Ein Besuch bei Äffchen, Schildkröte & Co

Die Corona-Krise trifft auch den Zoo Wasserstern

„Das ist eine Situation, die der Zoo so noch nicht erlebt hat“, sagt Dr. Martin Trappe, der 1. Vorsitzende des Wassersterns. Bereits am Dienstag dieser Woche mussten Freizeiteinrichtungen schließen, um die Ausbreitung des Corona-Virus zu verlangsamen. Am Freitag stattete espresso dem Zoo Wasserstern einen Besuch ab, um herauszufinden, wie man dort mit den aktuellen Herausforderungen umgeht.

Für den Zoo kommen die Einschränkungen zu einem äußerst ungünstigen Zeitpunkt. Über den Winter hinweg zehrt man von den Einnahmen der Sommersaison. Ab April weiten sich die Öffnungszeiten wieder aus – dann dürfen Besucher auch unter der Woche die unterschiedlichsten Tiere bestaunen. Es ist ein umsatzstarker Monat, der wieder Geld in die Kassen spült. Daraus wird nun vorerst nichts. Monatlich muss der Zoo Ausgaben in Höhe von achteinhalb bis zehntausend Euro für Personal, Betriebskosten und Futter stemmen, sagt Trappe. Etwa 40 bis 45 Prozent des Etats werden durch Eintrittsgelder erzielt, hinzu kommen Einnahmen aus dem Souvenirshop, dem Eisverkauf, Mitgliedsbeiträgen und – ganz wichtig – Spenden. Auch die Stadt Ingolstadt unterstützt den Zoo mit einem jährlichen Zuschuss. Die Reserven reichen etwa noch für 1,5 Monate. Obst, Gemüse und Fleisch als Futter für die Tiere wird gespendet. Der Zoo kann also auf Unterstützung aus der regionalen Wirtschaft und Gesellschaft zählen. Spezielles Futter – zum Beispiel für Reptilien – wird vom Zoo selbst finanziert.

Dennoch stellt die aktuelle Situation den Zoo natürlich vor große Herausforderungen. Zwei festangestellte Tierpflegerinnen gibt es. Ausfallen dürfen diese nicht, sonst wäre der Zoobetrieb gefährdet. In einem Spendenaufruf auf der Webseite heißt es: “Ohne Eure Hilfe ist das Überleben des Zoos gefährdet.” Unterstützung durch den kürzlich für die Bewältigung der Corona-Krise eingeführten Schutzfonds der Stadt hat Trappe bereits beantragt. Hauptberuflich ist er Wissenschaftlicher Angestellter am Lehrstuhl für Physische Geographie der KU Eichstätt-Ingolstadt. Seit drei Jahren ist er Vorsitzender des Zoos, zuvor war er fünf Jahre Mitglied.

Die Sonne scheint, die Schutter plätschert gemächlich mitten durch das Areal. Hier erspäht man auch schonmal die ein oder andere Ringelnatter, gar ein Nest hätte es schon gegeben, berichtet Trappe bei unserem Rundgang. Selbst Wildtiere fühlen sich hier also wohl – natürlich im Freigelände. Angst muss man selbstverständlich keine haben. Künftig ist u.a. ein Biotop für Insekten geplant. In rund einer Stunde sehen wir herumspringende Weißbüscheläffchen, Schneeeulen, Störche, Brillenkaimane, Schildkröten, Pfeilgiftfrösche, Vogelspinnen, Riesenheuschrecken und viele weitere Tiere. Nur die Nasenbären hatten heute keine Lust auf Besuch und waren nicht zu Gesicht zu bekommen.

„Der Zoo ist mir ans Herz gewachsen“, sagt Trappe am Ende unserer Runde. Er ist – trotz aktueller Herausforderungen – zuversichtlich, was das Fortbestehen des Wassersterns betrifft. Bis auf weiteres bleibt die Zukunft jedoch unkalkulierbar. Ein Unbehagen bleibt somit.

Die Pfeilgiftfrösche sind meist nur in freier Natur giftig, weiß Trappe zu berichten.

Spendenaufruf des Zoos:

“Jeder Euro hilft uns dabei durch
diese schwierige Zeit
zu kommen.”

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