Thursday for Peace

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Thursday for Peace

Zwar keine besonders friedliche Botschaft, andererseits hat sich Putin auch sämtlichen Kredit verspielt | Fotos: Sebastian Birkl

Fotogalerie: „Stand with Ukraine!“ am 03.03.2022

Am heutigen Donnerstag organisierte Fridays For Future Ingolstadt eine Kundgebung in der Innenstadt, um sich solidarisch mit der Ukraine zu zeigen.

Die Freitage für die Zukunft, der Donnerstag für den Frieden. „Aufgrund der enormen Dringlichkeit der Lage“ demonstriert die Bewegung bereits am Donnerstag“, heißt es in einer Pressemitteilung der Ingolstädter Fridays For Future-Bewegung. Zukunft und Frieden. All das, was jüngere Generationen für selbstverständlich halten durften, ist nun keine absolute Gewissheit mehr. Durch das Kernthema der Bewegung rückt eine krisengebeutelte Zukunft auch für jüngere Menschen immer stärker in den Fokus. Diese Krisen jedoch kommen schleichend und scheinen für viele immer noch in weiter Ferne.

Ganz anders der Krieg in der Ukraine, der uns alle über Nacht vor Augen hielt: Friede, das ist keine Selbstverständlichkeit. Und wenn wir ehrlich sind: das war es auch nie. Kriege und Menschenrechtsverletzungen rund um den Globus beweisen uns dies täglich.

„Wir geben die Hoffnung und den Kampf nicht auf“

Eine Woche ist es nun her, seit Wladimir Putin mit seinem Angriffskrieg gegen die Ukraine unfassbares Leid ausgelöst hat. Die Welt aber reagiert mit einer Geschlossenheit, die der russische Präsident unterschätzt haben dürfte. Mit den heute weltweit stattfindenden Kundgebungen will sich auch Fridays for Future solidarisch mit der Ukraine zeigen. “Junge Menschen stehen hier und überall auf der Welt solidarisch an der Seite der vom Krieg betroffenen Menschen und dem zivilgesellschaftlichen Protest in Russland und Belarus. Wir geben die Hoffnung und den Kampf für eine solidarische, friedliche, demokratische Welt nicht auf”, erklärt Rieke Goldberg von Fridays for Future Ingolstadt in einer Pressemitteilung.

Aufrüstung? Nein, danke!

Die Aufrüstung der deutschen Bundeswehr mit einer beispiellosen Summe von 100 Milliarden Euro verurteilt Fridays for Future deutlich. “Es ist offensichtlich, dass mehr Waffen nicht zu mehr Frieden führen.
Es ist heuchlerisch, dass für die deutsche Aufrüstung Geld vorhanden ist, für Pflegepersonal, Luftfilter für Schulen oder Erneuerbare Energien jedoch nicht”, lässt sich Elisabeth Walderdorff in der Pressemitteilung ergänzend zitieren. Die Aufrüstung helfe den Menschen in der Ukraine nicht, vielmehr werde deren Situation ausgenutzt, um militärpolitische Ziele in Deutschland zu erreichen.

Auf einer Kundgebung am Ingolstädter Paradeplatz am vergangenen Samstag waren ganz andere Töne zu hören. JU-Stadtrat Markus Meyer forderte z.B. eine „sicherheitspolitische Wende“ (was unweigerlich in einer Aufrüstung münden würde) FDP-Stadtrat Jakob Schäuble machte deutlich, dass sich der Friede mit Russland auf militärischer Stärke – nicht auf militärischer Schwäche – begründe. Lieber ein Friedensfalke statt einer Friedenstaube, so sieht es Schäuble. Diese Kundgebung fand einen Tag vor Bundeskanzler Scholz‘ Rede im Bundestag und der Ankündigung des 100-Milliarden-Pakets statt.

Linken-Stadträtin Eva Bulling-Schröter

Kritik an Flüchtlingspolitik

Fridays For Future ist nicht gerade für ihre leisen Töne bekannt, das umschließt auch die Flüchtlingspolitik der EU. Zwar begrüße man, dass europäische Regierungen die Aufnahme von Geflüchteten stärkten, „die Tatsache, dass die EU seit Jahren Menschen im Mittelmeer ertrinken lässt oder in Lagern an den EU Außengrenzen einsperrt, spricht jedoch dafür, dass die derzeitige Bereitschaft zur Aufnahme von Menschen nicht aus humanistischen, sondern denselben rassistischen Motiven passiert wie bisher auch.“

Um dem Ganzen auf der Kundgebung Ausdruck zu verleihen, schloss man mit einem lauten (und sämtliche Nationen umfassenden) „Say it loud, say it clear: refugees are welcome here!“. In der Spitze waren knapp 200 Teilnehmer*innen zu zählen. Die Kundgebung blieb friedlich, nur in der letzten Reihe war ein Zaungast mit vereinzelten Rufen aufgefallen. Mit der Solidaritätsbekundung gegenüber der Ukraine konnte dieser allem Anschein nach nichts anfangen. Die Polizei stellte die Personalien fest.

Ingolstadts Bürgermeisterin Petra Kleine und Grünen-Stadtrat Christian Höbusch.
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