Oral soll’s richten

Wie schon im vergangenen Jahr setzt der FC Ingolstadt 04 nach der Niederlagenserie auf den leidenschaftlichen Motivator

Foto: Sabine Kaczynski

Der FCI ruft um Hilfe – und Tomas Oral kommt. Das ist nun bereits zum dritten Mal der Fall. Auch diesmal soll der gebürtige Ochsenfurter die Schanzer nach fünf sieglosen Spielen und der Entlassung von Chefcoach Jeff Saibene wieder in die Spur bringen.

So wie 2011 und zuletzt im April vergangenen Jahres. Damals hätten die Ingolstädter unter Oral fast noch den Klassenerhalt geschafft und viele hatten auf eine Weiterbeschäftigung des Motivators gehofft. Doch das schloss der 46-Jährige damals kategorisch aus. Warum nun also doch? „Das ist heuer eine ganz andere Situation, das kann man nicht vergleichen. Wir wollen jetzt den Turnaround schaffen und die Mannschaft wieder stabilisieren“, sagt Oral in der heute anberaumten Presserunde und macht keinen Hehl daraus, dass er mit der Mannschaft um den Aufstieg kämpfen will. „Mich reizt immer das Maximale und ich fühle mich geehrt, dass der Verein vollstes Vertrauen in meine Arbeit hat“, meint der alte und neue Trainer, der daher auch keine Sekunde zögerte, als die Anfrage der Schanzer kam. „Das erste Ziel muss sein, den Negativlauf zu stoppen“, stellt auch Michael Henke, Direktor Sport beim FCI, klar. „Irgendwas hat zuletzt gefehlt. Das müssen wir wieder rauskitzeln – und dafür ist Tomas prädestiniert. Deshalb werden wir auch bei der Mannschaft schnell Wirkung erzielen können“, ist sich Henke sicher.

Auf ein spezielles Spielsystem setzt der neue Coach dabei nicht: „Hauptsache, wir gewinnen!“, lautet das Motto des 46-Jährigen, der nach dem ersten Training mit dem Team am Vormittag einen guten Eindruck gewonnen hat: „Die Atmosphäre ist ganz anders als letztes Jahr. Damals herrschte eine brutale Untergangsstimmung. Jetzt merkt man, dass die Mannschaft trotz der Misere an sich glaubt.

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Es wird heuer etwas einfacher werden, die Jungs wieder in die Spur zu bekommen.“

Damit das auch funktioniert, ist es aus Sicht des Vereins zwingend notwendig, im normalen Rhythmus zu bleiben. Was bedeutet, dass in jedem Fall weitergespielt werden soll – auch ohne Zuschauer. Denn das wegen des Coronavirus‘ bayernweit ausgesprochene Veranstaltungsverbot bei mehr als 1000 Teilnehmern betrifft auch Fußballspiele. Dass man massive finanzielle Einbußen hinnehmen muss, nehmen die Schanzer dabei in Kauf – der sportliche Erfolg steht derzeit an erster Stelle und soll sich so schnell wie möglich wieder einstellen. Am besten bereits am Wochenende und im Zweifel eben vor leeren Rängen. „Wir halten es für wichtiger, den Rhythmus beizubehalten“, betont Henke. Tomas Oral will seinem Team das Selbstvertrauen zurückgeben, es wieder soweit bringen, „dass wir reingehen und mit aller Gewalt versuchen, das Spiel zu gewinnen“, wie er sagt.

Vorangehen soll dabei – entgegen anderslautender Berichte – weiterhin Stefan Kutschke. „Davon, dass er vom Kapitänsamt zurückgetreten ist, weiß ich nichts. Darüber brauchen wir also nicht zu sprechen. Ich werde nicht ändern, was gewesen ist, denn es war ja auch gut“, stellt der neue Coach klar, der vor allem darauf setzt, das Wir-Gefühl im Team wieder zu stärken.

Die Fans gehören allerdings anlässlich der Corona-Krise und der damit verbundenen drohenden „Geisterspiele“ derzeit nicht wirklich zur FCI-Familie. Wie geht der Verein damit um? „Das ist für den Fußball sehr problematisch, denn ohne Fans geht es nicht. Aber es ist eben eine Notsituation, die derzeit solche Maßnahmen mit sich bringt. Wir müssen das einfach akzeptieren, denn meiner Meinung nach gibt der Terminplan eine Verlegung nicht her und das Thema wird in ein, zwei Wochen nicht erledigt sein“, gibt Sportdirektor Henke zu bedenken.

„Die Aufholjagd in den letzten Wochen der vergangenen Saison wäre ohne die Euphorie und den Glauben der Fans nicht möglich gewesen“,

weiß Tomas Oral aber auch um die Bedeutung der Schanzer Anhänger. „Aber es müssen sich ja beide Gegner mit den Gegebenheiten auseinandersetzen – was dabei herauskommt, wird man sehen.“

Allerdings noch nicht am Wochenende. Denn der DFB hat – anders als sich das die Schanzer gewünscht hatten – die nächsten beiden Spieltage abgesagt. Sie sollen frühestens Anfang Mai nachgeholt werden. Was mit den folgenden Spieltagen passiert, steht noch in den Sternen.

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