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Shakespeare, Agatha Christie & Co: Ingolstadt wird zur Theatermetropole

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Shakespeare, Agatha Christie & Co: Ingolstadt wird zur Theatermetropole

Das Theaterstück "Die Mausefalle" wird seit dem 25. November 1952 – nur durch die Pandemie unterbrochen - täglich im Londoner Westend aufgeführt und ist damit das am längsten ununterbrochen aufgeführte Theaterstück der Welt! Noch dieses Jahr erfreut es das Publikum in Ingolstadt | Foto: Sebastian C. Hoffmann

Das Programm steht fest: Mehr als 23 Inszenierungen von Stadt- und Landestheatern sowie freien Gruppen aus dem ganzen Freistaat werden bei den 39. Bayerischen Theatertagen von 29. Mai bis 16. Juni 2024 auf den Ingolstädter Bühnen zu sehen sein. Eine sechsköpfige Fachjury war monatelang unterwegs, um aus über 60 Bewerbungen die interessantesten Produktionen auszuwählen und ins Stadttheater einzuladen.

Projektleiter Georg Kistner freut sich sehr über die Auswahl: »Ich finde, wir bilden das unglaubliche Spektrum dessen, was Theater in Bayern alles ist, ziemlich gut ab«, betont er. »Wir haben alles von hochaktuellen Musiktheaterprojekten bis zum Krimikomödienklassiker, vom poetischen Theater für Kinder bis hin zu eigenwilligen Performance- und zeitgenössischen Antikenprojekten. Alle Produktionen trauen sich was, jede auf ihre Art!« Einige wenige Entscheidungen der Jury stehen aus organisatorischen Gründen – unter anderem mussten Sichtungstermine krankheitsbedingt verschoben werden – noch aus. So sind diverse Überraschungen im endgültigen Programm zu erwarten. Am Ende wird dieses rund 30 Veranstaltungen umfassen.

Fünf bis sechs Semmeln und eine kalte Wurst (Foto: Judith Buss)

Viel Theater und ein buntes Rahmenprogramm

Rauschende Eröffnungs- und Abschlusspartys, Konzerte, Lesungen und Podiumsdiskussionen begleiten das Festival: Luiza Monteiro zum Beispiel – bis zur vergangenen Saison Schauspielerin am Stadttheater und Trägerin des Bayerischen Kunstförderpreises – kommt für einen Liederabend zusammen mit Tobias Hofmann und Band zurück nach Ingolstadt ins geplante Theaterzelt auf dem Theatervorplatz. Zudem stellt Katrin Busching, Hausgrafikerin des Stadttheaters, zum Abschied Knut Webers als Intendant die Stückplakate der vergangenen Jahre im Foyer aus. Studierende der Dramaturgie an der Münchner Theaterakademie August Everding (mit Prof. Dr. Barbara Gronau) und des Studiengangs Szenisches Schreiben an der Universität der Künste Berlin (mit Prof. Dr. John von Düffel) erarbeiten aktuell gemeinsam kleine Produktionen oder szenische Lesungen zum Thema »Volksstück« rund um Marieluise Fleißer. Diese präsentieren sie bei den Theatertagen.

Im Zuge einer Matinee am letzten Festivaltag stehen gleich zwei feierliche Anlässe an: Während eine Publikumsjury einen Preis an das Regieteam der besten Inszenierung überreicht, erhalten Absolventinnen und Absolventen der bayerischen Theaterhochschulen – zum ersten Mal öffentlich – Stipendien des Deutschen Bühnenvereins.

39. Bayerische Theatertage 2024 – Die eingeladenen Inszenierungen im Überblick

Eigenproduktion:

Stadttheater Ingolstadt
Haus ohne Ruhe 1-3
(This Restless House)
Eine Trilogie von Zinnie Harris nach der Orestie von Aischylos
Regie (R): Jochen Schölch

Eingeladene Inszenierungen:

Staatstheater Augsburg
Das Tagebuch der Anne Frank
Monooper in zwei Teilen von Grigori Frid
R: Nora Bussenius, Musikalische Leitung (ML): Anna Malek

Metropoltheater München
Slippery Slope
Almost a Musical
von Yael Ronen und Shlomi Shaban
R: Philipp Moschitz

Bayerisches Staatsschauspiel München
Warten auf Platonow
von Thom Luz nach Motiven von Anton Tschechow
R: Thom Luz

ETA Hoffmann Theater Bamberg
Das Vermächtnis (The Inheritance) – Teil 1
von Matthew Lopez nach dem Roman »Howards End« von E.M. Forster
R: Sibylle Broll-Pape

Landestheater Coburg
Was ihr wollt
von William Shakespeare
R: Jana Vetten

Landestheater Schwaben Memmingen
Der große Gatsby
von F. Scott Fitzgerald, Bearbeitung: Angela Obst
R: Peter Kleinert

Theater Regensburg
Draußen vor der Tür
Heimkehrdrama von Wolfgang Borchert
R: Antje Thoms

Theater Hof
Die weiße Rose
Oper von Udo Zimmermann, Libretto von Ingo Zimmermann
Neufassung für das Theater Hof
von Arno Waschk und Lothar Krause
R: Lothar Krause, ML: David Preil

Theater an der Rott Eggenfelden
Die Mausefalle
Krimi von Agatha Christie
R: Elke M. Schwab

theater VIEL LÄRM UM NICHTS München
Coriolan
von William Shakespeare
R: Andreas Seyferth

Theaterakademie August Everding München
Wir im Finale
Theaterstück von Marc Becker und 2. Jahrgang Schauspiel
Bewegungsprojekt
R/Choreografie (CH): Katja Wachter

Theater Kempten
Das verräterische Herz
Ein Musiktheater nach Edgar Allan Poe
R: Jochen Biganzoli

Münchner Kammerspiele
5-6 Semmeln und 1 kalte Wurst
von Lena Christ und Annette Paulmann
R: Annette Paulmann

Staatstheater Nürnberg
Jahre mit Martha
nach dem Roman von Martin Kordić
R: Julia Hölscher

Schauburg München (15+)
Erik*a
Eine Multimedia-Revue mit Texten von Theresa Seraphin
R: Daniel Pfluger, Lukas März

Theater Mummpitz Nürnberg (8+)
Plötzlich tief im Wald
Ein Hörspiel für die Bühne nach der gleichnamigen Erzählung von Amos Oz
(Uraufführung)
R: Sabine Zieser

Theater Pfütze Nürnberg (8+)
Die Biene im Kopf
Pfütze-Schauspiel von Roland Schimmelpfennig
Eine Kooperation mit dem Staatstheater Nürnberg
R: Maike Bouschen

Dehnberger Hof Theater
Ruhm & Ruin
Ein musikalisches Theaterspektakel v. und m. Heiner Bomhard und Gankino Circus
R: Holger Seitz

Tafelhalle Nürnberg
Un Amor oder Die Erfindung meiner Mutter
Performance von PLAN MEE / Eva Borrmann mit Texten von Urs Humpenöder
CH: Eva Borrmann

Theater Wasserburg
Die Präsidentinnen
Fäkaliendrama von Werner Schwab
R: Annett Segerer

Teamtheater Tankstelle München
Verbrennt mich! – Das bewegte Leben des Oskar Maria Graf
R: Georg Büttel

kleines Theater – Kammerspiele Landshut
Faust01 – Fragmente23
frei nach Johann Wolfgang von Goethe
R: Sven Grunert

Kulturbühne Spagat München
Alan – Mensch Maschine
R und Text: Christian Heiß und Thorsten Krohn

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