Es werde Licht

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Es werde Licht

Excelsis Projektleiter Christopher Britt (m.) mit Kirchenpfleger Willi Hagn und SWI-Geschäftsführer Matthias Bolle (re.) | Foto: Sebastian Birkl

So hat man das Liebfrauenmünster in 600 Jahren noch nicht erlebt. Die Ingolstädter Eventagentur Luminous macht aus dem gotischen Kirchenraum ein audiovisuelles Gesamtkunstwerk. Was euch bei Excelsis erwartet und wie die Kirche zu diesem Projekt steht. 

Eine Pressekonferenz mitten im Münster. Auch für erfahrenere Lokaljournalist:innen nicht allzu gewöhnlich. Christopher Britt steht hier am Montag Rede und Antwort. „Wir lieben Licht“, sagt der Gesamtprojektleiter von Excelsis. Die geplante immersive Klang- und Lichtshow wird sich durch den gesamten gotischen Kirchenraum des Liebfrauenmünsters ziehen und soll von 23. Oktober bis 22. Dezember Besucher:innen aus ganz Bayern anlocken. Die ersten Vorstellungen sind schon ausverkauft.

Die hellen Säulen des Münsters eignen sich hervorragend als Projektionsfläche | Foto: Birkl

Bereits vor drei Jahren entstand die Idee, eine immersive Lichtkunstshow in einem sakralen Bau zu zeigen, erklärt Britt. An das Münster habe man sich aber erst nicht herangetraut. Die Projektionen sollten keine einfache Standardanimationen werden, sondern eine exakte Maßanfertigung. Im vergangenen Jahr ließ man daher eine Spezialfirma aus Düsseldorf das gesamte Innere des Münsters über zwei Tage hinweg mit einem hochpräzisen 3D-Laserscan erfassen. Besonders stolz ist Britt auf die Zusammenarbeit mit MP-Studio, die „europäischen Pioniere“ des sogenannten Projection Mappings sind verantwortlich für den künstlerischen Teil von Excelsis. Mit über 1.000 Projekten weltweit (u.a. Brandenburger Tor, Berliner Fernsehturm, Votivkirche in Wien) haben sie einen riesigen Erfahrungsschatz. Auf technischer Seite unterstützen Lang Medientechnik aus Mannheim und Showem aus Ingolstadt die Lichtshow. Über 20 Projektoren sind nötig, um Excelsis zum Strahlen zu bringen. 

Das Liebfrauenmünster ist ein Ort von enormer historischer und emotionaler Bedeutung für Ingolstadt. Unser Anspruch war von Beginn an, dieser ehrwürdigen Architektur mit maximalem Respekt zu begegnen. Mit modernster Technologie machen wir die Geschichte und die besondere Atmosphäre dieses Raumes auf völlig neue Weise erlebbar – ohne die historische Bausubstanz auch nur im Geringsten anzutasten

Einen Einblick in die immersive Show gab es bei der Pressekonferenz zwar noch nicht, Britt verspricht aber, dass man „mittendrin im Kunstwerk sitzt“. 60 bis 90 Shows sind geplant. 350 Besucher:innen dürfen auf den Kirchenbänken Platz nehmen. Das Standard-Ticket kostet 19,90 Euro, ermäßigte Tickets gibt es ebenso. Die Show dauert rund 30 Minuten. Die Projektkosten gibt Britt mit einem „höheren sechsstelligen Betrag“ an.

EXCELSIS ist eine immersive Reise in die Natur und die Bedeutung des Lichts – eine der elementarsten Kräfte, durch die wir unsere Welt erfahren. Inspiriert von der Wissenschaft des Lichts verwandelt die Inszenierung das Münster in einen sich wandelnden Raum, in dem Architektur, Farbe, Schatten, Reflexion und Klang kontinuierlich ineinandergreifen. Licht dient dabei nicht bloß der Beleuchtung, sondern wird selbst zu Material, Bewegung und Atmosphäre: Feste Formen scheinen sich aufzulösen, Dunkelheit wird ebenso bedeutungsvoll wie das Leuchten. Der Titel EXCELSIS (‚im Höchsten‘) steht für einen Aufstieg der Wahrnehmung – von der Dunkelheit zum Licht, von der Materie zum Immateriellen, vom Sichtbaren ins Unendliche.

Unterstützt wird Excelsis von den Stadtwerken Ingolstadt. „Das Thema Licht liegt uns am Herzen“, sagt SWI-Geschäftsführer Matthias Bolle auf der Pressekonferenz. Die Stadtwerke und die Eventagentur Luminous haben vor einigen Jahren bereits das Lichtstromfestival im Klenzepark erfolgreich umgesetzt.

Aber wie steht die Kirche eigentlich zur Lichtshow? Durchweg positiv, wie man der Antwort von Kirchenpfleger Willi Hagn entnehmen kann. Man wolle „neue Zielgruppen erreichen“, die Kirche sei „nicht nur ein pastoraler Raum, sondern auch Kulturraum“. Zwar habe man schon diskutiert, aber eher über Eingriffe in die Bausubstanz (die es nicht geben wird). Die Gottesdienste finden regulär statt und werden von Excelsis nicht beeinflusst.

Bleibt nur noch das wohl bekannteste Zitat über Licht im Kirchenkontext zu Protokoll zu geben: „Gott sprach: Es werde Licht. Und es wurde Licht.“ Ab 23. Oktober ist es soweit.

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