Vom Büro zur großen Liebe

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Vom Büro zur großen Liebe

Fotos: Nina Schuh

Die Hochzeit von Sandra und Daniel

Es muss nicht immer Tinder sein. Manchmal bringt auch Immowelt zwei Herzen einander näher. Unsere Hochzeitsstory aus espresso 10/2026.

Wie habt ihr euch kennengelernt?
Unsere Geschichte begann tatsächlich ziemlich unromantisch im Internet – auf Immowelt. Und nein, keiner von uns war dort auf Partnersuche. Nach der Corona-Zeit war ich als Einrichtungsleitung einer Pflegeeinrichtung tätig und wollte beruflich noch einmal einen neuen Weg einschlagen. Mein Wunsch war es, mich im Bereich der ambulanten Pflege selbstständig zu machen und mehr Möglichkeiten für eine menschliche, individuelle Versorgung von Menschen in ihrer Häuslichkeit zu schaffen. Auf der Suche nach geeigneten Büroräumen stieß ich auf Daniels Anzeige. In seinem Bürokomplex war im Erdgeschoss noch eine Fläche frei. Wir schrieben hin und her und vereinbarten schließlich einen Besichtigungstermin. Ich weiß noch genau, wie Daniel damals mit seinem Touareg angefahren kam. Ich fand ihn sofort sehr sympathisch – hatte aber ehrlich gesagt überhaupt keine Augen für ihn. Meine ganze Aufmerksamkeit galt dem Büro, das damals noch im Rohbau war. Dass dieser Termin einmal der Anfang unserer gemeinsamen Geschichte werden würde, hätten wir wohl beide nicht gedacht. Wir blieben in Kontakt, lernten uns immer besser kennen und etwa ein halbes Jahr später hat es dann doch gefunkt. Eigentlich war ich nur auf der Suche nach einem Büro für meinen beruflichen Neuanfang. Gefunden habe ich am Ende nicht nur den Ort für meine Selbstständigkeit, sondern auch den Menschen, mit dem ich mein Leben verbringen möchte.

Wie kam es zum Antrag?
Das Thema Heiraten kam irgendwann ganz ungezwungen auf. Daniel war bereits einmal verheiratet und ich fragte ihn, ob er sich überhaupt vorstellen könnte, noch einmal zu heiraten. Für mich war dieser Gedanke sehr emotional: Ich wollte irgendwann wirklich ankommen – bei einem Menschen, bei dem man weiß: Hier gehöre ich hin. Das Gespräch verlief zunächst im Sande und ich dachte mir nicht mehr allzu viel dabei. Eines Tages wollte Daniel dann mit einem Glas Sekt mit mir anstoßen. Ich freute mich einfach darüber und bemerkte zunächst überhaupt nicht, dass in meinem Glas etwas funkelte. Erst als Daniel sagte: „Schau doch noch einmal genauer hin.“ Und tatsächlich – da war ein Ring. Daniel ging auf die Knie und fragte mich, ob ich ihn heiraten möchte, ob wir gemeinsam einen Neuanfang wagen, unser Leben miteinander verbringen und zusammen alt werden wollen. Eine lange Bedenkzeit brauchte ich nicht: Ja. Auf jeden Fall ja. Das Besondere war, dass er für uns beide einen Ring hatte. Unsere Verlobungsringe sollten uns später auch als Ehepaar begleiten.

Mit wem warst du auf Brautkleidsuche und wie war es?
Auf Brautkleidsuche war ich mit meiner Freundin Sandra. Wir kannten uns schon lange, hatten uns über die Jahre aber etwas aus den Augen verloren. Irgendwann haben sich unsere Wege wiedergefunden und aus einer fast verloren geglaubten Freundschaft entstand wieder eine sehr enge Verbindung. Ein schöner Zufall verbindet uns zusätzlich: Sandra ist ebenfalls vor Kurzem Mama geworden und ihre kleine Tochter ist nur vier Wochen älter als unser Sohn. Meine Familie lebt weiter entfernt und konnte an diesem Termin leider nicht dabei sein. Sandra hat mich bei der Kleiderwahl darin bestärkt, auf mein eigenes Gefühl zu hören. Und dann kam dieser Moment: Kleid anziehen, in den Spiegel schauen und einfach wissen – das ist mein Kleid. Tatsächlich war es das erste Kleid, das ich anprobiert hatte – und am Ende wurde genau dieses besondere Couture-Kleid mein Brautkleid.

Was war euch bei den Planungen besonders wichtig?
Eigentlich könnte man sagen: Uns war alles wichtig. Nicht nur gutes Essen, Musik oder eine schöne Location. Es ist das Zusammenspiel – und vor allem sind es die Menschen, mit denen man diesen Tag verbringt. Wir haben lange geplant und waren sehr detailverliebt. Gleichzeitig sollte unsere Hochzeit niemals steif oder inszeniert wirken. Sie sollte sich nach uns anfühlen: lebensfroh, farbenfroh, frei und ein bisschen wie Urlaub. Deshalb sind wir bei der Locationsuche bei Wake & Groove am Lorenzisee gelandet. Wir waren schon vorher gerne dort. Der See, die Seeterrasse, die Palmen, Wakeboarder und Badegäste und am Abend die Sonne, die über dem Wasser untergeht – diese ungezwungene Atmosphäre hat uns begeistert.

Mit wie vielen Gästen habt ihr gefeiert?
Wir haben mit knapp 100 Gästen gefeiert. Ein großer Teil davon war Familie, die teilweise von weit her angereist ist. Die weiteste Reise führte tatsächlich aus Kuba zu uns an den Lorenzisee. Andere Gäste kamen aus der Schweiz, aus Hamburg und dem Norden Deutschlands sowie natürlich aus Ingolstadt und der Umgebung. Neben unserer Familie waren enge Freunde, langjährige Wegbegleiter und Mitarbeiter dabei.

Wie lief euer Hochzeitstag ab?
Unser Hochzeitstag begann gegen sieben Uhr morgens – und von diesem Moment an lief eigentlich die Uhr. Während bei mir meine Stylistin Valentina mit Brautfrisur und Make-up beschäftigt war, begann für Daniel ein ganz anderes Hochzeitsprogramm: aufbauen, organisieren und anpacken. Gemeinsam mit unserer Familie und Freunden wurden Tische gestellt und dekoriert, Bänke und Schirme für die freie Trauung aufgebaut. Farblich wurde es genauso lebensfroh wie wir selbst: Pink, Orange und Rosa, wunderschön gedeckte Tische und viele kleine Details. Rund 20 fleißige Helferinnen und Helfer waren fünf bis sechs Stunden im Einsatz. Ohne diese Unterstützung hätten wir das niemals geschafft. Gegen Mittag fand unser erstes Fotoshooting in unserem Garten statt. Um 14 Uhr wurde es dann offiziell: Wir heirateten standesamtlich in bayerischer Tracht in Blau – ich im Dirndl und Daniel in Lederhose – im historischen Barocksaal des Stadtmuseums Ingolstadt. Nach der standesamtlichen Trauung und einem gemeinsamen Umtrunk ging es zurück nach Hause: Raus aus der Tracht, rein in den feinen Zwirn. Zur freien Trauung am Lorenzisee machten wir uns getrennt voneinander auf den Weg. Daniel und ich wurden jeweils von unseren Trauzeugen begleitet, mich brachten zusätzlich meine Trauzeuginnen und mein Bruder zur Trauung. Unsere freie Trauung fand auf der Wiese statt, anschließend folgten Sektempfang und später die Feier auf der Seeterrasse.

Saxophonist und DJ sorgten für die musikalische Begleitung, während wir noch ein weiteres Fotoshooting direkt am See machten. Unser Eröffnungstanz war ein schneller Walzer – anschließend wurde gefeiert.
Ein besonderes Highlight war unsere Live-Rockband, die sogar persönliche Musikwünsche für uns vorbereitet hatte. Dazu kamen Reden, Brautstraußwurf und Schleierabtanz. Gegen Mitternacht folgten der Anschnitt unserer Hochzeitstorte, ein Mitternachtsbuffet und natürlich unsere Candy Bar. Irgendwann weit nach Mitternacht wurde es ruhiger. Nachdem auch die letzten Dinge aufgeräumt waren, landeten wir gegen halb drei Uhr morgens völlig erschöpft, aber überglücklich im Bett. Und bei all dem Hochzeitstrubel war natürlich noch ein ganz besonderer kleiner Mensch dabei: unser Sohn Benni. Wir haben diesen Tag nicht nur als Braut und Bräutigam erlebt, sondern bereits als kleine Familie. Es war ein langer, heißer, bunter und emotionaler Tag – und vor allem genau der Hochzeitstag, den wir uns gewünscht hatten.

Hattet ihr ein Budget und habt ihr es eingehalten?
Ja, wir hatten ein Budget – und nein, wir haben es bei Weitem nicht eingehalten. Irgendwann habe ich ganz bewusst gesagt: „Ich heirate nur einmal – und wenn, dann lasse ich es richtig krachen.“ Für uns war die Hochzeit etwas Einmaliges und deshalb wollten wir uns auch die Dinge gönnen, die uns wirklich wichtig waren.

Würdet ihr im Nachhinein etwas anders machen?
Wenn wir eines anders machen würden, dann würden wir versuchen, uns an diesem Tag selbst ein bisschen mehr Zeit zu schenken.

Eure Pläne für die Zukunft?
Pläne haben wir tatsächlich einige – und Träume wahrscheinlich noch ein paar mehr. An erster Stelle steht für uns aber etwas, das man mit keinem Geld der Welt kaufen kann: Gesundheit. Wir möchten gesund bleiben, gemeinsam alt werden und unser Familienleben genießen. Unser größtes Glück ist unsere Familie. Wir wünschen uns, dass unser Sohn Benni wohlbehütet aufwachsen kann und dass wir als große Familie zusammenhalten – gemeinsam mit Daniels beiden älteren Kindern Paula und Moritz. Und wir möchten die Welt entdecken. Daniel ist begeisterter Segler und einer unserer großen gemeinsamen Träume ist es, uns 2027 oder 2028 eine längere Auszeit zu nehmen, ein eigenes Segelboot zu haben und damit tatsächlich über ein oder vielleicht sogar zwei Weltmeere zu segeln. Besonders schön wäre es für uns, diese intensive Zeit gemeinsam mit unserem Sohn zu erleben und ihm möglichst viel von der Welt zu zeigen. Gleichzeitig werden uns unsere beruflichen Visionen wohl niemals ganz loslassen. Wir sind beide Menschen, die gerne Ideen entwickeln und Neues schaffen. Eine unserer Visionen ist es, modernes Wohnen und ambulante Versorgung miteinander zu verbinden: eigenständige, moderne Wohneinheiten in Form von Cubes, eingebettet in ein Sozialraumkonzept. Menschen sollen auch im Alter ihr eigenes Zuhause und ihre Privatsphäre behalten können, gleichzeitig aber Teil einer Gemeinschaft sein und bei Bedarf Pflege, Betreuung, Hauswirtschaft, medizinische Versorgung oder Nachbarschaftshilfe erhalten. Denn bei all unseren persönlichen und beruflichen Plänen verbindet uns ein Gedanke: Wir möchten unser Leben intensiv leben, unseren Kindern etwas mitgeben und gleichzeitig etwas an die Gesellschaft zurückgeben. Vielleicht wissen wir heute noch nicht genau, wohin uns unser gemeinsamer Weg führen wird. Aber wir wissen, mit wem wir ihn gehen möchten – und genau das ist für uns das Wichtigste. ❤️

Wir wünschen euch alles Gute!

DIE DIENSTLEISTER

  • Kleid von Herzzauber, Lenting
  • Hair & Makeup Artist Valentina Buchenau
  • Fotografin + Traurednerin Nina Schuh
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