Ingolstadt in Römerhand

Fotos: Sebastian Birkl

Connecting Cruise: Reise im Römerboot

Die spinnen, die Römer – kommen die doch an einem gewöhnlichen Freitagnachmittag einfach nach Ingolstadt und besetzen den Klenzepark! Ganz so gewöhnlich war dieser Freitagnachmittag freilich nicht. Anlass der Zeitreise war der Startpunkt einer dreieinhalb-monatigen Fahrt mit einem Nachbau eines spätantiken römischen Patrouillenbootes. Die Reise endet im November in Rumänien, das Boot wird dabei insgesamt acht Länder passieren.

Genauer gesagt geht die Reise mit dem Namen Connecting Cruise bis zum rumänischen Donaudelta. Startpunkt der langen Fahrt sollte eigentlich der Ingolstädter Donaustrand werden – doch daraus wurde leider nichts. An der Weltenburger Enge ist der Wasserstand zu niedrig, weswegen aus Naturschutzgründen die Durchfahrt für die „Danuvia Alacris“ nicht gestattet war.

Auf diesen Namen – der „lebendige Donau“ bedeutet – wurde das römische Patrouillenboot Ende Juni am Altmühlsee in Gunzenhausen getauft. Zwei Jahre Bauzeit gingen dem voraus. Neuer Startort des Connecting Cruise ist jetzt bei Kehlheim.

Die acht Teilstrecken werden von unterschiedlichen Teams befahren. Die Ruder*innen wechseln im Schnitt jede zweite Woche und rudern zum Teil in römischer Kleidung. Entlang der Route werden bei ausgewählten Schiffsanlegestellen Feste organisiert, bei denen es auch zum Austausch mit Besucher*innen kommen soll.

„War der Donaulimes jahrhundertelang Grenze des römischen Reichs, unterstreicht das Projekt gerade auch den nationenverbindenden Charakter der Donau“, schreibt das Zentrum für Kulturgüterschutz der Universität Krems zu diesem Projekt. Insgesamt sind auf der Strecke 250 Ruder*innen aus 15 Nationen beteiligt, im Schnitt werden rund 40 Kilometer pro Tag zurückgelegt. Der Donaulimes als gemeinsames kulturelles Erbe soll durch den Nachbau und die Schifffahrt greifbar gemacht werden.

Basis der Rekonstruktion des Schiffs (im Hintergrund zu sehen) sind übrigens archäologische Funde aus Mainz. Sowohl moderne als auch historische Werkzeuge kamen beim Bau zum Einsatz.

Geschichte hautnah

Auch wenn die Reise also nicht wie geplant in Ingolstadt starten konnte, gab es auf der Wiese vor dem Turm Triva trotzdem ein sehr launiges Living History Programm, u.a. mit der Bataver-Einheit – den „römische Navy Seals“ – aus Ruffenhofen und einer Einheit der dritten Italischen Legion aus Ingolstadt.

Unterstützt wird die „Danuvina Alacris“ bei ihrer Fahrt innerhalb von Deutschland durch das Begleitboot „Fridericiana Alexandrina Navis“, ein Nachbau eines kaiserzeitlichen Römerbootes.

…und jetzt viel Spaß mit unserer Fotogalerie 😉

FOTOGALERIE

Weitere Themen

Der letzte „Lange Freitag“

Aller guten Dinge sind drei! Das Deutsche Medizinhistorische Museum lädt am Freitag, 5. August, von 18 bis 22 Uhr zum letzten „Langen Freitag“ des Jahres im Arzneipflanzengarten ein.

Weiterlesen »

Discovering Hands

Neue Praxis für Frauengesundheit in Ingolstadt – wie eine stark sehbehinderte Frau
die Brustkrebsfrüherkennung verbessert

Weiterlesen »

Hüttengaudi & Winterzauber

Die Temperaturen kratzen an der 40-Grad-Marke? Das lässt Gregor Wittmann kalt. Der Wirt der Almhütte am Paradeplatz plant derzeit die Hüttengaudi 2022.

Weiterlesen »

Gartengestaltung in Zeiten des Klimawandels

Große Hitze, sintflutartige Regenfälle, heftige Stürme, lange Trockenperioden: Das Wetter hält heute mehr und vor allem häufiger Extreme bereit als früher. Dafür sollte man auch seinen Garten rüsten. Wie das geht, erklärt Stefan Arndt, ein Gartengestalter aus der Region.

Weiterlesen »

Dinner in Weiß

Am Theatervorplatz in Ingolstadt fand am 23. Juli ein inklusives Dinner in White statt – für Menschen mit und ohne Behinderung. Hier ein paar Impressionen.

Weiterlesen »

Lorem ipsum dolor sit amet, consectetur adipiscing elit. Ut elit tellus, luctus nec ullamcorper mattis, pulvinar dapibus leo.

Scroll to Top