Starkbieranstich bei Nordbräu

Fotos: Kajt Kastl

Nur einen Tag nach dem Starkbieranstich der Brauerei Nordbräu die Hiobsbotschaft: der berühmte Nockherberg kann nicht wie geplant stattfinden. Der Grund: das Coronavirus. Da hätte sich ein Blick von München nach Ingolstadt gelohnt.

Denn hier hat man ein Labor beaufragt, mit dem Ergebnis, dass Nordbräu Bier das ideale Mittel gegen den Coronavirus ist. Zumindest ließ der neue Starkbierredner Andreas Huber das die zahlreichen Gäste aus Politik, Wirtschaft und Vereinslandschaft wissen. Aber in Ingolstadt war man hart im Nehmen, Oberbürgermeister Christian Lösel schüttelte eifrig Hände – Angst vor Viren war nicht zu erkennen. So mancher Kommunalpolitiker musste sich da schon eher vor den scharfen Gstanzln des Starkbierredners in Schutz nehmen. Nach der Begrüßung durch Brauereichefin Eva Wittmann-Ott legte dieser mit einem rasanten Start los: Er kam mit dem Tretroller angeschossen. Einen E-Scooter habe er leider nicht finden können, sagte er, das sei aber sowieso besser, denn “dann kann’s oan net runterhau’n.“ Eine Spitze gegen den SPD-Kreisvorsitzenden Christian de Lapuente, der sich im Oktober nach einem Sturz mit einem E-Scooter das Handgelenk brach. Der Neue sammelte die ersten Lacher des Abends, nachdem das altbewährte Duo aus Hermann Regensburger und Manfred Schuhmann im vergangenen Jahr zwar nicht dem Starkbier abschworen, dafür aber eben ihre jeweiligen letzten Auftritte auf der Nordbräu-Bühne im Kastaniengarten hatten. Natürlich fanden auch die Verfehlungen von Ex-OB Alfred Lehmann ihren Platz. „Seid‘s ehrlich, hat man das nicht schon früher gewusst?“, fragte Huber in die Runde. Da zog so mancher das G‘nack sein. „Wer hat 2008 die Finanzkrise ausgelöst?“ Kurze Verwirrung bei den Gästen. „Die Lehmann-Brothers.“ Erleichtertes Lachen.

Auch der liebe Uli von der AfD bekam sein Fett weg und wurde mit einer „braunen Sumpfdotterblume“ verglichen:
„schwach-giftig bis giftig“. „Hoffen wir, dass die AfD als alkoholfreies Weißbier rausgeht, statt als Eisbock“, witzelte der Starkbierredner. Heißt übersetzt: 0,0 Prozent statt 9,3 Prozent. Apropos 9,3 Prozent: „Das sind mehr Prozent als so manche Parteien nächste Woche bei der Wahl kriegen werden. Ge, lieber Christian….“ Kunstpause. „Lange“. „Schauen wir mal“, schallte es zurück. Aus der UDI wurden im Laufe des Abends die Unnötigen Demokraten Ingolstadts, Herr Scharpf könne sich glücklich schätzen, dass heute mal nicht auf ihn geschossen werde und Hans Stachel heiße bloß so, „sticht aber nicht“. Keine Partei wurde an diesem Abend verschont. Nach rund einer 3/4-Stunde beendete der neue Starkbierredner aus Ringsee sein Debüt. „Bevor die Rede ausartet wie die Stadtratssitzung“, sagte er. Dem künftigen Oberbürgermeister – wer es auch sein mag – wünschte er ein glückliches Händchen und schloss mit einem zünftigen: „Prost, liebe Eisbockgemeinde!“

Facebook

Mit dem Laden des Beitrags akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von Facebook.
Mehr erfahren

Beitrag laden

Lorem ipsum dolor sit amet, consectetur adipiscing elit. Ut elit tellus, luctus nec ullamcorper mattis, pulvinar dapibus leo.

Scroll to Top