Startseite » People » Die Kunst der Selbstliebe – mit Manuela Müller
Die Kunst der Selbstliebe - mit Manuela Müller
Wie gut sind wir zu uns selbst? Im Gespräch mit Menschen aus der Region – Teil 1
Manuela Müller ist in der Region keine Unbekannte. Als Moderatorin für tv.ingolstadt setzt sie gern auf eine Prise Humor. Sie liebt Feste wie den Barthelmarkt und das Griesmüller Bier. Diese Leichtigkeit ist allerdings nur ein Teil ihres Lebens. Als Vollwaise mit Heimvergangenheit kämpft sie auch heute noch in manchen Stunden gegen die Einsamkeit. Wir haben sie Zuhause besucht.
Für alle, die dich nicht kennen: Wer bist du?
Mein Name ist Manuela Müller, 36 Jahre. Ich bin Reporterin beim Ingolstädter Fernsehen, Ingolstädterin mit Leib und Seele, Hundemama von Lou, einem 6-jährigen Labrador-Rüden. Ich liebe meinen Job und verbinde diesen gern mit meinen persönlichen Interessen. Das heißt neben den ernsten Themen im Stadtrat berichte ich mit besonderer Begeisterung über die tollen Feste in Ingolstadt und der Region. Ich arbeite nebenbei in der Gastro und bin gern unter Menschen. Ich habe angefangen freiberuflich Events aller Art zu moderieren – man kann mich also buchen. Ich singe gern an Karaoke-Abenden im Shamrock oder im Diagonal, habe die Quiz-Nights im Kiesch für mich entdeckt und sonst tanze ich gern. Zum Einschlafen schaue ich gerne Krimis aller Art und Superhelden-Filme. Was mich stark geprägt hat ist meine Vorgeschichte als ehemaliges Heimkind. Ich habe elf Jahre im Peter-Steuart-Haus in Ingolstadt gelebt. In meiner Kindheit habe ich Gewalt und Alkoholmissbrauch in der Familie erfahren. Im Kinderheim durfte ich zur Ruhe kommen, meine Wurzeln schlagen und mich selber finden. Wenn ich mich heute beschreiben müsste, dann als bunt, laut, selbstbewusst, spontan, offen für Neues. Ich schätze mich als sehr reflektiert und lösungsorientiert ein, als kreativ, chaotisch, quirlig, lebensfroh, mit einem Hang zur Selbstzerstörung, sehr empathisch, gerechtigkeitsliebend und manchmal auch zu temperamentvoll.
Was bedeutet Selbstliebe für dich?
Selbstliebe heißt für mich, sich selbst so zu akzeptieren, wie man ist. Die eigenen Stärken wahrzunehmen und selbst zu pushen. Rückschläge zu meistern und nicht daran kaputt zu gehen. Sich vor möglichen Gefahren der Außenwelt oder dem inneren Schweinehund so gut es geht zu schützen. Für sich selbst einzustehen, wenn jemand mir Steine in den Weg legt. Ich bin und war viel auf mich allein gestellt und deswegen ist es für mich auch eine Art Kampf, den ich jeden Tag kämpfe. Ich kann nicht an jedem Tag einen Sieg verbuchen. Aber auch das ist ok. Die Welt dreht sich weiter.
Wenn du dir ein Kompliment machen müsstest, welches wäre das?
„Ich bin stolz auf mich“ – leider fühle ich das nicht immer, wenn nicht sogar zu sagen, dass ich das eher selten fühle. Warum? Weil das, was ich erreicht habe, für mich wie selbstverständlich wirkt. „Ich hatte ja keine andere Wahl“, denke ich mir oft, wenn Freunde meinen Lebensweg bewundern.
Welche Erwartungen an dich selbst würdest du gerne loslassen?
Den falschen Menschen gefallen zu wollen. Das ist über die Jahre schon viel besser geworden, aber in gewissen Bereichen immer noch ein Thema. Und ich wünschte, es würde mir weniger ausmachen, dass ich immer noch nicht in einer festen Beziehung angekommen bin und auch noch keine eigene Familie habe. Dass ich mich dahingehend weniger mit meinem Freundeskreis vergleiche. Wo das herkommt, weiß ich natürlich.
Welchen Einfluss hat Social Media auf deine Selbstwahrnehmung?
Ich habe allein jobbedingt viel damit zu tun und freue mich natürlich, wenn etwas gut ankommt. Natürlich schaue ich auch nach, wie viele Likes ein Selfie von mir bekommen hat. Aber ich definiere meinen Wert nicht über andere. Auf der anderen Seite hatte ich bisher auch das Glück, dass ich selbst keinem Hass ausgesetzt bin. Ich möchte nicht ausschließen, dass mich sowas im ersten Moment schon ziemlich treffen würde.
Gibt es etwas, dass du früher an dir ändern wolltest, jetzt aber anders siehst?
Als Jugendliche wurde ich beispielsweise gehänselt, weil ich einen großen Hintern hätte. Den fand ich dann dementsprechend nicht gut. Heute bin ich sehr stolz auf meine Kurven.
Welche Seite von dir kennen die Wenigsten?
Ich habe nach wie vor depressive Phasen, in denen einfach alles zu viel ist und ich vor lauter Überforderung nicht weiß, welches Problem ich zuerst angehen soll. Das passiert nicht oft und wenn, dann schleichend. Nach Außen hin merken die Menschen das nicht, höchstens die, die mir sehr nah stehen, aber selbst da schaffe ich es ganz gut, das zu verbergen. Weil ich nach Außen hin alles unter Kontrolle haben muss und möchte, eskaliert das dann an anderer Stelle, je nachdem, wie schlecht es mir tatsächlich geht. Beispielsweise schaffe ich es in der Zeit nicht meinen Haushalt zu regeln. Meine Wohnung ist insgesamt ein sehr intimer Bereich, mein seelischer Spiegel, meine Ruhe-Oase. Ich habe deswegen kaum Besuch – nur besondere Menschen oder Anlässe. Auf der anderen Seite schaffe ich es meistens aus so einem Tief wieder alleine heraus. Und wenn nicht, weiß ich, wen ich fragen darf! Ich liebe meine Freunde und bin sehr dankbar für alle.
Worauf bist du stolz?
Im Prinzip darf ich stolz darauf sein, dass ich trotz meiner schwierigen Kindheit so einen Werdegang hingelegt habe. Dass ich diese Dinge nahezu ohne Hilfe allein geschafft habe. Mich in schwierigen Phasen immer wieder allein aufrappeln kann, Schicksalsschläge weggesteckt habe und immer wieder einen Weg gefunden habe, meine Träume zu verwirklichen. Ich bin auch stolz auf Lou, meinen Hund. Er ist alles für mich. Gerade zur Pandemie war er lebensnotwendig und auch heute ist er das empathischste Wesen, das ich kenne. Er ist in jeder Situation für mich da. Ich bin stolz auf mein Team in der Arbeit. Auf das, was sie tagtäglich leisten, wie sie mich unterstützen. Ich bin stolz auf meine Stadt. Auf den Zusammenhalt der Schanz und ich bin stolz auf meine Freunde.
Was ist für dein Wohlbefinden unverzichtbar?
Lou, mein Hund. Meine Freunde. Finanzielle Stabilität. Ein gutes Klima in der Arbeit. Regelmäßig draußen unter Menschen sein. Hin und wieder mal sich was gönnen (Friseur, Tattoo, Urlaub, Shoppen etc). Meine verstorbene Ersatzmama hat mal gesagt „Wenn man sich schlecht fühlt, sollte man wenigstens gut aussehen.“ Das funktioniert erstaunlich gut. Dazu Musik und darauf tanzen!
Was verzeihst du anderen leichter als dir selbst?
Wenn etwas nicht klappt, obwohl es eigentlich so simpel wäre.

Endspurt in der Sommer Lounge
Ingolstadts wohl schönste Rooftop-Location befindet sich im Saison-Endspurt. Was euch bis 06. September in der Sommer Lounge noch erwartet, welches Fazit Christopher Britt jetzt schon zieht und welche Andeutungen er über ein nahendes neues Projekt in Ingolstadt macht, lest ihr hier.

Bürgerfest Ingolstadt: Es findet statt!
Gute Nachrichten kurz vorm Wochenende: Das Ingolstädter Bürgerfest findet statt! Organisiert wird es heuer bekanntlich nicht von der Stadt, sondern von den Ingolstädtern Oli Munz und Karl Ettinger. Während die beiden den ursprünglich geplanten Termin im Juli noch absagen mussten, stehen jetzt alle Zeichen für das Wochenende vom 18. und 19. September auf Grün.

Fotogalerie: Festumzug beim Kipfenberger Limesfest
Vor 2000 Jahren verlief mitten durch Kipfenberg die Grenze des Imperium Romanum zum freien Germanien. Seit 2005 ist der Limes Teil des UNESCO-Weltkulturerbes.
Mit dem Kipfenberger Limesfest feiert die Marktgemeinde seine römische Vergangenheit.

Jeder hat einen Plan, bis …
Abenteurer Gery über die Vorteile, an seine Grenzen zu gehen und warum er im Falle einer Apokalypse nicht Hunger und Durst für die größte Gefahr hält.

Fotogalerie: Bayern-Frauen holen den Supercup in Ingolstadt
Fußball-Spektakel in Ingolstadt: Die Frauenmannschaft des FC Bayern München holt sich gegen die Wolfsburgerinnen den Supercup im Audi Sportpark. Klara Bühl mit einem Doppelpack und Jovana Damnjanovic erzielten die Tore zum 3:0-Endstand. espresso war mit der Kamera dabei.

Nacht der Museen 2026: Vorverkauf gestartet
Die Vorfreude auf einen der kulturellen Höhepunkte des Jahres wächst: Für die Ingolstädter Nacht der Museen am Samstag, 12. September, hat der Ticketvorverkauf begonnen. Besucherinnen und Besucher können sich bereits jetzt ihre Eintrittskarten zum reduzierten Vorverkaufspreis sichern und sich auf einen außergewöhnlichen Abend voller Kunst, Geschichte und Begegnungen freuen.