O'zupft is'!

Geruchstest: Hopfenexperte Johann Schranner riecht an frisch geernteter Dolde.

“Es gibt nichts Schlechtes, an dem nicht auch etwas Gutes dabei ist”, verkündete die Landesgartenschau-Chefin Eva Linder beim heutigen Pressetermin inmitten prachtvoller Hopfenranken auf dem Gartenschaugelände. Das Schlechte: der corona-bedingte Ausfall der Landesgartenschau, außerdem sah niemand den Hopfen heranreifen. Das Gute: Im kommenden Jahr dürfen wir uns nun auf ein eigens gebrautes Landesgartenschau-Bier freuen.

Wenn Ingolstadt schon vor den Toren der Hallertau liege, dann müsse natürlich auch ein Hopfengarten her, sagte Dr. Erich Lehmair von der HVG Hopfenverwertungsgenossenschaft zur ursprünglichen Idee, die Landesgartenschau mit dem für das bayerische Lieblingsgetränk so wichtigen Grundzutat zu versorgen. Was fast keiner sah, aber heute deutlich wurde: dem Hopfen geht es prächtig. „Die beiden Hopfensorten Ariana und Hallertau Blanc haben wir im Juni 2019 gepflanzt. Seitdem sind sie rund sechs Meter gewachsen und nun zur Ernte bereit. Den Großteil des Hopfens ernten wir, wie heute üblich, maschinell mit Traktor, Anhänger und Zupfmaschine“, erklärt Dr. Lehmair. Die anstrengendste Arbeit dabei hatte der Hopfenbauer Johannes Schönauer aus Rohrbach: er stieg auf den Anhänger und rupfte mit festem Ruck eine Hopfenranke nach der anderen aus der Verankerung.

Auf der Landesgartenschau ist in diesem Jahr, auf Grund der Corona-Pandemie leider von Besuchern ungesehen, allerlei gewachsen. So auch der Hopfen im Ausstellungsbeitrag des Vereins Inspiration Landwirtschaft e.V. Hier stellen Landwirte aus der Region Ihre Arbeit vor und zeigen, was in Ingolstadt und Umgebung angebaut wird.

Rund 40 Kilo Hopfen…

…wurden heute geernet. Diese Menge wird nun erstmal getrocknet und anschließend vermahlen. Für das Brauen ist Peter Kraus, Braumeister des Gartenschau-Bieres zuständig: „Aktuell tüftle ich noch an der perfekten Rezeptur fürs Gartenschau-Bier. Für waschechten Ingolstädter Hopfen bietet sich was Traditionelles, wie zum Beispiel ein Märzen an. Was es genau wird, verraten wir dann im nächsten Jahr.“ Sogar ein Hopfenlikör wäre denkbar, das sei bisher aber erstmal nur eine Idee. Gebraut werden soll das Bier übrigens in der kleinen Gasthausbrauerei beim “Daniel” in der Ingolstädter Innenstadt. Einen Namen hat das Landesgartenschau-Bier noch nicht.

Schon lange steigt niemand mehr auf den Anhänger und reißt die Ranken von Hand herunter, so wie es heute vorgeführt wurde. Diese Arbeit erledigen mittlerweile spezielle Abreißgeräte. Und auch die Dolden werden nicht mehr von Hand gezupft. Der Hallertauer Hopfenkönigin Theresa Hagl und der Herrnbräu Weißbierkönigin Kathrin I. dürfte das ganz recht sein. Für den hopfigen Showeffekt wurden die beiden zum Hopfenzupfen eingespannt und stellten fest, dass man schon ganz schön lange zupfen muss, bis der sogenannte Metzen voll ist: ein Korb mit Fassungsvermögen von 60 Litern.

Zur Bezahlung der Hopfenzupfer hatte der Hopfenexperte Johann Schranner noch eine nette Anekdote zu erzählen. Jeder Hopfenbauer bezahlte die fleißigen Helfer nämlich erstmal nur mit eigenen “Münzen”. Diese konnten erst am Ende der Saison gegen echtes Geld eingetauscht werden. Damit wollte man verhindern, dass die Hopfenzupfer mitten in der Saison verschwinden.

Im nächsten Jahr zur Landesgartenschau wird es das Bier auf dem ein oder anderen Event zu verkosten geben.

v.l.n.r. stehend: Peter Kraus, Braumeister des Gartenschau-Biers; Johann Schranner in traditioneller Tracht; Dr. Erich Lehmair, Vorstand der HVG Hopfenverwertungsgenossenschaft e.G.; Tobias Pesl, Garten- und Landschaftsbauer; Eva Linder, Geschäftsführerin der Landesgartenschau Ingolstadt; Johannes Schönauer, Hopfenbauer sitzend: Weißbierkönigin Kathrin Gerhard und Hallertauer Hopfenkönigin Theresa Hagl

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