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GAME. SET. BASST SCHO!
Für die einen ist Selbstliebe ein Cocktail mit zuckersüßem Lavendelblütensirup, für manch andere eine neue Handtasche von Moschino im Klopapier-Style – für schlappe 1.050 Euro. Aus vermeintlicher Selbstliebe machen wir die seltsamsten Dinge. Das weiß auch die Beauty- und Fashionindustrie. Model und Event-Managerin Kathy Resch aus Regensburg ist eine, die nicht jeden Trend mitmacht, sondern die Dinge kritisch hinterfragt.
Kathy sagt von sich selbst: „Eine Beauty- oder Fashionqueen werde ich nie sein!“ Sie verzichtet auf Parfum – vielleicht auch, weil ihr Lächeln mit knapp 40 immer noch süß genug ist. Mit ihrer leicht verrückten Art kommt sie trotz gelegentlichen Selbstzweifeln und unvermeidbarem Weltschmerz ganz gut durchs Leben. Wir waren mit ihr auf dem Tenniscourt und haben über Selbstliebe, Stoffwindeln und „das große Unbekannte“ gesprochen.
Kathy, du verdienst seit vielen Jahren Geld als Model, Moderatorin, Event-Managerin. Was fasziniert dich in dieser Branche und welche Eigenschaften haben dir geholfen, darin erfolgreich zu sein?
Dass ich keine zurückhaltende Person bin, ist sicher von Vorteil. Ich bringe mich überall ein und sprudle vor Ideen. Ich kann mich ziemlich schnell auf neue Situationen einstellen und bin sehr offen für neue Herausforderungen. Mich fasziniert es immer, neue Firmen, Menschen und Werbestrategien kennen zu lernen und mich selbst immer wieder in anderen Rollen zu sehen.
So viele Mädchen träumen davon, Model zu sein. Was glaubst du, sagt das über unsere Gesellschaft aus?
Viele wollen berühmt sein, auf der Bühne stehen. Ich denke, das ist das große Unbekannte, was alle so anzieht. Die meisten glauben wahrscheinlich, dass sie dann glücklicher sind. Aber man kann einen Traumberuf, Traumhaus, Traummann, Autos, Geld usw. haben und trotzdem unglücklich sein. Die wenigsten Menschen blicken hinter die Kulissen und überlegen, was derjenige dafür durchlebt hat. Für mich ist es ein Beruf, bei dem man eben auf den Körper und das Aussehen reduziert wird, aber trotzdem gut darin sein muss. Darüber sind sich viele Leute gar nicht bewusst.
Inwiefern hat sich die Modelbranche für dich in den letzten 15, 20 Jahren verändert? Welche Rolle spielt KI und die Wirtschaftskrise dabei aktuell in der Region?
Früher haben schon AdobeStock-Fotos die Branche etwas angekratzt. Dann kamen Mädchen aus den umliegenden Ländern, die sich „günstiger“ angeboten haben. Jetzt gibt es harte Konkurrenz von Influencerinnen, die mittlerweile auch wissen, wie man sich vor der Kamera bewegen muss und gleichzeitig eine riesen Reichweite für Kunden aufbauen. Bezüglich KI sehe ich sehr große Probleme allgemein, dass Menschen nicht mehr unterscheiden, was ist mit Filter bearbeitet und was ist überhaupt noch echt. Die Branche geht dadurch komplett den Bach runter. Die Firmen wollen immer mehr sparen und wieso sich nicht ein Model bauen, die durch einen Knopfdruck in 20 verschiedenen Posen die neuen 50 Teile der Kollektion anzieht? Man spart sich viele Menschen, die normalerweise am Set sind. Für mich persönlich ist es erschreckend, dass die Menschheit sich aktuell mehr zu Digitalem anstatt zu echten Menschen hingezogen fühlt. Ich hoffe, wir erwachen irgendwann, weil wir soziale Wesen sind.
Wird Selbstliebe noch wichtiger, wenn wir uns künftig nicht mehr nur mit anderen Menschen vergleichen, sondern mit „perfekten Illusionen“, die überhaupt nicht existieren?
Social Media tut da schon einen großen Teil dazu, dass viele das „Reallife“ einfach nicht mehr am Schirm haben und es interessanter finden, im Leben anderer fremder Menschen zu scrollen, anstatt in ihrem eigenen Leben anwesend zu sein. Es beginnt dabei schon mit dem abendlichen Scrollen neben dem Partner auf der Couch. Anstatt sich miteinander zu unterhalten, sieht man sich lieber Reels an, die einem die perfekte Beziehung zeigen. Dabei geht es für mich nicht nur um Selbstliebe, sondern auch um Zufriedenheit und bewusst an der Realität teilzunehmen.
Wenn KI perfekte Schönheit erschaffen kann – verliert Perfektion dadurch vielleicht ihren Wert und das damit verbundene Interesse?
Ich habe gelesen, dass die schönsten Menschen der Welt „einfach nur der Durchschnitt“ aller Gesichter der Welt sind. Jetzt hört sich Durchschnitt nicht mehr so besonders an oder? In den letzten Jahren sind bereits immer mehr People-Agenturen auf den Markt gekommen, bei denen Charaktere und Menschen, die dein Nachbar sein könnten, in die Kartei aufgenommen werden. Menschen, mit denen man sich identifizieren kann und sich somit der Marke näher fühlt.
Wie abhängig war dein Selbstwert früher davon, gebucht zu werden?
Vor allem als 15-Jährige hat man noch nicht das Selbstbewusstsein, sich so toll zu finden. Dabei gab es bei den ersten Shootings 1.000 Bilder von mir, bei denen ich mir aber nur auf zehn gefallen habe. Je erfahrener und besser ich wurde, desto mehr wusste ich mich ins beste Licht zu rücken und auf Sekunden vor dem Kunden abzuliefern. Man vergleicht sich trotzdem automatisch mit anderen, denn es gibt noch viele andere hübsche große, dünne Blondinen. Was mich damals, als ich noch hauptberuflich als Model unterwegs war, fertig gemacht hat war, dass ich es nicht in der Hand habe, ob mich jemand buchen will. Ich kann noch so tolle aktuelle Fotos haben, ich kann noch so gut arbeiten, aber letzten Endes sitzt der Kunde vor der Kartei mit 100 Blondinen und entscheidet, welche er davon gerade für sein Produkt sieht. Er kennt mich ja gar nicht. Er weiß nicht wie ich arbeite, wie sehr ich mich einbringe und der Charakter war am Schluss immer egal. Auch wenn ich mich blendend mit den Teams verstanden habe, zählte das kaum.
Das war auch nach zwei Jahren als hauptberufliches Model für mich der Grund, wieder in einen normalen Beruf zurückzukehren. Ich wollte, dass Menschen sich mit mir unterhalten möchten und mich fragen „Wie war das Grillen am Wochenende?“ Ich wollte keine Eintagsfliege mehr sein. Ich wollte angesehen sein für etwas, das mit mehr Hirnschmalz zu tun hat, weil man leider auch (um es aus der andere Perspektive zu betrachten) nur als auswechselbare Hülle gesehen wird und recht schnell in eine Schublade gesteckt wird. Ich habe mich in den letzten Jahren viel mit Persönlichkeitsentwicklung beschäftigt und erzähle jetzt erst offen, dass ich „Model“ bin. In den letzten 20 Jahren hab ich das immer verheimlicht in Freundeskreisen oder wenn ich neue Menschen kennengelernt habe. Anstatt stolz zu sein, hatte ich Angst, als dumm oder arrogant abgestempelt zu werden.
Wenn du dich mit deiner 20-jährigen Version vergleichst. Wie hat sich dein Selbstbild in den letzten Jahren verändert?
Die Erwachsenenwelt ist leider von viel mehr Verantwortung, Entscheidungen und ernsteren Themen geprägt. Mittlerweile mache ich mir sehr viele Gedanken ums Leben, die Liebe, Freundschaften, Medien und Politik, Pharma und Gesundheit, Kinder- und Tierleid, wie ich die Welt besser machen kann. Einerseits weiß ich jetzt, was ich will und wer ich bin, andererseits bin ich mittlerweile stark in den Kopf- anstatt den Herzmensch gerückt, was oft stundenlanges Gedankenkreisen verursacht. Die Weltprobleme einfach ihrem Schicksal zu überlassen und zu schauen, was ich in kleinen Wellen in meinem Umfeld bewegen kann, gelingt mir nur bedingt. Aber ich denke, wir können mit unserem eigenen Handeln und unserer Ausstrahlung etwas bewegen und schauen, wer sich davon inspiriert fühlt.
Du wirst bald 40. Wie gehst du mit dem Älterwerden um? Könntest du dir vorstellen, irgendwann Botox spritzen zu lassen oder willst du natürlich altern?
Da ich mich nicht fühle wie 40, und ich auch nicht aussehe, wie ich mir früher eine 40-jährige Mama vorgestellt habe, ist es für mich in Ordnung. Ich habe sehr viel erlebt in den letzten 30 Jahren und bin froh über all meine Erfahrungen. Dennoch muss ich sagen, dass mir meine Falten schon oft auf den Keks gehen. Allgemein finde ich Falten nicht schlimm, sie gehören zum Leben dazu. Da ich mich aber bereits in meinem Leben wahrscheinlich auf über hunderttausend Bildern in allen Positionen und Winkeln gesehen habe, bin ich wahrscheinlich noch selbstkritischer, weil man jeden Zentimeter von sich kennt und dann auf Bildern sieht „Mist, das war mal anders!“ Allerings hätte ich viel zu viel Angst vor Botox. Ich bin allgemein eher der natürliche Mensch und schminke mich auch kaum mehr.
Hast du jemals etwas an deinem Körper nicht gemocht?
Tatsächlich mochte ich meine Oberweite nicht, als sie in der Pubertät bei allen zu wachsen begann. Das lag aber auch daran, dass mein Bruder und meine Kumpels mich immer als „Flachbrett“ beleidigt haben und das in mir tiefe Wunden ausgelöst hat. Ich hab mich dann 2011, ganz allein, heimlich ohne dem Wissen von irgendjemandem dazu entschieden, mir die Brust „natürlich“ vergrößern zu lassen, habe meinen Eltern vorgespielt, ich wäre mit Gliederschmerzen und Grippe krank, um ein paar Tage nach der Operation meine Ruhe zu haben. Nicht für einen Job, nicht für einen Mann, sondern nur für mich. Ich hatte damals das Gefühl, dass ich dann mehr Frau wäre. Mir war es aber bereits auch damals wichtig, nicht wie eine operierte Barbie auszusehen, bei der zwei runde Teller wegstehen. Ich habe mich lange mit der Ärztin unterhalten, so wenig wie möglich, in natürlichster Form auszuwählen, weil ich nicht wollte, dass man es sofort sieht. Denn es war ja nur „für mich“. Ich hatte mich sogar entgegen der Meinung der Ärztin für noch weniger entschieden, als mir empfohlen wurde. Ich bin jedoch bis heute extrem glücklich damit. Auch, dass ich Stillen konnte, war mir damals bei der Entscheidung wichtig. Ich wollte keinerlei Einschränkungen für mein Leben. Was natürlich nach dem Stillen ein Vorteil war, weil „sie noch da sind“. Ich hatte jahrelang aber auch hier ein Problem, diese Operation zuzugeben. Auch hier wollte ich nicht bewertet werden, obwohl es einzig und allein meine Entscheidung war. Crazy oder?
Selbstliebe bedeutet auch seine Schattenseiten anzunehmen. Social Media zeigt uns aber immer wieder, wie wir uns weiter perfektionieren können. Wie gehst du damit um und wann würdest du sagen, wird Selbstoptimierung zum Gegenteil von Selbstliebe?
Ich liebte es von Anfang an auf meinen Social-Media-Kanälen für gute Laune zu sorgen und das echte Leben zu zeigen. Der Trend „Instagram vs Real-Life“ wurde dankbarerweise auch immer beliebter. Denn jeder sieht morgens nach dem Aufwachen nicht grad wie für den Red Carpet aus, jeder hat keinen perfekt dekorierten Teller zum Frühstück vor sich, bei jedem liegt was daheim rum, jeder hat mal nen Durchhänger – ist grantig oder weint, jeder hat mit denselben Herausforderungen in der Beziehung zu kämpfen, jeder hat Probleme – was aber alles nicht schlimm ist, sondern das normale Leben. Für mich ist es tatsächlich schwierig, den Grad zwischen sich gehen lassen und zufrieden zu sein zu finden. Genauso wie zielstrebig und mit Leidenschaft an sich und seinem Leben zu arbeiten oder auch hier sich zu denken, jetzt muss es auch mal wieder gut sein. Das muss wohl jeder mit sich selbst vereinbaren, da die eigene Entwicklung ja nur positiv ist, aber es im „übertriebenen Maße“ auch zum Unglücklichsein verdonnern kann.
Hast du Beauty-Routinen, die dir gut tun? Achtest du auf deine Ernährung?
Also eine Beauty- oder Fashionqueen werde ich niemals sein. Ich kämme mir die Haare, wasche mein Gesicht und nehme seit 30 Jahren eine einzige Feuchtigkeitscreme her. Ich lege sehr viel Wert auf natürliche Kosmetik ohne Chemikalien, das ist mein Fokus. Ohne Tierleid, ohne krebserregende Stoffe, nachhaltig produziert. Ich liebe meine Duschseife und mein natürliches Shampoo, mineralbasierte Sonnencreme. Ich nutze kein Parfüm oder pflastere mein Gesicht mit Makeup zu. Ich denke schon sehr lange, der Körper ist das Einzige, was wir haben, wir müssen also entscheiden, wie wir mit ihm umgehen.
Aus ethischen Gründen bin ich Vegetarierin, achte darauf, woher mein Essen kommt, was ich für Kleidungsmaterialien anziehe, welche Schuhe, welche Medikamente nehme ich überhaupt zu mir, welches Wasser trinke ich, welche Strahlungen ich mich umgebe, wie bewege ich mich, bin ich genug an der frischen Luft? Genau das ist es, worin ich mich in den letzten 15 Jahren immer mehr spezialisiert habe. Ich versuche mein Leben von äußeren schlechten Einflüssen abzuschirmen. Dazu habe ich recherchiert, um für mich und meine Familie die besten Lösungen zu finden. Mein Sohn hat bis heute kein einziges Mal ein Shampoo oder eine Bodylotion benutzt, kein Medikament, keinen Schnuller, nur Stoffwindeln. Er trägt nur Barfußschuhe, kennt keine Schokolade oder Gummibärchen. Er schaut auch kein Fernsehen. Ich weiß, wofür es gut ist. Jeder muss mit seinem Schicksal und seinen Entscheidungen leben. Lustig ist aber, dass Gesundleben heutzutage immer noch etwas Negatives ist und die Gesellschaft es eher akzeptiert, wenn man mit der Menge schwimmt.
Wie bringst du deinem Kind Selbstliebe bei, wenn die Welt gleichzeitig ständig sagt: Du könntest noch besser sein?
Ich arbeite seit dem 2. Lebensjahr meines Sohnes beim Einschlafen mit Affirmationen. „Ich bin klug, ich bin mutig, ich bin stark, ich bin lustig, ich bin lieb zu Menschen, Tieren und Pflanzen. Ich bin gut, so wie ich bin, ich bin stolz auf mich“, „Du kannst mir immer alles sagen, ich bin immer für dich da, ich liebe dich!“ Worte können viel verändern und es ist wichtig, das wir unseren Kindern in unseren Taten ein Vorbild sind. Wir lieben es im Alltag zu blödeln, wir schreien nicht und haben gegenseitig Verständnis für alle Launen. Ich sage meinem Kind auch, dass es okay ist, anders zu sein. Jeder Mensch ist gleich wertig, egal ob dick oder dünn, mit Behinderung oder mit anderer Hautfarbe.
Wenn du Zeit für dich allein hast, was machst du dann am liebsten?
Ich liebe es unter Menschen zu sein, zu lachen und zu ratschen, Momente gemeinsam zu sammeln, eine gute Zeit zu haben. Egal ob beim Essen, am Lagerfeuer, in der Achterbahn, beim Wandern oder beim Salsa tanzen. Meditationen, Mandala malen, Yoga, lesen, Barfuß spazieren, Hobbygärtnern – auch das gibt Zufriedenheit, ohne immer etwas tun zu müssen. Aber ich gebe zu, „nichts tun“ fällt mir wirklich noch sehr schwer. Aber das ist völlig okay.
Du nennst dich selbst „Crazy Model“. Was ist das Verrückteste, das du je gemacht hast?
Wo soll ich da anfangen? Ich habe schon die verrücktesten Shootings gemacht. Ein Fantasy- Shooting als Kriegerin und Adler bei Minusgraden im Schnee oder aber ein Shooting vor einem fliegenden Hubschrauber. Mit 40 Grad Fieber habe ich ein Fashion-Shooting auf Mallorca durchgezogen und auf dem längsten Laufsteg der Welt – durch den Europapark bei 40 Grad im Schatten – bin ich in ungetragenen Highheels gelaufen. Ich wollte schon fast einmal ein Buch mit den Modeljobs und „Behind the scenes“-Fotos sowie Geschichten herausbringen, weil hinter jedem Bild eine Geschichte steckt. Von verwahrlosten Orten und Treffen in der Pampa. Von spontanen Situationen, wie einer Moderation mit Jorge Gonzales auf dem Laufsteg, bis hin zur Überwindung meiner Angst vor Pferden durch ein Shooting auf dem Rücken von Pferden.
Was findest du an dir selbst ziemlich geil – ganz ohne falsche Bescheidenheit?
Meine extrovertierte, lustige, quirlige, leidenschaftliche Art bringt mich dazu, über den Tellerrand zu blicken, viele Menschen kennenzulernen und somit auch viel Wunderbares in der Welt zu entdecken.
Die Beauty-Industrie verdient an unseren Selbstzweifeln. Wie stellst du dir eine Gesellschaft voller Menschen vor, die sich wirklich selbst mögen, ohne den ständigen Drang nach Selbstoptimierung, Masken und Filtern?
Ich denke, es wäre schon ein großer Schritt, wenn die Beauty-, Bekleidungs-, Pharma- und Lebensmittelindustrie aufhören würde, uns Ungesundes zu verkaufen. Allein dadurch würden wir uns alle wohler und gesünder fühlen. Es wäre dann natürlich umso schöner, wenn wir alle endlich aufhören würden, uns gegenseitig zu bewerten und verurteilen. Wenn jeder ein halbwegs guter Mensch ist und sich mit seinem Leben wohl fühlt, dann muss man den Fokus auch gar nicht mehr so in die Außenwelt legen. Für mich macht es auch viel aus, was andere vorleben, wenn der Trend wieder Richtung ungeschminkt und natürlich geht, wird die Schafsherde dem auch wieder nachlaufen.Deswegen wäre es so schön, wenn Menschen, die etwas beeinflussen können, wie Eltern, Umfeld und auch Prominente/Influencer es anders vorleben würden. Die Medien müssten Tatsachen zeigen und groß markieren, wenn etwas verändert wurde. Die Natur und Tierwelt macht es uns vor, die brauchen uns, die digitale Welt und äußere Einflüsse nicht, sie funktionieren und harmonieren. Nur der Mensch muss sich leider überall einmischen.
Haben Selbstzweifel überhaupt etwas mit äußerer Schönheit zu tun? Was möchtest du Menschen sagen, die große Selbstzweifel haben?
Jeder sollte sich bewusst werden, was er wert ist. Ich mache dafür einfache Übungen: Schreibe dir auf einen großen Zettel, was du an dir magst. Was hast du schon erreicht? Was hast du alles? – Ein Dach über den Kopf, etwas zu essen, Menschen um dich. Das sind ganz einfache, leider viel zu selbstverständliche Dinge.
Was auch schön ist, frage fünf Freunde unabhängig voneinander, was sie an dir mögen. Klingt komisch und fühlt sich irgendwie doof an, aber es ist so schön, was man da liest. Auch tägliche positive Affirmationen im Spiegel morgens und abends bewirken sehr viel! Die Frage, die man sich dabei stellen sollte: Wie kann ich von jemandem als „gut“ empfunden werden, wenn ich es selbst nicht tue? Wie soll mich jemand bei einem Job einstellen, wenn ich selbst nicht von mir überzeugt bin? Welche Ausstrahlung habe ich auf das andere Geschlecht, wenn ich mich selbst nicht schön finde? Jeder von uns ist anders. Jeder hat seinen Körper, sein Leben, seinen Charakter, sein Umfeld – jeder ist einzigartig, das ist das Wunderbare an uns Menschen, wir ergänzen uns. Individuell zu sein und zu seinem besten Selbst zu werden, ist die wahre Schönheit. Nicht einer von tausend sein zu wollen. Du bist du – und so bist du genau richtig!
Outfits: IVA RYCH SLow Fashion Store, Bogdana Nuss, www.ivarych.de
Location: TC Rot-Blau Regensburg e.V.
Tasche: gesehen bei Moschino, gekauft bei Edeka
Fotos + Interview: Stefanie Herker

Fotogalerie: CSD Ingolstadt 2026
Unter dem Motto „Kein Schritt zurück“ ging heute der Christopher Street Day in Ingolstadt über die Bühne. espresso begleitete die bunte Parade durch die Innenstadt mit der Kamera.

Die Kunst der Selbstliebe – mit Nathalie Argus
Nathalie Argus ist verheiratet, hat einen tollen Job als Nachhaltigkeitsmanagerin bei Audi und sitzt seit kurzer Zeit im Ingolstädter Stadtrat. Aber ist sie auch selbst zufrieden mit ihrem Leben? Mit der Aufgabe „Wer bist du?“ sollte uns die 34-Jährige anhand von Gegenständen zeigen, was ihr wichtig ist, was sie für ihr Wohlbefinden braucht und was sie charakterisiert. Im Gespräch verrät sie uns mehr über ihre Selbstwahrnehmung, ihre Erwartungen an sich selbst und was sie früher gerne an sich ändern wollte.

Bunter Sommermarkt auf dem Paradeplatz
Am 5. September lädt das Tagtraum mit Unterstützung von IN-City von 11 – 17 Uhr zum „End of Summer Market“ auf den Paradeplatz in Ingolstadt ein. Mehr als 30 Marktstände mit Second-Hand-Schätzen und handgemachten Produkten abgerundet von Musik, Food und Drinks sowie Tattoos und Mitmach-Angeboten für Kinder machen den Platz zum Treffpunkt der Stadt und sorgen für einen abwechslungsreichen Spätsommertag mitten in der Innenstadt.

Die Kunst der Selbstliebe – mit Mike Lewandowski
„Im nächsten Leben werde ich Interieur Designer oder Florist“, stellt der Friseur Mike Lewandowski aus Ingolstadt klar und begründet das mit seiner Deko-Leidenschaft. Bis dahin genießt er aber erst einmal das aktuelle Leben mit seiner Frau und seinen Kindern und sorgt für Kreativität auf dem Kopf seiner Kundinnen und Kunden. Wir haben ihn getroffen und sprechen mit ihm über sein Selbstbild, was Selbstliebe für ihn konkret bedeutet und was er anderen leichter verzeiht, als sich selbst.

CSD in Ingolstadt: Bunte Parade am Samstag
Kein Schritt zurück“ lautet das Motto des diesjährigen Christopher Street Days in Ingolstadt. Herzstück der Veranstaltung am kommenden Samstag ist auch heuer der bunte Demozug durch die Innenstadt. Die Schirmherrschaft übernimmt Bürgermeister Christian De Lapuente. Ein Blick in die Sozialen Medien verrät derweil, wie verroht der Umgang mit queeren Menschen ist.

Die Kunst der Selbstliebe – mit Manuela Müller
Manuela Müller ist in der Region keine Unbekannte. Als Moderatorin für tv.ingolstadt setzt sie gern auf eine Prise Humor. Sie liebt Feste wie den Barthelmarkt und das Griesmüller Bier. Diese Leichtigkeit ist allerdings nur ein Teil ihres Lebens. Als Vollwaise mit Heimvergangenheit kämpft sie auch heute noch in manchen Stunden gegen die Einsamkeit. Wir haben sie Zuhause besucht.