Es begann mit einer Freundschaft

Katharina und Michael mit ihrer Hundedame Hazel | Fotos: Franziska Märkl Fotografie

Katharina hat schon viele Hochzeiten miterlebt und etliche Brautpaare für die Ewigkeit abgelichtet. Als „Herzmomente Fotografie“ steht sie normalerweise auf der anderen Seite der Kamera. Auch wir durften schon einige Hochzeiten präsentieren, auf denen Kathi als Hochzeitsfotografin unterwegs war. Jetzt hat sie selbst den Schritt gewagt und ist zusammen mit ihrem Michael den Bund fürs Leben eingegangen.

Zahlen für die Ewigkeit

Michi und Kathi lernen sich im Rahmen ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit bei der Feuerwehr in Kösching kennen

2010

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Aus der Freundschaft entsteht eine Liebesbeziehung

2015

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Die erste gemeinsame Wohnung in Lenting wird bezogen

2017

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Michi macht Kathi einen Heiratsantrag bei einem Aufenthalt in ihrem Stamm-Wellnesshotel im Österreichischen Sankt Johann

01.01.2018

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Kirchliche Trauung vor der Gnadenkapelle am Schönstattzentrum in Kasing

30.04.2021

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Wie alles begann

„Wir haben lange gar nichts bemerkt“

Die Geschichte von Kathi und Michi beginnt vor elf Jahren bei der Feuerwehr in Kösching. Während ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit kommen sie sich näher – am Anfang noch rein freundschaftlich. Die Sympathie stimmt auf Anhieb. Auch wenn die Liebe noch einige Zeit auf sich warten lässt, ergänzen sie sich damals schon so lückenlos wie ein altes Ehepaar. Kathi ist eher ein Kopfmensch mit einem Hang zum Perfektionismus, Michi bringt die nötige Portion Bauchmensch mit, die es braucht, um Kathi vor dem Grübeln zu bewahren. Schnell werden sie beste Freunde. Sie können sich schon damals alles anvertrauen, über einfach alles reden, selbst die tiefsten Geheimnisse sind kein Tabu für die beiden. Mit der Zeit lernen sie die Ecken und Kanten des anderen kennen.

Fünf Jahre verbringen sie so Seite an Seite als beste Freunde. „Wir haben lange gar nichts bemerkt“, erzählt Kathi. Und Michi ergänzt: „Aber dann ist auf einmal alles sehr schnell gegangen“. Denn plötzlich verändert sich etwas in der Beziehung. Gefühle sind da, die davor noch nicht da waren. Sie wollen wissen, was da ist, ob da mehr ist als nur Freundschaft. Für die beiden stellt sich jetzt die Frage: Wollen wir das Risiko eingehen, unsere Freundschaft aufs Spiel zu setzen? Eine Entscheidung, die schon viele Menschen treffen mussten. „Wir waren uns schnell einig, dass es uns das Risiko Wert ist“, erzählt Kathi. Und so wagen sie den nächsten Schritt. Aus den Freunden wird ein Liebespaar. Heute wissen sie, dass sie damals keine bessere Entscheidung hätten treffen können.

Der Antrag

Bloß keine große Show!

Michi kennt seine Kathi. Er weiß, dass sie nicht gern im Mittelpunkt steht. Deshalb war ihm von Anfang an klar, dass er bei seiner Liebsten am meisten punkten würde, wenn er kein großes Event aus dem Heiratsantrag machen würde. Also wartete er auf den richtigen Moment. Romantisch sollte es schon sein, ein intimer Moment. Michi entscheidet sich für die Silvesternacht 2018. Schon im Herbst kauft er den Ring. Er ist zwar ein spontaner Typ, aber bei solchen Dingen will auch er alles gut vorbereitet sein.

Sie buchen einen Wellnessurlaub über Silvester in ihrem Stammhotel im Österreichischen Sankt Johann. So weit, so gewöhnlich, Kathi ahnt nichts von dem Plan ihres Freundes. In der Silvesternacht gehen sie zusammen schick essen, verbringen einen schönen Abend zusammen und machen sich nach Mitternacht auf den Weg ins Hotelzimmer. Kathi ahnt immer noch nichts davon, was gleich passieren wird. Im Hotelzimmer angekommen zieht Michi den Ring hervor, geht auf die Knie und stellt die berühmte Frage: Willst du meine Frau werden? „Viel mehr habe ich auch gar nicht rausgebracht“, lacht Michi. Für Kathi wird damit ein Traum wahr: „Ich hatte ehrlich gesagt schon darauf gewartet“, erzählt sie lachend. „Natürlich habe ich sofort ja gesagt!“

Der große Tag

Die Planung

„Wir wollten keine typisch bayerische Hochzeit“

Im Sommer 2018 beginnen Kathi und Michi mit der Planung ihrer Hochzeit. Die Pandemie liegt damals noch in weiter Ferne. Wenn sie davon etwas geahnt hätten, wären sie die Hochzeit wahrscheinlich zügiger angegangen. Aber so ließen sie sich Zeit. Michi wollte zuerst in Ruhe seine Technikerausbildung fertigmachen. Sie fassten den Sommer 2020 ins Auge, der 7.8. sollte es sein. Die Sommerferien waren ihnen wichtig, damit auch alle Gäste Zeit haben würden.

Kathi hat über die Jahre, in denen sie als Hochzeitsfotografin unterwegs war, einiges über Hochzeiten gelernt und darüber, was sie eigentlich selbst von ihrer eigenen Hochzeit wollte. Und so schärfte sich das Bild von ihrer Traumhochzeit. Familiär sollte sie auf jeden Fall sein. Keine typisch bayerische Hochzeit mit Brautverziehen, die zu einem riesigen Besäufnis ausartet. „Wir wollten es eher gemütlich“, erzählt Michi. „Eine Hochzeit, bei der man Zeit für die Gäste hat und man nicht von einem Programmpunkt zum nächsten springen muss.“ Und Kathi schiebt hinterher: „Ich habe schon Hochzeiten miterlebt, bei denen die Gäste nicht einmal mehr das Abendessen mitbekommen haben, weil sie zu viel getrunken hatten. Das wollten wir auf keinen Fall.“

Ursprünglich war die Hochzeit mit 120 Gästen geplant. Doch dann funkte Corona dazwischen. Die Gästezahl wurde auf ein Minimum reduziert, bis am Schluss nur noch der engste Kreis dabei sein konnte. „Als die zweite Welle vorbei war, war uns klar, dass wir nicht feiern dürfen“, erzählt Kathi. „Aber weil die kirchliche Trauung stattfinden durfte, haben wir entschieden, dass wir das jetzt durchziehen. Wir machen die Hochzeit ja nicht für andere, sondern für uns. Ich habe im November zwei Hochzeiten fotografiert, die es auch einfach durchgezogen haben. Da wurde mir klar, dass die großen Hochzeiten eher für die anderen stattfinden als für einen selber.“

Die Hochzeit

„Für uns war es ein perfekter Tag“

„Wir haben das beste aus der Situation gemacht“, erzählt Kathi. „Für uns war es ein perfekter Tag.“ Begonnen hat der Hochzeitstag mit dem Getting Ready bei Kathi und Michi daheim. Aufbrezeln, schick machen, die Nervosität spüren. Dann ging es weiter nach Kasing, wo bei schönstem Sonnenschein die Trauung unter blauem Himmel stattfand. Im Anschluss durfte noch jeder der Gäste ein kleines Goodie mitnehmen und dann hieß es coronabedingt leider auch schon Abschied nehmen. Michi und Kathi fuhren zu sich nach Hause, wo sie zu zweit das zelebrierten, was eben zu einer gelungen Hochzeit einfach dazugehört: Sie tanzten zusammen ihren einstudierten Hochzeitstanz und schnitten gemeinsam die Torte an.

Wenn Corona es erlaubt, wollen Kathi und Michi ihre Hochzeitsfeier im Juli als Gartenparty nachholen. Darauf freuen sie sich schon besonders. Und zum 5-jährigen oder 10-jährigen Hochzeitstag haben die beiden auch schon Pläne. Sie wollen sich dann noch einmal das Ja-Wort geben, am liebsten in den Bergen oder an einem schönen Ort in der Toskana oder in Kroatien.

Die Beteiligten
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