Nur zwei Männer

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Nur zwei Männer

Fotos + Text: Stefanie Herker

Für Peter Praunsmändtl und seinen Lebensgefährten René Siepen sind Tradition und Vielfalt keine Gegensätze.

Ob in Tracht auf der Wiesn oder bunt auf dem CSD: Für den gebürtigen Ingolstädter Peter Praunsmändtl und seinen Lebensgefährten René Siepen schließen sich Tradition und Vielfalt nicht aus. „Tracht zu tragen schafft Verbundenheit und Zugehörigkeit – und genau das suchen wir doch alle“, erklärt Peter. Doch der Weg zum Selbstbewusstsein war ein Prozess: Mit Ende zwanzig traute er sich noch nicht, Händchen haltend durch die Stadt zu gehen; Blicke auf dem Ingolstädter Volksfest verunsicherten ihn. Heute, mit 39 Jahren, steht er drüber. „Mir ist das mittlerweile egal, und René sieht die Blicke meistens gar nicht erst“, schmunzelt er.

Auch beruflich geht Peter eigene Wege, abseits des bekannten Ingolstädter Familienunternehmens Autohaus Praunsmändtl. Als Yoga-Lehrer und Health Coach veranstaltet er mehrmals im Jahr Retreats in Österreich – eine Kombination aus Yoga, Eisbaden und geselligen Hüttenabenden in Tracht, die Raum für echte Verbundenheit schafft. Nebenbei choreografiert er Shows für den Robinson Club und unterrichtet Tanz in Hamburg, wo das Paar gemeinsam lebt. Seine Liebe fand er übrigens im Scheinwerferlicht: Als Peter das Musical Mamma Mia! besuchte, verdrehte ihm ein Darsteller auf der Bühne den Kopf – René. Er spielte damals den Harry. „Ich wusste sofort, dass ich ihn kennenlernen muss, und habe ihn auf Instagram ausfindig gemacht“, lacht Peter. Seit anderthalb Jahren gehen die beiden Seite an Seite durchs Leben.

Auch René, der als Musical-Darsteller in einer bunten und toleranten Branche arbeitet, kennt die Schattenseiten. Homophobe Anfeindungen hat er abseits der Bühne schon erlebt. Umso klarer ist seine Haltung: „Wichtig ist, dass du mit dir selbst im Reinen bist – nicht, dass du die Erwartungen anderer erfüllst.“

Beide spüren, dass der gesellschaftliche Ton rauer wird und ein spürbarer Rechtsruck stattfindet. Doch aufgeben ist keine Option. Peters und Renés Appell an alle, die noch mit sich ringen, ist deutlich: Sichtbarkeit zeigen. „Wenn wir auch nur einen Menschen dazu ermutigen können, mutig zu sein und sein eigenes Leben zu leben, haben wir alles erreicht.“

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