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Jung, Sozial - Aktiv?
Was treibt junge Menschen an, sich politisch zu engagieren? Auf Spurensuche mit NADINE PRAUN, Sprecherin der Jusos Ingolstadt und SPD-Direktkandidatin für die Bezirkstagswahl 2023.

Nadine Praun
Klimawandel, Corona, Energiekrise, Ukraine-Krieg. Die Herausforderungen unserer Zeit sind vielfältig – und künftige Generationen werden die Auswirkungen lange zu spüren bekommen. Ist angesichts aktueller Krisen ein höheres oder niedrigeres politisches Interesse bei jungen Menschen festzustellen? „Ich habe schon das Gefühl, dass großes Interesse für politische Themen bei jungen Menschen vorhanden ist“, sagt Nadine Praun. Schwierig sei für viele jedoch die Beantwortung folgender Frage: Wo und wie engagiere ich mich? „Parteien erscheinen wegen der traditionellen Strukturen häufig nicht sehr attraktiv“, erklärt die Juso-Sprecherin und frischgebackene SPD-Direktkandidatin für die kommende Bezirkstagswahl. Jugendbewegungen wie Fridays For Future haben hier einen großen Vorteil, „sie können deutlich flexibler und agiler handeln“. „Ich sehe es als unsere Aufgabe zu zeigen, dass auch Parteiarbeit attraktiv sein kann.“ Nadine Praun hat selbst lange überlegt, ob sie einer Partei beitreten soll. „Es hat mich auch Überwindung gekostet“, sagt sie. Vor zwei Jahren war es dann doch soweit. „Ausschlaggebend war die Verzweiflung vieler junger Menschen, die nicht das Gefühl hatten, Parteien würden ihre Interessen oder Anliegen – gerade was die Zukunft betrifft – genügend berücksichtigen.“ Ein zweiter Punkt, sich den Sozialdemokraten anzuschließen, seien die rechtsextremen Anschläge in Halle und Hanau gewesen. „Gerade in solchen Zeiten, in denen Rechtsextremismus immer stärker wächst, muss man klar zur Demokratie stehen.“
Bei den Jusos (die Jugendorganisation der SPD) ist der Klimaschutz eines ihrer Steckenpferde. In Ingolstadt war sie Mitorganisatorin des geplanten Bürgerbegehrens „Klimaentscheid Ingolstadt“ – eine überparteiliche Initiative. „Ingolstadt hatte beim lokalen Klimaschutz massiven Nachholbedarf“, sagt sie. Das erste Thema, mit dem sich die Ingolstädter Jusos seit der Neugründung in diesem Sommer beschäftigten, ist die Attraktivität des ÖPNV. Wo hakt es noch in Ingolstadt? „An den hohen Mieten, v.a. für Studierende ein Problem, und am mangelnden Angebot an Freizeitaktivitäten.“ Mit regelmäßigen Stammtischen wollen die Jusos künftig mehr junge Menschen anziehen. Sie sollen hier ihre Ideen und Vorstellungen einbringen – ein SPD-Parteibuch ist nicht nötig.
Eines fällt bei den Ingolstädter Jusos gleich auf. Die Frauenquote ist, vorsichtig ausgedrückt, eher gering – Nadine Praun ist das einzige weibliche Mitglied. „Das ist mir ein Anliegen. Wir brauchen dringend weiblichen Nachwuchs. Sie bringen eine neue Perspektive ein, eröffnen neue Themen“, sagt sie. „Ich bin überzeugte Feministin. Ich arbeite daran, Themen zu finden, die auch Frauen ansprechen.“
Im Bezirkstag möchte sich die Gymnasiallehrerin für die Themen Inklusion, psychische Gesundheit und für die Anliegen von Kindern und Jugendlichen einsetzen. Dabei ist ihr auch die Reform des Konzepts der Schulbegleitung wichtig. Unklare Zuständigkeiten und hohe Bürokratie stören sie hier am meisten. Wünschenswert fände sie, im Klassenzimmer ein „pädagogisches Team“ vorzufinden. Also einerseits die Lehrkraft, die sich auf die Wissensvermittlung konzentriert, und andererseits etwa einen Sozialpädagogen, der sich um weitere Bedürfnisse kümmert. Bis dahin sei es aber sicher „ein langer Weg“.
ENTWEDER - ODER - FRAGEN
… sind oft gar nicht so leicht zu beantworten, verraten dafür kurz und knapp so einiges über eine Person. Nicht umsonst sind sie auf Partys oder auch in Podcasts sehr beliebt. Nadines Antworten haben wir jeweils fett markiert.
• Pippi oder Annika
• Die oder das Nutella
• Unsichtbar sein oder Gedanken
lesen können
• Gegensätze oder Gemeinsamkeiten
• Herz oder Kopf
• Reich oder berühmt
• Nachteule oder Frühaufsteher
• Hund oder Katze
• Fühlen oder schmecken
• Optimist oder Pessimist
• Realist oder Träumer
• Viel Geld oder viel Freizeit
• Schreiben oder anrufen
• Pizza mit oder ohne Ananas
• Stadt- oder Strandurlaub
• Comedy oder Drama
• Spontaneität oder Planung
• Freiheit oder Sicherheit
• Eine grüne Zunge oder blaue
Augenbrauen haben
• Alles wissen oder alles haben
A
oder
B

Christopher Hofmann zieht Kandidatur zurück
Der Mittwoch endet mit einer – wenn auch nicht ganz unvorhersehbaren – Überraschung. Der CSU-Kandidat Christopher Hofmann zieht seine Kandidatur für das Amt des zweiten Ingolstädter Bürgermeisters zurück.

Neues Heim für die Kammerphilharmonie
Die Suche nach einer Ersatzspielstätte für den Festsaal des Ingolstädter Stadttheaters verläuft – wohlwollend ausgedrückt – schleppend. Während die Narrvalla Mitte Mai das Exerzierhaus im Klenzepark für künftige Veranstaltungen auf Herz und Nieren prüfen will, wurden bei der Kammerphilharmonie nun Nägel mit Köpfen gemacht. In der Saison 2027/28 wird im Congress Centrum gespielt. Wohl für lange Zeit, falls sich nicht doch noch eine Alternative ergibt.

Sonderausstellung: Gerolfinger Eichenwald
Eine neue Sonderausstellung im Bauerngerätemuseum Ingolstadt-Hundszell befasst sich mit dem Thema „Gerolfinger Eichenwald. Fenster in die Vergangenheit – mit Aussicht auf Zukunft“.

Wildpark: Führung mit Tierfütterung
Das Amt für Sport und Freizeit lädt am Samstag, 2. Mai, zur Führung mit Tierfütterung in den Wildpark am Baggersee ein. Das Forstamt der Stadt Ingolstadt wird die Führung mitgestalten und alle Fragen zu Wald und Forstwirtschaft beantworten.

AfD Ingolstadt: Geöffnet von 19:33 bis 19:45 Uhr
Dass man der AfD aufgrund rechtsextremer Akteure und Bestrebungen innerhalb der Partei gerne eine Nähe zum Nationalsozialismus nachsagt, ist keine große Neuigkeit. Im Internetzeitalter sieht das dann so aus: Ein Unbekannter ändert in einem Google-Eintrag die Öffnungszeiten der Ingolstädter AfD-Stadtratsfraktion auf 19:33 bis 19:45 Uhr. Die Satireseite „Der Postillon“ mit 2,8 Millionen Followern auf Facebook greift das Thema heute auf.

Narrwalla-Jubiläum: Auf der Suche nach einer Festsaal-Alternative
Mitte Mai lädt die Ingolstädter Narrwalla zu einem großen Jubiläumsfest. Die viertägige Sause im Exerzierhaus im Klenzepark dient dabei als „bewusster Praxistest für einen möglichen zukünftigen Veranstaltungsort“, wie die Faschingsgesellschaft erklärt. Denn: Der Festsaal im Stadttheater fällt bald weg. Auch auf dem Rathausplatz gestalten sich die Planungen für die Narrwalla zunehmend schwierig.