Welcher Müll in welche Tonne kommt, weiß ich doch genau?

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Welcher Müll in welche Tonne kommt, weiß ich doch genau?

Aufräumen im Piuspark, lange suchen muss man nicht | Fotos: Sebastian Birkl

„Schwarz, braun, gelb, blau – welcher Müll in welche Tonne kommt, weiß ich doch genau!“, heißt es in einem Kinderlied. In Ingolstadt hat sich das offenbar noch nicht überall herumgesprochen; der Müll wird oft achtlos in der Natur entsorgt. Zum offiziellen Start in die Ramadama-Saison versammelten sich gestern bei Wind und Wetter Helferinnen und Helfer der Sparkasse, um den Piuspark ein Stück weit sauberer zu machen. Zahlen aus dem vergangenen Jahr zeigen: Bei der Ramadama-Aktion der INKB kommt einiges zusammen. 

Genauer gesagt: Über 27 Tonnen Restmüll und fast 4 Tonnen Schrott sammelten rund 6.000 Teilnehmer im vergangenen Jahr bei der INKB-Ramadamaaktion. Darunter 27 Autoreifen, 18 Fahrräder, vier Computer und drei E-Roller. Beim offiziellen Ramadama-Auftakt am Mittwoch (gesammelt wird schon seit Anfang März) im Piuspark blieben die großen Funde aus, oft waren es einfach Snackverpackungen.

Das Müllproblem im Piuspark ist bekannt, die INKB haben daher letzte Woche im Auftrag des Gartenamtes
fünf Mülltonnen aufgestellt. Zweimal wöchentlich werden sie geleert. 

Jacqueline Schröder, Nachhaltigkeitskoordinatorin bei der Sparkasse

Zur Wahrheit gehört auch: Ein Umweltbewusstsein muss sich bei vielen, oft jüngeren Menschen erst noch entwickeln. Und bei manchen tut es das nie. Umso schöner, dass bei der Ramadama-Aktion der INKB Jahr für Jahr tausende Helferinnen und Helfer mitmachen und mit gutem Beispiel vorangehen. Seit 2004 waren es insgesamt 63.000. 

Initiatorin zur gestrigen Aktion auf Seiten der Sparkasse Ingolstadt-Eichstätt war Jacqueline Schröder, die dort als Nachhaltigkeitskoordinatorin beschäftigt ist und „diese Aufräumaktion mit viel Engagement und Herzblut geplant und ihre Kolleginnen und Kollegen motiviert hat“, wie Bürgermeisterin Dorothea Deneke-Stoll es formulierte. Ihr Pendant auf Seiten der INKB ist Gerhard Kreitner – Spitzname „Mr. Ramadama“. 

Thomas Schwaiger, Vorstand der Ingolstädter Kommunalbetriebe (INKB)

Für espresso lebte gestern vor Ort eine alte Tradition wieder auf: Bei jedem Pressetermin rund um die Landesgartenschau und dem daraus entstandenen Piuspark regnete es. Außer einmal, da gab es Schneeregen. Und wie sollte es auch anders sein: Nach ein paar Ansprachen begann es pünktlich mit Ausgabe der Zangen und Mülleimer zu tröpfeln. Minuten später regnete es in Strömen. Dann half für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Sparkasse nur noch eines: Zähne zusammenbeißen.

Nur einem Gänsesäger-Pärchen konnte der kalte Wind gar nichts anhaben, sie ließen sich gemütlich auf den Wellen des künstlich angelegten Weihers treiben.

Bürgermeisterin Dorothea Deneke-Stoll

Die INKB unterstützen die Müllsammelaktionen mit der nötigen Ausrüstung (Handschuhe, Müllsäcke, Müllzangen), sie holen den Müll ab und spendieren ein Brotzeitgeld. 

Ausgangspunkt der Ramadama-Aktion war das Imkerhaus im Piuspark. Der 2. Vorsitzende des Imkervereins, Erich Preuß, kämpfte lange dafür, dass es bleiben durfte und nicht den Rückbauten der Landesgartenschau zum Opfer fiel, „bis hin zu Thorsten Glauber“. Glauber ist bayerischer Staatsminister für Umwelt. Der Kampf lohnte sich, der Imkerverein bekam einen Erbpachtvertrag über 40 Jahre. Das freut den Imkerverein natürlich, jetzt wolle man „auch etwas zurückgeben“. Kostenlose Kurse und Umweltbildung für Kinder gehören dazu. 

So wichtig und richtig die Ramadama-Aktion auch ist: Noch schöner wäre es, wenn der Müll erst gar nicht in der Natur landen würde. Sie wissen ja: Schwarz, braun, gelb, blau…

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