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Seit‘ an Seit‘

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Seit' an Seit'

Wenn sich CSU und Linke eine Bühne teilen, wenn Gewerkschafter Seit‘ an Seit‘ mit der FDP stehen, dann dürfte sich so mancher verwundert die Augen reiben. Was war da los, an diesem sonnigen Oktobertag?

Auf Initiative des DGB riefen 25 Gewerkschaften, Parteien, Jugendorganisationen und Initiativen zur Kundgebung am Ingolstädter Theaterplatz auf. Nur wenige Meter weiter – in Hör- und Blickweite – stand die AfD, die an diesem Tag ihren Bundessprecher Tino Chrupalla zur Wahlkampfunterstützung geladen hatte.

Dass die AfD keine Alternative für dieses Land darstellt, darin waren sich im breiten Bündnis alle einig. Daher auch das Motto der Kundgebung: Unsere Alternative heißt Demokratie und Solidarität. Die AfD verspreche einfache Lösungen für komplexe Probleme, eine Partei für „den kleinen Mann“ sei sie schon gar nicht, war u.a. zu hören.

Mit dem aus den Medien bestens bekannten Kriminalbiologen Dr. Mark Benecke war auch ein prominenter Gast im Publikum, den man am Ingolstädter Theaterplatz eher nicht erwartet hätte. Wer jetzt aber denkt, er wäre wegen des Vorfalls um AfD-Politiker Tino Chrupalla für Ermittlungen vor Ort gewesen, täuscht sich. Benecke trat mit seiner aktuellen Show im Stadttheater auf.

Dr. Mark Benecke filmte fleißig auf dem Theaterplatz

Tino Chrupalla musste noch vor seiner Rede medizinisch versorgt werden und wurde anschließend in einem Krankenwagen in ein Krankenhaus gebracht, wo er nach AfD-Angaben intensivmedizinisch überwacht worden sei. Während die AfD von einem „tätlichen Vorfall“ gegen Chrupalla spricht, hielt sich die Polizei in einer Pressemitteilung eher bedeckt. „Der Politiker wurde im Anschluss in ein Krankenhaus verbracht, wobei eine offensichtliche Verletzung zu diesem Zeitpunkt nicht erkennbar war. Um die näheren Umstände dieses medizinischen Vorfalls abzuklären, wurden die weiteren Ermittlungen durch die Kriminalpolizeiinspektion Ingolstadt übernommen“, heißt es in der Pressemitteilung der Polizei. Darin wird auch aufgerufen, Fotos und Videos zur Verfügung zu stellen.

Vor der AfD-Bühne soll eine Person einen Hitlergruß gezeigt haben. Eine Zeugin zeigte dies an, die Polizei bestätigt espresso vor Ort die Anzeige.

Am Donnerstagmittag verschickte die Pressestelle des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord folgende Pressemitteilung: "Die Staatsanwaltschaft Ingolstadt hat, nach dem der Vorsitzende der AfD Chrupalla auf einer Wahlkampfveranstaltung der AfD am 04.10.2023 medizinisch versorgt wurde, ein Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt wegen des Verdachts der Körperverletzung eingeleitet. Nach den bisherigen Ermittlungen der KPI Ingolstadt und der Staatsanwalt Ingolstadt liegen derzeit folgende Informationen vor:

Bei der Veranstaltung in Ingolstadt haben nach dem derzeitigen Kenntnisstand mehrere Personen Selfies mit Herrn Chrupalla gefertigt, bei denen es zu einem leichten Körperkontakt kam. Es liegen zum jetzigen Zeitpunkt keinerlei Erkenntnisse vor, dass Herr Chrupalla angegangen oder angegriffen wurde.

In zeitlichem Abstand hierzu, auf dem Weg zur Bühne, verspürte Herr Chrupalla Schmerzen im Oberarm. Aufgrund weiterer gesundheitlicher Beschwerden wurde Herr Chrupalla zur medizinischen Versorgung in das Klinikum Ingolstadt verbracht. Am Oberarm konnte eine oberflächliche Rötung bzw. Schwellung festgestellt werden. Die weiteren bislang durchgeführten Untersuchungen verliefen unauffällig.

Diese Informationen beruhen auf den zum jetzigen Zeitpunkt vorliegenden Zeugenaussagen. Als Zeugen wurden bislang Herr Chrupalla, seine Personenschützer, eine Frau, die als Ordnerin der Veranstaltung tätig war und weitere Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Veranstaltung vernommen.

Derzeit werden weitere Ermittlungen durchgeführt. Es wurden verschiedene Gutachten in Auftrag gegeben. Unter anderem wurden Blutproben entnommen und die Kleidung, die Herr Chrupalla gestern bei der Veranstaltung getragen hat, untersucht. Ergebnisse sind noch ausstehend.
Zudem wird durch die Polizei Bildmaterial, welches bereits gesichert wurde, sowie von Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Veranstaltung auf die eingerichtete Upload-Plattform eingestellt wird, gesichtet und ausgewertet. Darüber hinaus werden umfangreiche Zeugenvernehmungen durch die KPI Ingolstadt durchgeführt."

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