schaustellerbetrieben für Unterhaltung und Festspaß.

» Ich wollte keine Eintagsfliege mehr sein «
Für die einen ist Selbstliebe ein Cocktail mit zuckersüßem Lavendelblütensirup, für manch andere eine neue Handtasche von Moschino im Klopapier-Style – für schlappe 1.050 Euro. Aus vermeintlicher Selbstliebe machen wir die seltsamsten Dinge. Das weiß auch die Beauty- und Fashionindustrie. Model und Event-Managerin Kathy Resch aus Regensburg ist eine, die nicht jeden Trend mitmacht, sondern die Dinge kritisch hinterfragt.

Fotogalerie: CSD Ingolstadt 2026
Unter dem Motto „Kein Schritt zurück“ ging heute der Christopher Street Day in Ingolstadt über die Bühne. espresso begleitete die bunte Parade durch die Innenstadt mit der Kamera.

Die Kunst der Selbstliebe – mit Nathalie Argus
Nathalie Argus ist verheiratet, hat einen tollen Job als Nachhaltigkeitsmanagerin bei Audi und sitzt seit kurzer Zeit im Ingolstädter Stadtrat. Aber ist sie auch selbst zufrieden mit ihrem Leben? Mit der Aufgabe „Wer bist du?“ sollte uns die 34-Jährige anhand von Gegenständen zeigen, was ihr wichtig ist, was sie für ihr Wohlbefinden braucht und was sie charakterisiert. Im Gespräch verrät sie uns mehr über ihre Selbstwahrnehmung, ihre Erwartungen an sich selbst und was sie früher gerne an sich ändern wollte.

Bunter Sommermarkt auf dem Paradeplatz
Am 5. September lädt das Tagtraum mit Unterstützung von IN-City von 11 – 17 Uhr zum „End of Summer Market“ auf den Paradeplatz in Ingolstadt ein. Mehr als 30 Marktstände mit Second-Hand-Schätzen und handgemachten Produkten abgerundet von Musik, Food und Drinks sowie Tattoos und Mitmach-Angeboten für Kinder machen den Platz zum Treffpunkt der Stadt und sorgen für einen abwechslungsreichen Spätsommertag mitten in der Innenstadt.