„Wir wollen Punktesammler sein“

"Wir wollen Punktesammler sein"

Foto und Text: Sabine Kaczynski

ERC-Stürmer Brett Olson wünscht sich eine Siegesserie mit den Panthern

Brett Olson stürmt bereits die dritte Saison für den ERC Ingolstadt, auch heuer gehört der gebürtige US-Amerikaner wieder zu den Top-Scorern der Panther. Mit espresso plauderte der sympathische 32-Jährige nicht nur über seinen Verein, sondern auch über Mode, Ingolstadt und seinen Hund Franky.

Wie fällt dein Fazit für das erste Drittel der Saison aus?
Das erste Drittel ist vorbei, deshalb schauen wir jetzt nach vorn auf die nächsten beiden. Ein Rückblick macht nicht viel Sinn – egal ob du zu diesem Zeitpunkt ganz oben oder ganz unten stehst. Das einzige was zählt ist, was vor uns liegt.

Wie wollt ihr das nächste Drittel angehen?
Wir wollten gut aus der Pause kommen, mit einem gewissen Tempo spielen und uns mehr auf die Details konzentrieren. Im Auswärtsspiel gegen Iserlohn ist uns ein knapper Sieg gelungen, im Heimspiel gegen Wolfsburg haben wir dann mit dem 6:3 drei weitere Punkte nachgelegt. Das war ein sehr guter Start, jetzt müssen wir versuchen, mehrere gute Spiele hintereinander abzuliefern, um weiter vorwärts zu kommen.

Du gehörst derzeit mit Wayne Simpson und Mike Collins zu den drei Topscorern bei den Panthern – bist du gespannt, wer zum Saisonende die Nase vorn hat?
Ehrlich gesagt glaube ich nicht, dass sich einer von uns dreien darüber Gedanken macht. Gerade wir Nordamerikaner kennen das überhaupt nicht. Die Bezeichnung Topscorer überträgt die Ehre einem einzelnen Spieler, aber Hockey ist ein Teamsport. Daher ist uns das egal, wir geben einfach unser Bestes. Wenn man hart arbeitet und der Mannschaft zum Sieg verhilft, ist es nicht wichtig, ob man Scorerpunkte erzielt oder nicht.

Hast du einen Lieblings-Sturmpartner?
Welche zwei Jungs auch immer mit mir in der Sturmreihe stehen – es sind die beiden, mit denen ich arbeiten muss. Es spielt dabei keine Rolle, wer es ist, Hauptsache, wir nutzen die Stärken des jeweils anderen. Wayne Simpson war bisher immer an meiner Seite und ich denke, das hat gut funktioniert. Dennoch kann es stets eine Veränderung geben, um etwas auszuprobieren. Aber wir beide kennen uns gegenseitig sehr gut, haben in den USA auch schon zusammengespielt. Die Chemie zwischen uns passt einfach, vor allem zu Beginn der Saison war das so.

Von zehn Heimspielen habt ihr erst drei gewonnen – woran liegt das?
Eine Menge Leute fixieren sich auf dieses Thema, dabei ist es meiner Meinung nach gar kein so großes Ding. Man muss nämlich auch sehen, dass wir viel mehr Heim- als Auswärtsspiele absolviert haben, also auch mehr Möglichkeiten hatten zu verlieren. Niemand will zuhause verlieren und niemand will auswärts verlieren – aber in jedem Match gibt es nun einmal einen Sieger und einen Verlierer – so ist das Spiel. Dass die Medien trotzdem immer wieder darauf herumreiten, finde ich ein bisschen albern.

Kannst du trotzdem verstehen, dass die Fans von den vielen Heimniederlagen enttäuscht sind?
Klar nervt es, wenn wir verlieren und die Fans sind darüber nicht glücklich. Aber sie sehen nicht, welchen Aufwand wir Tag für Tag betreiben. Tatsache ist, dass niemand absichtlich verliert, egal gegen welches Team gespielt wird.

Ihr hattet wegen der Länderspielpause ein paar Tage frei – wie hast du sie genutzt?
Es ist schön, manchmal abseits vom Eishockey etwas zu unternehmen und seine Batterien wieder aufzuladen. Einige Jungs aus dem Team und ich haben mit unseren Frauen ein paar Tage in Spanien verbracht. Es war schön dort, aber kälter als wir erwartet hatten (lacht).

Was hast du dir für den Rest der Saison vorgenommen?
Entscheidend ist, immer auf das nächste Match fokussiert zu bleiben und möglichst viele Spiele hintereinander eine gute Leistung abzuliefern, um Punkte zu sammeln. Dabei sind alle Punkte wichtig, egal ob sie nun aus einem Overtime-, Shootout oder regulärem Sieg hervorgehen. Momentan wollen wir einfach Punktesammler sein.

Kommen wir zu dir persönlich: Du bist die dritte Saison beim ERC. Hat sich bislang alles so entwickelt, wie du es dir vorgestellt hast – sowohl beruflich wie auch privat?
Privat gesehen sind meine Frau Melissa und ich sehr glücklich, in Deutschland zu leben. Alles ist hier auf dem neuesten Stand und die Leute sind alle sehr nett – außer vielleicht, wenn man im Supermarkt aus der Schlange geschubst wird (lacht). Man lernt die Kultur und die Sprache kennen – auch wenn die manchmal ein bisschen schwierig ist. Vom Hockeystandpunkt aus ist die Liga dem nordamerikanischen Stil sehr ähnlich, ich habe mich schnell eingewöhnt und es war die richtige Entscheidung, in die DEL zu wechseln.

Dein Vertrag läuft nächstes Jahr aus – würdest du gerne in Ingolstadt bleiben?
Ich lebe und spiele sehr gerne in Ingolstadt. Bevor es überhaupt Verhandlungen gibt, muss ich mich aber darauf konzentrieren, gut zu spielen und meinen Job zu erledigen. Egal, ob mich Ingolstadt oder ein anderer Verein haben möchte, meine Aufgabe ist es, bis zum Ende der Saison mein Bestes zu geben.

Ist Ingolstadt inzwischen eine zweite Heimat für dich geworden?
Ja, absolut. Egal, wo es einen hin verschlägt – man nimmt von überall ein Stückchen mit, weil man doch eine ganze Weile dort lebt und viele Leute, verschiedene Regionen und die Kultur kennenlernt. Ich werde mich immer an die schöne Zeit erinnern, vor allem wenn ich mal mit dem Hockey aufgehört habe und weg bin von Europa, Deutschland und Ingolstadt.

Deine Frau betreibt einen online-Mode-Shop – unterstützt du sie dabei?
Wir hatten die Idee schon eine ganze Weile im Kopf. Bevor wir letzte Saison wieder nach Ingolstadt gekommen sind, haben wir den online-Shop dann gegründet, Melissa und ich sind beide Eigentümer. Es ist eine Online-Damen-Boutique, die sie wirklich sehr gut managt. Ich kenne mich mit den Kollektionen nicht besonders gut aus – ich kann nur sagen, dass sie toll aussehen. Den Rest erledigt meine Frau. Sie liebt ihren Job und ich bin sehr stolz auf sie.

Ist dir selbst Mode auch wichtig?
Nein, nicht wirklich. Schau meine Klamotten an, ich habe einen recht simplen Stil – Jeans und T-Shirt, das ist alles (grinst).

Auf Instagram hat dein Hund Franky, eine französische Bulldogge, einen eigenen Account – welche Idee steckt dahinter?
Franky ist ein sehr besonderes Tier, fast ein bisschen menschlich und bringt uns oft zum Lachen. Melissa betreut den Account, sie will damit unsere Freunde und Familie zuhause auf dem Laufenden halten, weil sie Franky im Sommer auch um sich haben. Melissa hat Spaß daran und anscheinend gefällt es auch vielen Leuten. Mich sprechen auf der Straße oft Menschen an und fragen: Hey, wie geht’s Frank? Das ist schon lustig. Für uns ist Franky fast wie ein Kind, er quengelt, er weint, aber wir lachen auch viel über ihn.

An Halloween wart ihr als Mario und Luigi verkleidet…
Ja, sogar Franky hatte ein Kostüm. Halloween gehört zu meinen Lieblingsfesten im Jahr. In den USA ist es aber noch viel bedeutender als hier. Wir haben alle zusammen eine Mannschafts-Halloween-Party gefeiert, die Riesen-Spaß gemacht hat und bei der sehr viele Jungs echt kreative Kostüme trugen.

Was sind deine Hobbies neben dem Eishockey?
Nachdem wir viel mit dem Bus unterwegs sind, versuchen wir immer, Shows oder Dokumentationen anzuschauen oder beim Football und anderem Sport auf dem Laufenden zu bleiben. Aber ich lese auch gerne ein Buch oder löse Kreuzworträtsel, um die Zeit totzuschlagen. Außerdem gehöre ich auch einer „Fantasy Football“-Gruppe an. Wenn ich im Sommer zuhause bin und Zeit habe, unternehme ich am liebsten Outdoor-Aktivitäten wie Fischen, Jagen, Wandern oder Campen. Zudem betreibe ich im Sommer auch ein Hockey-Camp, dafür beginne ich schon im Januar oder Februar mit den Planungen. Und natürlich kommt noch die Online-Boutique dazu. Wir versuchen also, uns zu beschäftigen, aber manchmal ist es auch schön, einfach nur zu relaxen.

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